HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/145

Kein Er­geb­nis in Post-Ta­rif­kon­flikt - Ver­di macht ei­ge­nes An­ge­bot

Es ist ein un­ge­wöhn­li­cher Schach­zug von Ver­di: Die Ge­werk­schaft legt im Ta­rif­kon­flikt der Post ein­fach selbst ein An­ge­bot vor. Doch es sieht nicht so aus, als kön­ne das den Streit lö­sen
Plausch am Postschalter Wie sieht das neue An­ge­bot aus?

03.06.2015. (dpa) - Im Ta­rif­kon­flikt für rund 140 000 Be­schäf­tig­te der Deut­schen Post hat die Ge­werk­schaft Ver­di den Spieß um­ge­dreht.

Sie leg­te der Post am Diens­tag ein ei­ge­nes An­ge­bot vor und räum­te ihr ei­ne Er­klä­rungs­frist bis Don­ners­tag ein.

Die Ar­beit­ge­ber zeig­ten sich skep­tisch und wer­te­ten den Vor­schlag nach ers­ter Durch­sicht als teil­wei­sen Rück­schritt.

Soll­te die Post nicht zu­stim­men, könn­te es un­be­fris­te­te Streiks ge­ben.

Ver­di will mit dem An­ge­bot er­rei­chen, dass die 49 re­gio­na­len Ge­sell­schaf­ten für die Pa­ket­zu­stel­lung in den Haus­ta­rif­ver­trag zu­rück­keh­ren. In den aus­ge­glie­der­ten Ge­sell­schaf­ten ar­bei­ten heu­te nach An­ga­ben der Post be­reits mehr als 6000 Men­schen. Be­zahlt wer­den sie nach dem in der Re­gel nied­ri­ge­ren Ta­rif des Spe­di­ti­ons- und Lo­gis­tik­ge­wer­bes. Auch die­ser Ta­rif­ver­trag sei aber mit Ver­di aus­ge­han­delt, be­ton­te Post-Per­so­nal­vor­stand Me­la­nie Kreis.

Im Ge­gen­zug zur Rück­kehr in den Haus­ta­rif­ver­trag wür­de die Ge­werk­schaft für 2015 auf ei­ne li­nea­re Ein­kom­mens­er­hö­hung ver­zich­ten. Statt­des­sen will sie ei­ne Ein­mal­zah­lung von 500 Eu­ro er­rei­chen. Zum 1. Au­gust 2016 wür­den die Ent­gel­te nach Ver­di-Vor­schlag dann um 2,7 Pro­zent an­ge­ho­ben. Der Ta­rif­ver­trag mit ei­ner Lauf­zeit von 27 Mo­na­ten be­inhal­tet auch, dass neu ein­ge­stell­te Be­schäf­tig­te län­ger in ei­ner Ge­halts­stu­fe blei­ben, be­vor sie auf­stei­gen. Den Be­schäf­tig­ten sei Si­cher­heit für die Zu­kunft wich­ti­ger als ei­ne Ein­kom­mens­er­hö­hung, sag­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­re­rin An­drea Koc­sis.

Die Post be­zeich­ne­te den Ver­di-Vor­schlag als «Mo­gel­pa­ckung». Das Un­ter­neh­men ha­be ein struk­tu­rel­les Pro­blem, weil die Löh­ne dop­pelt so hoch sei­en, wie bei den Wett­be­wer­bern, er­klär­te Kreis. Im Schnitt wür­den St­un­den­löh­ne von 17,70 Eu­ro ge­zahlt. Das ge­fähr­de die Zu­kunft des Un­ter­neh­mens. Das An­ge­bot der Ge­werk­schaft kön­ne zwar kurz­fris­tig wir­ken, lö­se das Pro­blem aber nicht. Und es be­deu­te trotz­dem Mehr­be­las­tun­gen von 250 Mil­lio­nen Eu­ro.

Koc­sis be­ton­te, das vor­ge­schla­ge­ne Pa­ket sei "in der Fra­ge des Ent­gel­tes sehr schmerz­haft". Oh­ne ei­ne Rück­kehr der aus­ge­glie­der­ten Ge­sell­schaf­ten un­ter das Dach der Post wer­de es aber kei­nen Frie­den im Be­trieb ge­ben. Am Mitt­woch will die Ta­rif­kom­mis­si­on dar­über be­ra­ten, was pas­siert, wenn die Post das An­ge­bot nicht an­nimmt. "Wir sind in der La­ge, den Ar­beits­kampf deut­lich aus­zu­wei­ten", droh­te Koc­sis.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de