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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/097

Fach­kräf­te­man­gel in Ber­lin spitzt sich zu

Ei­ner Stu­die der IHK zu­fol­ge hat sich der Fach­kräf­te­man­gel in Ber­lin 2018 wei­ter zu­ge­spitzt und auch für die Fol­ge­jah­re fällt die Pro­gno­se düs­ter aus
Gruppe von Arbeitnehmern, Ärztin, Architekt

23.04.2019. (dpa/fle) - Der Fach­kräf­te­man­gel in Ber­lin ver­schärft sich. Ei­ner neu­en Stu­die zu­fol­ge stieg die Fach­kräf­te­lü­cke von 121.000 im Jahr 2018 auf 141.000 in die­sem Jahr.

Für 2030 wird so­gar ei­ne Lü­cke von 232.000 qua­li­fi­zier­ten Be­schäf­tig­ten pro­gnos­ti­ziert, die in Un­ter­neh­men ge­braucht wer­den, aber nicht zur Ver­fü­gung ste­hen.

Das geht aus dem neu­en Fach­kräf­te­mo­ni­tor der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Ber­lin her­vor.

Dem­nach wird das An­ge­bot an Fach­kräf­ten in Ber­lin in der nächs­ten De­ka­de deut­lich sin­ken. 2030 wer­den dem Ar­beits­markt der Pro­gno­se zu­fol­ge rund 303.000 we­ni­ger Fach­leu­te zur Ver­fü­gung ste­hen als heu­te. Die La­ge ver­schärft sich vor­aus­sicht­lich ins­be­son­de­re ab 2025 - mit dem Ren­ten­ein­tritt der so­ge­nann­ten Ba­by­boo­mer.

Zu der am stärks­ten be­trof­fe­nen Bran­che - 2019 eben­so wie 2030 - zählt laut Fach­kräf­te­mo­ni­tor die Dienst­leis­tungs­sek­tor. Be­son­de­re Lü­cken tun sich dem­nach in Bü­ro- und Se­kre­ta­ri­ats­be­ru­fen, bei Er­zie­hern, in so­zia­len und haus­wirt­schaft­li­chen Be­ru­fen und der Theo­lo­gie auf. Vom Fach­kräf­te­man­gel stark be­trof­fen sind zu­dem Be­ru­fe in der Un­ter­neh­mens­or­ga­ni­sa­ti­on und im Per­so­nal­we­sen.

Auch in der re­gel­mä­ßig er­ho­be­nen IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge macht sich der Fach­kräf­te­man­gel im­mer stär­ker be­merk­bar. Bei der Fra­ge nach den Ri­si­ken für ih­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung stieg der An­teil der Un­ter­neh­men, die den Fach­kräf­te­man­gel nen­nen, in den letz­ten Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich. "Mitt­ler­wei­le stellt der Fach­kräf­te­man­gel für die Ber­li­ner Un­ter­neh­men das größ­te wirt­schaft­li­che Ri­si­ko dar", warnt die IHK.

"Wir müs­sen uns al­so al­le auf schwie­ri­ge Zei­ten ein­stel­len", sag­te Kam­mer­prä­si­den­tin Bea­tri­ce Kramm mit Blick auf die neue Ana­ly­se. "Si­cher­lich wird uns die Di­gi­ta­li­sie­rung ein Stück weit in die Hän­de spie­len, weil ei­ni­ge Be­dar­fe durch sie ge­mil­dert wer­den." Den­noch wer­de der Fach­kräf­te­be­darf das An­ge­bot künf­tig deut­lich über­stei­gen.

"Be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men kann man nur ra­ten, früh­zei­tig ak­tiv zu wer­den, bei­spiels­wei­se in­dem sie recht­zei­tig in Aus- und Wei­ter­bil­dung in­ves­tie­ren", so Kramm. Die Pro­gno­sen be­leg­ten aber auch Hand­lungs­be­darf der Po­li­tik. "Sie muss die Rah­men­be­din­gun­gen für ei­ne bes­se­re Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf ver­bes­sern. Da­zu ge­hö­ren zum Bei­spiel aus­rei­chend gut aus­ge­stat­te­te Ki­tas mit fle­xi­blen Öff­nungs­zei­ten."

Die FDP-Frak­ti­on warb da­für, die At­trak­ti­vi­tät der Be­ru­fe zu stei­gern. Der ar­beits­markt­po­li­ti­sche Spre­cher der Frak­ti­on, Flo­ri­an Swy­ter, sag­te: "Ne­ben ver­bes­ser­ten Ar­beits­be­din­gun­gen wie Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf muss auch die Wert­schät­zung der ver­schie­de­nen Be­rufs­grup­pen mehr in den Vor­der­grund ge­rückt wer­den. Da­zu ge­hört, dass der Ber­li­ner Se­nat end­lich mit ei­ner ver­stärk­ten Kam­pa­gne da­für zu sor­gen hat, di­rekt für Hand­werks- und So­zi­al­be­ru­fe oder auch das Per­so­nal­we­sen zu wer­ben."

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Letzte Überarbeitung: 23. April 2019

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