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"Düs­sel­dor­fer Ta­bel­le": Mehr für Zah­ler, Null­run­de für Kin­der

Un­ter­halts­pflich­ti­ge dür­fen ab kom­men­dem Jahr mehr Geld für sich be­hal­ten: Das Nach­se­hen ha­ben Mil­lio­nen Tren­nungs­kin­der - und die öf­fent­li­chen Kas­sen
Mann und Frau mit Kinderwagen Was re­gelt die "Düs­sel­dor­fer Ta­bel­le"?

05.12.2014. (dpa) - Wer nach ei­ner Tren­nung Un­ter­halt zah­len muss, darf ab kom­men­dem Jahr mehr Geld für sich be­hal­ten - für die Tren­nungs­kin­der gibt es ei­ne Null­run­de oder so­gar Ein­bu­ßen.

Mit der neu­en "Düs­sel­dor­fer Ta­bel­le" steigt ab Jah­res­be­ginn 2015 der so­ge­nann­te Selbst­be­halt für Er­werbs­tä­ti­ge von 1000 auf 1080 Eu­ro im Mo­nat, teil­te das Düs­sel­dor­fer Ober­lan­des­ge­richt am Don­ners­tag mit.

"Wenn an meh­re­re Be­rech­tig­te ge­zahlt wer­den muss, kön­nen Kin­der auch we­ni­ger Un­ter­halt be­kom­men", sag­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Jür­gen Soy­ka. Dies sei der Fall, wenn die Sum­me der Un­ter­halts­an­sprü­che den Selbst­be­halt des zah­len­den El­tern­teils über­stei­gen wür­de.

Für Nicht-Er­werbs­tä­ti­ge steigt der Selbst­be­halt von 800 auf 880 Eu­ro. Im Ein­zel­fall ist der Selbst­be­halt wei­ter nach oben stei­ger­bar, et­wa beim Nach­weis, dass für den vor­ge­se­he­nen Miet­satz kei­ne Woh­nung zu fin­den ist.

Die öf­fent­li­chen Kas­sen wer­den durch die An­he­bung stär­ker be­las­tet: Wenn das Exis­tenz­mi­ni­mum der Kin­der be­rührt ist, muss die Lü­cke von Job­cen­tern, So­zi­al­äm­tern oder Un­ter­halts-Vor­schuss­kas­se aus­ge­gli­chen wer­den.

Die An­he­bung des Selbst­be­halts sei er­for­der­lich, weil der Hartz-IV-Re­gel­satz zum Jah­res­wech­sel an­ge­ho­ben wird, so das Ge­richt. Da­mit soll ver­mie­den wer­den, dass Un­ter­halts­pflich­ti­ge in den un­te­ren Ein­kom­mens­klas­sen zu Hartz-IV-Emp­fän­gern wer­den. Au­ßer­dem soll ih­nen ein Ar­beits­an­reiz er­hal­ten blei­ben.

Die Un­ter­halts­sät­ze der Kin­der blei­ben zu­nächst un­ver­än­dert, weil sie sich am steu­er­li­chen Kin­der­frei­be­trag ori­en­tie­ren, der von der Bun­des­re­gie­rung im Ge­gen­satz zum Hartz-IV-Re­gel­satz nicht an­ge­passt wur­de. Das sei zwei­fel­los "un­schön", be­fan­den die Fa­mi­li­en­rich­ter. Die Jus­tiz ha­be aber kei­nen Spiel­raum, dies an­ders zu hand­ha­ben.

Im­mer­hin zeich­ne sich ei­ne An­he­bung des Kin­der­frei­be­tra­ges im Lau­fe des kom­men­den Jah­res ab. In dem Fall wer­de auch die "Düs­sel­dor­fer Ta­bel­le" er­neut an­ge­passt.

Nicht nur Tren­nungs­kin­der sind von der neu­en Ta­bel­le be­trof­fen, auch Ex-Part­ner und die El­tern ei­nes Un­ter­halts­pflich­ti­gen, wenn et­wa de­ren Pfle­ge­heim­kos­ten die Ren­te über­stei­gen: Bei den Un­ter­halts­pflich­ten für die ei­ge­nen El­tern er­höht sich der Selbst­be­halt zum Jah­res­wech­sel von 1600 Eu­ro auf 1800 Eu­ro im Mo­nat.

Die "Düs­sel­dor­fer Ta­bel­le" wird in Ab­stim­mung mit den üb­ri­gen Ober­lan­des­ge­rich­ten und dem Deut­schen Fa­mi­li­en­ge­richts­tag her­aus­ge­ge­ben. Sie re­gelt bun­des­weit die Un­ter­halts­an­sprü­che ab­hän­gig vom Ein­kom­men für Mil­lio­nen Tren­nungs­kin­der. In Deutsch­land gab es vor zwei Jah­ren knapp drei Mil­lio­nen min­der­jäh­ri­ge Tren­nungs­kin­der. Hin­zu kom­men die un­ter­halts­be­rech­tig­ten voll­jäh­ri­gen Kin­der.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 1. Januar 2015

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