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Mehr Frau­en auf den Ar­beits­markt - Fach­ta­gung sucht Lö­sun­gen

Dass Fach­kräf­te­man­gel droht, ist be­kannt. Auch, dass mehr Jobs für Frau­en zur Lö­sung des Pro­blems bei­tra­gen kön­nen: Doch wie kön­nen Un­ter­neh­men weib­li­che Fach­kräf­te für sich ge­win­nen und hal­ten? Im Nor­den su­chen Ar­beits­agen­tur und Un­ter­neh­men ge­mein­sam nach Lö­sun­gen
Frauenquote OP

13.11.2013. (dpa) - Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen sind rar.

Vor al­lem im Top-Ma­nage­ment.

Dies hat ei­ne ak­tu­el­le Be­fra­gung von mehr als 100 Ar­beit­ge­bern in Nord­deutsch­land durch das NDR-Fern­se­hen und den Ra­dio­sen­der NDR In­fo er­neut be­stä­tigt.

Da­bei wer­den Frau­en ge­braucht, nicht nur in Lei­tungs­funk­tio­nen, son­dern auch als Fach­kraft, wie Ex­per­ten ver­si­chern.

Denn al­lein in Schles­wig-Hol­stein wer­den in den kom­men­den Jah­ren bis zu 100 000 Fach­kräf­te feh­len, wenn nicht ge­gen­ge­steu­ert wird.

Auf ei­ner Fach­ta­gung in Kiel ha­ben am Diens­tag rund 150 Ar­beit­ge­ber aus Schles­wig-Hol­stein und Ham­burg Stra­te­gi­en dis­ku­tiert, wie sie mehr Frau­en in der Er­werbs­tä­tig­keit hal­ten oder in den Be­ruf zu­rück­ho­len kön­nen.

Das größ­te Po­ten­zi­al im Kampf ge­gen die Fach­kräf­te­lü­cke wer­de bei den Frau­en ge­se­hen, sag­te die Che­fin der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Nord der Agen­tur für Ar­beit, Mar­git Haupt-Ko­op­mann, vor der Ver­an­stal­tung. Rein rech­ne­risch ge­be es bei den Frau­en ein Po­ten­zi­al von bis zu 73 000 Voll­zeit­stel­len bis zum Jahr 2025.

Die Zahl set­ze sich aus meh­re­ren Fak­to­ren zu­sam­men, sag­te die Di­rek­ti­ons­che­fin. So lie­ge die Er­werbs­quo­te bei Frau­en im all­ge­mei­nen mit rund 72 Pro­zent um 10 Pro­zent­punk­te un­ter der Män­ner.

Zu­dem ar­bei­te­ten 54 Pro­zent der Frau­en in Teil­zeit - ob­wohl die Hälf­te da­von Voll­zeit ar­bei­ten woll­te, wie Haupt-Ko­op­mann sag­te. Mit im Durch­schnitt 18,5 St­un­den ar­bei­te­ten Teil­zeit­be­schäf­tig­te in Deutsch­land eu­ro­pa­weit zu­dem am we­nigs­ten. Die St­un­den­zahl möch­ten den An­ga­ben zu­fol­ge aber vie­le er­hö­hen.

Doch war­um klappt das nicht? "Die Be­treu­ungs­in­fra­struk­tur spielt die größ­te Rol­le", sag­te Haupt-Ko­op­mann. So fehl­ten in vie­len Kin­der­ta­ges­stät­ten die Voll­zeit­an­ge­bo­te. Ih­rer An­sicht nach müss­ten die Ki­tas zu­min­dest bis 18.00 Uhr ge­öff­net sein. "Aber es muss nicht im­mer die öf­fent­li­che Hand rich­ten", be­ton­te sie.

Ne­ben An­ge­bo­ten zur Kin­der­be­treu­ung bräuch­te man aber auch Lö­sun­gen für den Um­stand, dass ein Mit­ar­bei­ter plötz­lich ei­nen Pfle­ge­fall be­treu­en muss. Auch hier könn­ten Netz­wer­ke gu­te Diens­te leis­ten. Als Bei­spiel nann­te sie die Stif­tung "Be­ruf und Fa­mi­lie Stor­marn". Sie wur­de von meh­re­ren Ar­beit­ge­bern der Re­gi­on ge­grün­det. Die Stif­tung hilft Un­ter­neh­men und ih­ren Be­schäf­tig­ten bei­spiels­wei­se ei­ne Er­satz­be­treu­ung zu or­ga­ni­sie­ren, wenn in der Ki­ta ge­streikt wird oder steht Ar­beit­ge­bern und -neh­mern zur Sei­te, wenn es zu be­son­de­ren Her­aus­for­de­run­gen bei der Pfle­ge von An­ge­hö­ri­gen kommt.

Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Ver­ei­ni­gung der Un­ter­neh­mens­ver­bän­de in Ham­burg und Schles­wig-Hol­stein (UVNord), Mi­cha­el Tho­mas Fröh­lich, sag­te, der Er­folg der schles­wig-hol­stei­ni­schen Wirt­schaft hän­ge im We­sent­li­chen da­von ab, wie Fach­kräf­te ge­hal­ten und ge­won­nen wer­den kön­nen. Auch er sieht bei den Frau­en die größ­ten Po­ten­zia­le.

Un­ter­neh­men müss­ten sich als Ar­beit­ge­ber deut­lich at­trak­ti­ver für Frau­en zu ma­chen. Da­zu ge­hör­ten Klei­nig­kei­ten wie Ein­la­dun­gen zu Be­triebs­ver­samm­lun­gen und Weih­nachts­fei­ern auch wäh­rend der El­tern­zeit. Aber eben­so wich­tig sei­en grö­ße­re The­men wie Lohn­un­ter­schie­de zwi­schen Män­nern und Frau­en. Ein gro­ßer Teil der Dif­fe­ren­zen sei er­klär­bar, ein Teil aber nicht. "Da müs­sen wir ran­ge­hen", for­der­te Fröh­lich.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 14. Januar 2015

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