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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/258

Ers­ter Warn­streik an ka­tho­li­schem Kli­ni­kum

Am heu­ti­gen Mitt­woch um 6:00 Uhr star­te­te der nach Ge­werk­schafts­an­ga­ben bun­des­weit ers­te Warn­streik an ei­nem ka­tho­li­schen Kli­ni­kum.
Gesetzestext mit darauf liegendem Holzkreuz

11.10.2017. (dpa/wie) - An der Ma­ri­en­haus­kli­nik in Ott­wei­ler im Saar­land ha­ben rund 50 Be­schäf­tig­te heu­te um 6:00 Uhr mor­gens ih­re Ar­bei­ten nie­der­ge­legt. Der Aus­stand ist für 24 St­un­den ge­plant.

Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di hat­te nach ei­ge­nen An­ga­ben zum bun­des­weit ers­ten Warn­streik an ei­nem ka­tho­li­schen Kli­ni­kum auf­ge­ru­fen. Ziel des Ar­beits­kampfs ist die Durch­set­zung ei­nes Ta­rif­ver­trags, um für mehr Ent­las­tung der Be­schäf­tig­ten zu sor­gen.

Kli­nik­spre­cher He­ri­bert Frie­ling hält die­ses Vor­ge­hen für il­le­gal. Kirch­li­che Ein­rich­tun­gen schlös­sen ge­ne­rell kei­ne Ta­rif­ver­trä­ge mit Ge­werk­schaf­ten, er­klär­te er am Diens­tag. Frie­ling ver­wies da­zu auf den so­ge­nann­ten Drit­ten Weg, bei dem Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer un­ter Ein­bin­dung der Ge­werk­schaft in ei­ner pa­ri­tä­tisch be­setz­ten Kom­mis­si­on ver­han­deln. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat 2012 ent­schie­den, dass in dem Fall nicht zum Streik auf­ge­ru­fen wer­den darf (An­mer­kung: BAG, Ur­teil vom 20.11.2012, 1 AZR 179/11 - mehr zu die­sem The­ma un­ter Ar­beits­recht ak­tu­ell: 12/360 Streiks in kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen auch bei An­wen­dung des drit­ten Wegs und Ar­beits­recht ak­tu­ell: 15/249 Ar­beits­recht­li­cher Son­der­weg der Kir­chen bleibt).

Ver.di hat sich bis­lang je­doch ge­wei­gert, an ei­ner sol­chen Kom­mis­si­on teil­zu­neh­men. Dies wä­ren "kei­ne Ver­hand­lung auf Au­gen­hö­he", so Ge­werk­schafts­se­kre­tär Mi­cha­el Quet­ting. Man kön­ne in ei­ner sol­chen Kom­mis­si­on nichts durch­set­zen.

Der Kli­nik­spre­cher warf der Ge­werk­schaft je­doch vor, "den gan­zen Drit­ten Weg aus­he­beln" zu wol­len. Man wä­re sich ei­gent­lich ei­nig, dass die Mit­ar­bei­ter ent­las­tet wer­den müss­ten.

Der Ma­ri­en­haus­kli­nik zu­fol­ge sei die Ver­sor­gung der Pa­ti­en­ten wäh­rend des Streiks ge­währ­leis­tet. Ver.di teil­te mit, dass le­dig­lich zehn bis 20 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten am Aus­stand teil­neh­men, da­mit es nicht zu Eng­päs­sen kommt.


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Letzte Überarbeitung: 11. Oktober 2017

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