HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/053

Ei­ni­gung bei Me­tall-Ta­rif­ver­hand­lun­gen - 3,4 Pro­zent mehr Geld

Beim Ent­gelt kann die IG Me­tall nach den Ta­rif­ver­hand­lun­gen ein deut­li­ches Re­al­lohn­plus auf der Ha­ben­sei­te ver­bu­chen: Die Me­tall-Ar­beit­ge­ber freu­en sich da­ge­gen dar­über, dass sie An­sprü­che auf ge­för­der­te Wei­ter­bil­dung ab­schmet­tern konn­ten
Handschlag Playmobil Wie sieht der Kom­pro­miss aus?

24.02.2015. (dpa) - Die 3,7 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten der deut­schen Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie be­kom­men vom 1. April 2015 an 3,4 Pro­zent mehr Geld.

In dem Pi­lot­ab­schluss ist zu­dem ei­ne Ein­mal­zah­lung von 150 Eu­ro im März vor­ge­se­hen.

Über­dies ei­nig­ten sich die Me­tall-Ta­rif­par­tei­en am Diens­tag­mor­gen in Böb­lin­gen bei Stutt­gart auf ei­nen Ein­stieg in ei­ne be­zu­schuss­te Wei­ter­bil­dungs­teil­zeit und ei­ne at­trak­ti­ve­re fi­nan­zi­el­le Aus­stat­tung der Al­ters­teil­zeit für un­te­re Ent­gelt­grup­pen.

IG-Me­tall-Be­zirks­lei­ter Ro­man Zit­zels­ber­ger be­ton­te, der Ab­schluss sor­ge da­für, dass die Me­tal­ler re­al mehr Geld in der Ta­sche hät­ten. Ar­beit­ge­ber-Chef Ste­fan Wolf sag­te: "Für vie­le Be­trie­be geht der Ab­schluss schmerz­haft an die Be­las­tungs­gren­ze."

Die Ge­werk­schaft hat­te 5,5 Pro­zent mehr Geld ge­for­dert. Süd­west­me­tall bot ur­sprüng­lich 2,2 Pro­zent mehr Lohn und Ge­halt. Zu­dem woll­te der Ver­band die bis­he­ri­ge Al­ters­teil­zeit­quo­te von vier Pro­zent der Be­leg­schaft hal­bie­ren. Dies wehr­te die IG Me­tall ab und setz­te durch, dass die Be­zie­her ge­rin­ger Ein­kom­men künf­tig rund 90 Pro­zent ih­res bis­he­ri­gen Net­to­lohns wäh­rend der Al­ters­teil­zeit er­hal­ten.

Die For­de­rung nach ei­ner von den Ar­beit­ge­bern be­zu­schuss­ten Wei­ter­bil­dungs­teil­zeit wird in­so­weit rea­li­siert, dass die Be­trie­be mit Mit­teln aus der Al­ters­teil­zeit Wei­ter­bil­dungs­wil­li­ge un­ter­stüt­zen kön­nen. Die Ar­beit­ge­ber wer­te­ten es als Er­folg, dass sie die von der Ge­werk­schaft ver­lang­ten An­sprü­che der Be­schäf­tig­ten auf Zu­schüs­se für ih­re Wei­ter­bil­dung un­ter­bin­den konn­ten. Zu­dem muss für ei­ne fi­nan­zi­el­le För­de­rung mit­tel­fris­tig ein Be­darf für die zu er­wer­ben­de Qua­li­fi­zie­rung be­ste­hen. Die IG Me­tall sprach von ei­nem ers­ten Schritt zu ei­ner ge­för­der­ten Wei­ter­bil­dungs­teil­zeit.

Al­ler­dings emp­feh­len Ge­samt­me­tall und IG-Me­tall-Vor­stand den Kom­pro­miss bei der Wei­ter­bil­dung nicht zur Über­nah­me in den an­de­ren Ta­rif­be­zir­ken. Der in Nord­rhein-West­fa­len er­ziel­te Ver­hand­lungs­stand sol­le Grund­la­ge für an­de­re Ta­rif­ge­bie­te sein. Die Re­ge­lun­gen im Süd­wes­ten wa­ren bis­lang die weit­ge­hends­ten mit ei­nem An­spruch auf per­sön­li­che Wei­ter­bil­dung. Für das Ent­gelt läuft der Ta­rif­ver­trag bis 31. März 2016. Er soll wie die Al­ters­teil­zeit­re­ge­lung auf die an­de­ren Be­zir­ken über­tra­gen wer­den.

Die IG Me­tall hat­te mit ei­ner Warn­streik­wel­le Druck auf die Ar­beit­ge­ber aus­ge­übt. An den Ar­beits­nie­der­le­gun­gen nah­men seit En­de Ja­nu­ar bun­des­weit rund 850 000 Me­tal­ler aus rund 3800 Be­trie­ben teil.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de