HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 13/260

Ein­zel­han­del: Ver­di kün­digt hei­ßen Herbst an

Seit Ju­ni kommt es im Ein­zel­han­del in Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen im­mer wie­der zu Warn­streiks: Doch die Fron­ten zwi­schen Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaft blei­ben ver­här­tet. Ver­di droht mit ei­nem hei­ßen Herbst - die Ar­beit­ge­ber re­agie­ren ge­las­sen
Ge­hen im Herbst die Streiks wei­ter?

05.09.2013. (dpa) - Im Ta­rif­kon­flikt des Ein­zel­han­dels in Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen sind die Fron­ten wei­ter ver­här­tet.

Mit­ar­bei­ter ei­ner Dres­de­ner Markt­kauf-Fi­lia­le leg­ten am Mitt­woch zum vor­läu­fig letz­ten Mal die Ar­beit nie­der.

In die­ser Wo­che sei­en ins­ge­samt kei­ne wei­te­ren Warn­streiks ge­plant, sag­te der Ver­hand­lungs­füh­rer der Ge­werk­schaft Ver­di, Jörg Lau­en­roth-Ma­go.

Von ei­ner Aus­set­zung des Ar­beits­kamp­fes kön­ne je­doch kei­ne Re­de sein.

Er warf den Ar­beit­ge­bern Blo­cka­de­hal­tung vor und kün­dig­te ei­nen "hei­ßen Herbst" an. Die Ar­beit­ge­ber­sei­te wies die Vor­wür­fe als "Un­sinn" zu­rück.

"Hier wird ein Hor­ror­sze­na­rio ver­brei­tet", sag­te Eber­hard Lu­cas, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Han­dels­ver­ban­des Sach­sen und des Han­dels­ver­ban­des Mit­tel­deutsch­land. Die Ge­werk­schaft selbst ha­be die "Axt an die Ta­rif­po­li­tik ge­legt", weil sie sich ei­ner Struk­tur­re­form des Ta­rif­ver­tra­ges wi­der­set­ze und zu­nächst nur über ei­ne Er­hö­hung der Be­zü­ge ver­han­deln wol­le.

Ver­di for­dert für die 265 000 Be­schäf­tig­ten rück­wir­kend zum 1. Ju­ni ei­nen Eu­ro mehr pro St­un­de und ei­ne hö­he­re Aus­bil­dungs­ver­gü­tung. Der Han­dels­ver­band hat­te ei­ne An­he­bung der Löh­ne und Ge­häl­ter zum 1. Sep­tem­ber um 2,5 Pro­zent und in ei­nem zwei­ten Schritt zum 1. Ju­ni 2014 um 1,5 Pro­zent an­ge­bo­ten, was Ver­di ab­lehnt.

"Ei­ne Er­hö­hung soll es nach dem Wil­len der Ar­beit­ge­ber nur ge­ben, wenn gleich­zei­tig Ver­schlech­te­run­gen ver­ein­bart wer­den", sag­te Lau­en­roth-Ma­go und ver­wies et­wa auf den Weg­fall von Zu­schlä­gen für Nacht­ar­beit. Es kön­ne aber nicht sein, dass die Ar­beit­neh­mer ih­re Lohn­er­hö­hun­gen selbst fi­nan­zie­ren.

Lu­cas ar­gu­men­tier­te, dass es den Ar­beit­ge­bern um die Ein­füh­rung ei­ner neu­en Ta­rif­grup­pe für die so­ge­nann­ten "Re­ga­lauf­fül­ler", die in den frü­hen Mor­gen­stun­den tä­tig sei­en, ge­he. Die­se soll­ten in der Tat kei­ne Zu­schlä­ge für die nächt­li­che Tä­tig­keit er­hal­ten, aber mit über 8,50 pro St­un­de im­mer noch mehr als den ge­for­der­ten staat­li­chen Min­dest­lohn er­hal­ten. Au­ßer­dem sol­le die Re­ge­lung nur bei Neu­ein­stel­lun­gen gel­ten. "Nie­man­dem wird et­was weg­ge­nom­men", sag­te Lu­cas. Von ei­ner "Bil­lig­l­ohn­grup­pe" kön­ne nicht die Re­de sein.

Den Ver­lauf des schon seit Ju­ni an­dau­ern­den Ar­beits­kamp­fes be­ur­teil­te Lu­cas ge­las­sen. "Bis­her sind die Un­ter­neh­men kaum da­von be­las­tet." Die nächs­te Ver­hand­lungs­ru­ne er­war­tet er Mit­te Ok­to­ber. "Vor der Bun­des­tags­wahl hat das oh­ne­hin kei­nen Zweck", sag­te er.

Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Lau­en­roth-Ma­go will den Druck da­ge­gen wei­ter er­hö­hen. "Soll­ten die Ar­beit­ge­ber ih­re Blo­cka­de­hal­tung bei­be­hal­ten, kann man im Ein­zel­han­del von ei­nem hei­ßen Herbst aus­ge­hen, auch bun­des­weit", kün­dig­te er an. Man be­rei­te be­reits die nächs­ten Warn­streiks vor. Wann und wo sie statt­fin­den sol­len, ließ er of­fen. Den bis­he­ri­gen Ver­lauf des Ar­beits­kamp­fes bi­lan­zier­te Lau­en­roth-Ma­go po­si­tiv, da im­mer mehr Be­trie­be hin­zu­ge­kom­men sei­en. "Ich ge­he da­von aus, dass wir mit län­ge­rer Dau­er stär­ker wer­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 17. Dezember 2013

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de