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Fort­schrit­te in Ber­lin: We­ni­ger Ju­gend- und Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit

Die Ar­beits­lo­sen­quo­te ist in Ber­lin mitt­ler­wei­le von einst 20 auf 11 Pro­zent ge­sun­ken: Doch noch im­mer ist Ber­lin da­mit bun­des­weit das Schluss­licht. Den­noch hat das Rah­men-Ar­beits­markt­pro­gramm des rot-schwar­zen Se­nats ers­te Er­fol­ge zu ver­zeich­nen
Zwei Männchen mit Euro Was kann ge­gen die Ar­beits­lo­sig­keit un­ter­nom­men wer­den?

30.07.2014. (dpa) - Ber­lin macht Fort­schrit­te bei den Zie­len, die Ju­gend- und die Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit stär­ker ab­zu­bau­en.

Nach­dem 2012 noch 13,3 Pro­zent der Ju­gend­li­chen bis 25 Jah­re ar­beits­los wa­ren, lie­ge die Quo­te im Ju­ni 2014 nur noch bei 10,5 Pro­zent (16 331) - 2600 Ju­gend­li­che we­ni­ger als vor ei­nem Jahr, sag­te Ar­beits­se­na­to­rin Di­lek Ko­lat (SPD) am Diens­tag.

Das Ziel, den An­teil auf un­ter 10 Pro­zent zu re­du­zie­ren, sei na­he. Bun­des­weit lie­ge Ber­lin mit ei­nem Rück­gang von 1,3 Pro­zent­punk­ten bei ar­beits­lo­sen Ju­gend­li­chen in­ner­halb ei­nes Jah­res an der Spit­ze. Au­ßer Ber­lin sei es nur noch Bran­den­burg und Sach­sen 2013 ge­lun­gen, de­ren Quo­te um 0,1 Pro­zent zu sen­ken.

Auch die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen sei um 3400 im Ver­gleich zu 2013 ge­senkt wor­den. Ein Drit­tel der Ber­li­ner Ar­beits­lo­sen oder 66 649 zäh­len zu die­ser Ka­te­go­rie. Doch Ber­lin ha­be mit ei­ner Ge­samt- Ar­beits­lo­sen­quo­te von 11 Pro­zent im­mer noch die Ro­te La­ter­ne un­ter den 16 Bun­des­län­dern und des­halb noch viel vor, be­ton­te die SPD-Se­na­to­rin. Ein Schwer­punkt wer­de jetzt auf die För­de­rung jun­ger Er­wach­se­ner zwi­schen 25 und 35 Jah­ren oh­ne Be­rufs­ab­schluss ge­legt.

Da­zu wur­de ein spe­zi­el­les "Spät­star­ter"-Pro­gramm auf­ge­legt, das die­sen Men­schen ei­ne zwei­te Chan­ce auf ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung er­mög­li­chen soll, sag­te Ko­lat. Die­ses Pro­gramm sei ei­ner von vier Schwer­punk­ten, mit de­nen das vor ei­nem Jahr ge­star­te­te Rah­men-Ar­beits­markt­pro­gramm fort­ge­schrie­ben wur­de. Der Se­nat be­schloss am Diens­tag die Wei­ter­ent­wick­lung.

Von rund 56 000 Ar­beits­lo­sen im Al­ter zwi­schen 25 und 35 Jah­ren ha­be die Hälf­te - 27 974 - kei­nen Be­rufs­ab­schluss, bi­lan­zier­te Ko­lat. Als "Spät­star­ter" wür­den der­zeit 3100 aus die­ser Grup­pe nach­qua­li­fi­ziert.

Es sei nicht leicht, die­se Grup­pe zu mo­ti­vie­ren, sag­te Bernd Be­cking, Vor­stands­mit­glied der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Ber­lin-Bran­den­burg der Bun­des­agen­tur für Ar­beit. Vie­le von ih­nen ar­bei­te­ten be­reits in nied­rig­qua­li­fi­zier­ten Jobs und hät­ten Fa­mi­li­en, die sie er­näh­ren müss­ten. Da noch­mals ei­ne drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung zu be­gin­nen zu noch nied­ri­ge­ren Löh­nen, sei schwer zu ver­mit­teln. Die Ar­beits­agen­tur be­mü­he sich, die Zahl der "Spät­star­ter" deut­lich zu er­hö­hen.

"Wir müs­sen die Leu­te so früh wie mög­lich qua­li­fi­zie­ren", be­ton­te Be­cking. Das sei wich­tig, wenn nicht ein Le­ben lang für schlecht oder gar nicht qua­li­fi­zier­te Men­schen staat­li­che Trans­fer­mit­tel ge­zahlt wer­den sol­len. Zu­dem wer­de Ber­lin sei­ne Maß­nah­men wie Job-Coa­ching für Lang­zeit­ar­beits­lo­se aus­bau­en. Es sei eben­so wich­tig, Men­schen die lan­ge nicht ge­ar­bei­tet hät­ten, in ei­nem neu­en Job zu sta­bi­li­sie­ren, in­dem sie in­di­vi­du­ell be­glei­tet und be­ra­ten wer­den.

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Letzte Überarbeitung: 12. Februar 2016

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