HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/371

Durch­bruch bei Kar­stadt-Ta­rif­ver­hand­lun­gen - Be­schäf­ti­gungs­ga­ran­tie

Kar­stadt war lan­ge in der Kri­se, doch es geht wie­der auf­wärts: Da­von pro­fi­tie­ren nun auch die Be­schäf­tig­ten
Einzelhandel, Kassiererin im Supermarkt Wor­auf ei­nig­ten sich Kar­stadt und Ver­di?

05.12.2016. (dpa) - Mit­ten im wich­ti­gen Weih­nachts­ge­schäft ist für die Be­schäf­tig­ten der Wa­ren­haus­ket­te Kar­stadt nach schwie­ri­gen Ta­rif­ver­hand­lun­gen ein Durch­bruch er­zielt wor­den.

Kar­stadt und die Ge­werk­schaft Ver­di ei­nig­ten sich am Frei­tag in Frank­furt am Main un­ter an­de­rem auf ei­ne lang­jäh­ri­ge Stand­ort- und Be­schäf­ti­gungs­si­che­rung, Mo­da­li­tä­ten für die Zah­lung von Weih­nachts- und Ur­laubs­geld so­wie Re­ge­lun­gen zu künf­ti­gen Ent­gelt­stei­ge­run­gen.

Kar­stadt war in ei­ner schwe­ren Kri­se und hat­te im Mai 2013 im Zu­ge des­sen die Ta­rif­bin­dung ver­las­sen.

Das Un­ter­neh­men ist aber seit ei­ni­gen Mo­na­ten wie­der auf Er­ho­lungs­kurs. Das Un­ter­neh­men selbst be­zog sich in ei­ner Mit­tei­lung zu den Ta­rif-Eck­punk­ten auf den "Er­folg der in­ten­si­ven Mo­der­ni­sie­rung der letz­ten zwei Ge­schäfts­jah­re". Der end­gül­ti­ge Text des neu­en Ta­rif­ver­tra­ges sol­le in den nächs­ten Wo­chen aus­for­mu­liert wer­den, teil­te Ver­di mit.

Die Stand­ort- und Be­schäf­ti­gungs­ga­ran­tie soll der Ge­werk­schaft zu­fol­ge für al­le 78 Fi­lia­len und da­mit für mehr als 15.000 Be­schäf­tig­te gel­ten. Ziel der Ver­ein­ba­rung sei die voll­stän­di­ge Rück­kehr in die Ta­rif­bin­dung spä­tes­tens im Jahr 2021, er­klär­te Kar­stadt.

"Wich­tig ist, dass nun so­wohl Klar­heit für un­se­re Mit­ar­bei­ter über un­se­ren Ta­rif­weg be­steht, als auch die­se Ver­ein­ba­rung auf ta­rif­li­cher Ebe­ne die wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit von Kar­stadt be­rück­sich­tigt", teil­te Kar­stadt-Ar­beits­di­rek­tor Mi­guel Müllen­bach mit.

"Es ist gut, dass die Ta­rif­bin­dung wie­der her­ge­stellt wird. Es ist wich­tig, dass Kar­stadt jetzt ak­tiv die Zu­kunft des Wa­ren­hau­ses ge­stal­tet", sag­te Ver­di-Bun­des­vor­stands­mit­glied Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger. Da­für brau­che es die not­wen­di­gen In­ves­ti­tio­nen und aus­rei­chend Per­so­nal. Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Bern­hard Schie­de­rig sprach von ei­nem "gro­ßen Er­folg" nach Jah­ren der Un­ge­wiss­heit.

Kar­stadt war auch we­gen der Plei­te des Mut­ter­kon­zerns Ar­can­dor 2010 in ei­ne Kri­se ge­stürzt und schrieb ro­te Zah­len. Die Fol­gen wa­ren Per­so­nal­ab­bau und Fi­li­al­schlie­ßun­gen. Im Jah­re 2014 wur­de die Wa­ren­haus­ket­te vom ös­ter­rei­chi­schen Un­ter­neh­men Si­gna über­nom­men. Im Zu­ge sei­ner Sa­nie­rung hat­te Kar­stadt-Chef Fan­derl das Un­ter­neh­men um­ge­krem­pelt. So wur­de der La­ger­be­stand re­du­ziert, die Mar­gen wur­den hö­her.

Be­reits En­de Ok­to­ber hat­te Kar­stadt mit­ge­teilt, an­ge­sichts ei­ner po­si­ti­ven Ge­schäfts­ent­wick­lung den bun­des­weit rund 14.000 Mit­ar­bei­tern nun doch ein Weih­nachts­geld zu zah­len. Dies war im Sa­nie­rungs­plan ur­sprüng­lich nicht vor­ge­se­hen. Das En­de Sep­tem­ber ab­ge­schlos­se­ne Ge­schäfts­jahr 2015/2016 sei ein "wei­te­res an­spruchs­vol­les Jahr im Zei­chen des Ver­än­de­rungs­pro­gramms" ge­we­sen, hieß es in ei­nem Schrei­ben von Fan­derl. Kar­stadt ha­be aber die Er­trä­ge wei­ter sta­bi­li­siert, die Kos­ten re­du­ziert und so ins­ge­samt ei­ne gu­te Ent­wick­lung hin­ge­legt.

Auch an­de­re Wa­ren­haus­ket­ten ste­hen un­ter Druck. Als Grün­de gel­ten Bil­lig­ket­ten und Tex­til­dis­coun­ter, aber auch Shop­ping-Cen­ter und her­stell­er­ei­ge­ne Lä­den so­wie der zu­neh­men­de On­line-Han­del.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 13. Oktober 2017

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de