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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/112

For­scher: Nach fünf Jah­ren hat wohl je­der zwei­te Flücht­ling ei­nen Job

Die Bun­des­agen­tur hat es im­mer wie­der be­tont: Bei der Job­ver­mitt­lung von Flücht­lin­gen ist Ge­duld ge­fragt. Nicht je­der wird so­fort ei­ne Stel­le fin­den. Völ­lig aus­sichts­los sei die La­ge für ar­beits­su­chen­de Asyl­be­wer­ber aber auch nicht, sind For­scher über­zeugt
Wie läuft die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen?

21.04.2017. (dpa/eis) - Ar­beits­markt­for­scher ge­hen da­von aus, dass von den jüngst nach Deutsch­land ge­kom­me­nen er­werbs­fä­hi­gen Flücht­lin­gen et­wa 50 Pro­zent in den ers­ten fünf Jah­ren Ar­beit fin­den wer­den.

Nach wei­te­ren zehn Jah­ren könn­ten so­gar bis zu 70 Pro­zent ei­nen Job ge­fun­den ha­ben.

Das sind die Ein­schät­zun­gen der For­scher des Nürn­ber­ger In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB).

Die For­scher der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) be­ru­fen sich da­bei auf die ak­tu­el­len Ent­wick­lun­gen und al­te Er­fah­run­gen mit Flücht­lin­gen, die auf Job­su­che sind.

Es ge­be be­reits jetzt ers­te An­zei­chen da­für, dass die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt bes­ser klappt als in den 1990er und 2000er Jah­ren. Die Nürn­ber­ger Ar­beits­markt­for­scher ge­hen da­von aus, dass sich die ver­stärk­te För­de­rung aus­ge­zahlt hat. "Auf der an­de­ren Sei­te ist der Um­fang des Zu­zugs an Ge­flüch­te­ten er­heb­lich grö­ßer als in der Ver­gan­gen­heit." Das ha­be zur Fol­ge, dass mehr Flücht­lin­ge als frü­her um das oh­ne­hin schon ge­rin­ge An­ge­bot ge­eig­ne­ter Jobs kon­kur­rie­ren.

Nach IAB-Ein­schät­zung ver­läuft die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen mo­men­tan wie er­war­tet: Von den er­werbs­fä­hi­gen Asyl­be­wer­ber, die 2015 nach Deutsch­land ge­kom­men sind, wa­ren bis Mit­te 2016 cir­ca zehn Pro­zent er­werbs­tä­tig. Von den Asyl­su­chen­den aus dem Jahr 2014 hat­ten 22 Pro­zent Ar­beit ge­fun­den. Von je­nen, die schon 2013 nach Deutsch­land ge­kom­men sind, hat­te be­reit fast ein Drit­tel ei­ne Ar­beits­stel­le.

Zu be­rück­sich­ti­gen ist aber, dass bei der Zäh­lung auch Flücht­lin­ge in be­zahl­ten Prak­ti­ka be­rück­sich­tigt wur­den. Wenn man die­se her­aus­rech­net, wür­de die Quo­te um ein Drit­tel bis um die Hälf­te ge­rin­ger, so das IAB. Die Stu­die be­ruht auf ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Be­fra­gung von Flücht­lin­gen im Jahr 2016.

Da­ten der Be­schäf­ti­gungs­sta­tis­tik von der Bun­des­agen­tur für Ar­beit de­cken sich größ­ten­teils mit die­sen Be­fra­gungs­er­geb­nis­sen. Dem­nach ist die Zahl der An­ge­stell­ten aus den wich­tigs­ten nicht­eu­ro­päi­schen Her­kunfts­län­dern Af­gha­nis­tan, Eri­trea, Irak, Iran, Ni­ge­ria, Pa­kis­tan, So­ma­lia und Sy­ri­en von An­fang 2015 bis En­de 2016 um 80.000 ge­stie­gen. Im sel­ben Zeit­raum hat die An­zahl der Asyl­su­chen­den im er­werbs­fä­hi­gen Al­ter um 687.000 Per­so­nen zu­ge­nom­men. Dar­auf folgt, dass et­wa zwölf Pro­zent der Neu­an­kömm­lin­ge der Jah­re 2015 und 2016 mitt­ler­wei­le ei­nen Job ha­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 21. April 2017

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