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15/056a Fe­bru­ar-Ar­beits­lo­sig­keit auf Re­kord­tief - 3,017 Mil­lio­nen oh­ne Job

Schon die Ja­nu­ar-Zah­len wa­ren viel­ver­spre­chend. Im Fe­bru­ar hat sich die gu­te Ent­wick­lung auf dem Ar­beits­markt fort­ge­setzt: In Deutsch­land sind so we­ni­ge Men­schen oh­ne Stel­le wie schon lan­ge nicht mehr in die­sem Mo­nat. Doch nicht al­le Job­su­cher pro­fi­tie­ren da­von
Zwei Männchen mit Euro Wor­auf ist der über­ra­schen­de Rück­gang zu­rück­zu­füh­ren?

27.02.2015. (dpa) - Die wie­der er­star­ken­de Kon­junk­tur und das ver­gleichs­wei­se mil­de Win­ter­wet­ter ha­ben die Fe­bru­ar-Ar­beits­lo­sig­keit auf ein neu­es Re­kord­tief sin­ken las­sen.

Mit 3,017 Mil­lio­nen rutsch­te die Zahl der Er­werbs­lo­sen zum Win­te­r­en­de auf den nied­rigs­ten Fe­bru­ar­stand seit 24 Jah­ren, wie die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) am Don­ners­tag in Nürn­berg mit­teil­te.

Da­mit sind 15 000 Men­schen we­ni­ger auf Job­su­che als im Ja­nu­ar und 121 000 we­ni­ger als vor ei­nem Jahr.

Die Ar­beits­lo­sen­quo­te ging um 0,1 Punk­te auf 6,9 Pro­zent zu­rück.

BA-Vor­stands­chef Frank-Jür­gen Wei­se führt den über­ra­schen­den Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit im Fe­bru­ar un­ter an­de­rem auf den ge­wach­se­nen Op­ti­mis­mus in vie­len Un­ter­neh­men zu­rück. Vie­le Fir­men­chefs rech­ne­ten für die kom­men­den Mo­na­te mit ei­ner gu­ten Auf­trags­la­ge und hät­ten dar­auf mit Neu­ein­stel­lun­gen re­agiert. "Da­mit geht auch ei­ne leich­te Ab­nah­me der Ar­beits­lo­sig­keit ein­her", sag­te Wei­se. Zu­dem ha­be der mil­de Win­ter die bei Frost und Schnee üb­li­chen Ent­las­sun­gen et­wa auf dem Bau oder in der Land­wirt­schaft ver­hin­dert.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) zeig­te sich zu­frie­den über die ak­tu­el­le Ent­wick­lung und sprach von "grund­so­li­den Zah­len". Die an­hal­tend "kräf­ti­ge, ro­bus­te Ent­wick­lung auf dem Ar­beits­markt" er­mög­li­che es auch, dass der seit Ja­nu­ar gel­ten­de Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro pro St­un­de gut grei­fen kön­ne, füg­te sie hin­zu.

Die Bun­des­agen­tur er­war­tet der­weil als Fol­ge der neu­en Min­dest­lohn­re­ge­lung Ein­spa­run­gen in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he. Nach vor­läu­fi­gen Be­rech­nun­gen sei bei den Aus­ga­ben für al­lein­le­ben­de Hartz IV-Emp­fän­ger mit ei­ner Voll­zeit­stel­le jähr­lich mit 600 Mil­lio­nen bis 900 Mil­lio­nen Eu­ro we­ni­ger zu rech­nen, sag­te BA-Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt. Die­se Grup­pe hat bis­her als so­ge­nann­te Auf­sto­cker we­gen ge­rin­gen Lohns zu­sätz­lich Hartz-IV-Leis­tun­gen be­zo­gen.

Wei­te­re Aus­wir­kun­gen des zu Jah­res­be­ginn ein­ge­führ­ten Min­dest­lohns er­war­ten we­der Alt noch BA-Chef Wei­se. Zwar sei es für ei­ne ers­te Bi­lanz noch zu früh, be­ton­te Alt. "Aber ei­nes kann man schon jetzt sa­gen: Für die Hor­ror­pro­gno­sen des Münch­ner Ifo-In­sti­tuts, das mit dem Min­dest­lohn ei­ne Mil­li­on Ar­beits­plät­ze ver­lo­ren ge­hen, gibt es bis­lang kei­ne Hin­wei­se."

Trotz der über­ra­schend nied­ri­gen Win­ter­ar­beits­lo­sig­keit in die­sem Jahr hält Wei­se an der bis­he­ri­gen Ar­beits­markt­pro­gno­se fest; sie geht von ei­nem al­len­falls leich­ten Rück­gang der Er­werbs­lo­sen­zah­len um rund 20 000 im Jah­res­durch­schnitt 2015 aus. Er kün­dig­te al­ler­dings für März ei­nen re­vi­dier­ten Aus­blick an. "Die Ten­denz scheint da­bei bes­ser zu sein. Wir se­hen für die­ses Jahr aber wei­ter­hin Ri­si­ken, die bei­spiels­wei­se mit dem Ukrai­ne-Russ­land-Kon­flikt zu­sam­men­hän­gen", sag­te der BA-Chef.

Sein Vor­stands­kol­le­ge Alt kün­dig­te un­ter­des­sen mit Blick auf die wei­ter­hin ho­he Zahl schwer ver­mit­tel­ba­rer Job­su­cher an, in die­sem Jahr die Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit un­ter die Mar­ke von ei­ner Mil­li­on drü­cken zu wol­len. Das set­ze ne­ben ei­ner ver­bes­ser­ten Be­ra­tung in den Job­cen­tern auch ei­nen Men­ta­li­täts­wan­del in der Wirt­schaft vor­aus. "Es wä­re schon viel ge­won­nen, wenn Un­ter­neh­men Lang­zeit­ar­beits­lo­se zu Be­wer­bungs­ge­sprä­chen ein­la­den wür­den, auch wenn sie auf den ers­ten Blick nicht der ge­eig­ne­te Be­wer­ber sind", sag­te Alt.

Im Fe­bru­ar wa­ren 519 000 of­fe­ne Stel­len bei den Ar­beits­agen­tu­ren ge­mel­det, 63 000 mehr als vor ei­nem Jahr. Be­son­ders ge­fragt sind der­zeit Ar­beits­kräf­te in den Be­rufs­fel­dern Me­cha­tro­nik, En­er­gie- und Elek­tro­tech­nik, Ver­kauf, Ver­kehr und Lo­gis­tik. In der Me­tall­er­zeu­gung, der Ma­schi­nen- und Fahr­zeug­tech­nik so­wie in Ge­sund­heits­be­ru­fen wer­den eben­falls Mit­ar­bei­ter ge­sucht.

Auch die Zahl der Jobs ist in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten be­stän­dig ge­wach­sen. So leg­te die Er­werbs­tä­tig­keit nach den jüngs­ten Da­ten vom Ja­nu­ar um 42 000 auf 42,48 Mil­lio­nen zu. Im Ver­gleich zum Vor­jahr ist dies ein Plus von 408 000.

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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