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Daim­ler legt Stan­dards für Werk­ver­trä­ge fest

Daim­ler gibt den Vor­rei­ter und legt Min­dest­stan­dards für Werk­ver­trä­ge fest: Die Ar­beit­neh­mer­sei­te ist dü­piert. Die Re­ge­lun­gen ge­hen dem Be­triebs­rat nicht weit ge­nug
Dokument mit Unterschriftenzeile und Füller Wie weit sol­len die Min­dest­stan­dards ge­hen?

08.10.2013. (dpa) - Der Au­to­her­stel­ler Daim­ler hat so­zia­le Min­dest­an­for­de­run­gen für die Ver­ga­be von Werk­ver­trä­ge fest­ge­legt.

Da­mit schaf­fe der Kon­zern über ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen hin­aus Stan­dards für Werk­ver­trä­ge, sag­te Per­so­nal­vor­stand Wil­fried Porth am Mon­tag in Stutt­gart.

Der Ge­samt­be­triebs­rats­vor­sit­zen­de Erich Klemm kri­ti­sier­te, dass die Re­ge­lun­gen nicht aus­reich­ten.

Die Ver­hand­lun­gen, in de­nen es auch um die Zahl der Leih­ar­bei­ter ging, sei­en ge­schei­tert.

Laut den vom Vor­stand be­schlos­se­nen Grund­sät­zen sol­len die von Daim­ler be­auf­trag­ten Fir­men sich künf­tig nicht nur an Stan­dards für Ar­beits- und Ge­sund­heits­schutz hal­ten. Sie sol­len sich auch nach den Lohn­un­ter­gren­zen in dem je­weils für ih­re Bran­che gel­ten­den Ta­rif­ver­trag rich­ten.

Au­ßer­dem müs­sen sie Zeit­ar­bei­tern, die über Werk­ver­trä­ge bei Daim­ler be­schäf­tigt wer­den, künf­tig auch die Zu­schlä­ge der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie zah­len. Die Ein­hal­tung soll in Stich­pro­ben über­prüft wer­den.

Der Ar­beit­neh­mer­sei­te ge­hen die Stan­dards nicht weit ge­nug: Der Be­triebs­rat hat­te ge­for­dert, dass die Ta­rif­ver­trä­ge um­fas­send auch auf die Be­schäf­tig­ten in Werk­ver­trä­gen an­ge­wandt wer­den, nicht nur die Lohn­un­ter­gren­zen.

Au­ßer­dem wol­len die Ar­beit­neh­mer bei der Ver­ga­be der Ver­trä­ge mit­re­den. Im Bun­des­rat war im Sep­tem­ber ein Ge­set­zes­an­trag be­schlos­sen wor­den, der Be­triebs­rä­ten mehr Mit­be­stim­mungs­rech­te bei Werk­ver­trä­gen ein­räu­men soll.

Au­to­her­stel­ler wie Daim­ler ver­ge­ben Werk­ver­trä­ge, die nicht zum Kern­ge­schäft ge­hö­ren. Da­zu ge­hö­ren Rei­ni­gungs­ar­bei­ten, aber auch Auf­ga­ben in der Lo­gis­tik oder in der Kan­ti­ne. Da nur Ar­beits­auf­trä­ge ver­ge­ben wer­den, ist schwer zu sa­gen, wie vie­le Be­schäf­tig­te in sol­chen Ver­trä­gen bei Daim­ler ar­bei­ten.

Laut Be­triebs­rat be­läuft sich die Zahl in der Zen­tra­le auf 1900 bei ei­ner Be­leg­schaft von 12 000. Bun­des­weit be­schäf­tigt Daim­ler 168 000 Mit­ar­bei­ter.

Die In­dus­trie ar­gu­men­tiert, sich durch sol­che Werk­ver­trä­ge Fle­xi­bi­li­tät in schlech­ten Zei­ten zu er­hal­ten. Werk­ver­trä­ge sei­en seit Jahr­zehn­ten In­stru­men­te für den Er­folg der deut­schen Wirt­schaft, sag­te Porth.

Der schwä­bi­sche Au­to­her­stel­ler war al­ler­dings in die Kri­tik ge­ra­ten, weil er nach Re­cher­chen des SWR über Werk­ver­trä­ge an den Fließ­bän­dern Men­schen be­schäf­ti­gen soll, die ihr Ge­halt mit Hartz IV auf­sto­cken müss­ten. Daim­ler hat­te der Dar­stel­lung des Sen­ders wi­der­spro­chen.

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Letzte Überarbeitung: 19. September 2016

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