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ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/047

Fri­seur­ket­te: We­ni­ger Ge­winn durch Min­dest­lohn - Auch Ver­le­ger war­nen

We­gen des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns fürch­ten vie­le Bran­chen stei­gen­de Ar­beits­kos­ten: Die Fri­seur­ket­te Es­sa­nel­le rech­net mit Ein­bu­ßen beim Ge­winn, die Zei­tungs­ver­le­ger war­nen vor Job­ver­lus­ten bei Zu­stel­lern
Münzen, Münzhaufen Wel­che Aus­wir­kun­gen wir der ge­setz­li­che Min­dest­lohn ha­ben?

10.02.2014. (dpa) - Die Ein­füh­rung ei­nes flä­chen­de­cken­den Min­dest­lohns ab 2015 wird nach Ein­schät­zung von Un­ter­neh­men und Ver­bän­den die Ar­beits­kos­ten er­hö­hen und die Ge­win­ne schrump­fen las­sen.

Die bör­sen­no­tier­te Fri­seur­ket­te Es­sa­nel­le er­war­tet ei­nem Zei­tungs­be­richt zu­fol­ge deut­li­che Er­trags­ein­bu­ßen, wenn ei­ne Lohn­un­ter­gren­ze von 8,50 Eu­ro pro St­un­de greift.

Schon jetzt zeig­ten sich die Aus­wir­kun­gen von Lohn­er­hö­hun­gen, die in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten durch bran­chen­wei­te Un­ter­gren­zen not­wen­dig ge­wor­den sei­en, sag­te Vor­stands­chef Achim Man­sen der "Welt am Sonn­tag".

"Wir ge­hen von rund ei­ner Mil­li­on Eu­ro Ge­winn we­ni­ger im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr aus", sag­te Man­sen dem Blatt. In 170 sei­ner rund 680 Sa­lons ha­be das Un­ter­neh­men mit Haupt­sitz in Düs­sel­dorf die Löh­ne um bis zu 30 Pro­zent an­he­ben müs­sen. 2012 ver­dien­te der Kon­zern laut dem Be­richt un­term Strich knapp vier Mil­lio­nen Eu­ro bei ei­nem Um­satz von 126,5 Mil­lio­nen Eu­ro. Man­sen sag­te, er hof­fe dar­auf, dass sei­ner Bran­che wie von der Bun­des­re­gie­rung an­ge­kün­digt ei­ne Über­gangs­frist bis An­fang 2017 ein­ge­räumt wer­de.

Es­sa­nel­le ha­be die hö­he­ren Lohn­kos­ten teil­wei­se in Form hö­he­rer Prei­se an die Kun­den wei­ter­ge­ge­ben. Zwar sei­en we­ni­ger Kun­den weg­ge­blie­ben als be­fürch­tet - doch ob dies bei wei­te­ren Preis­er­hö­hungs­run­den so blei­be, sei un­ge­wiss.

Auch der Bun­des­ver­band Deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger (BDZV) warn­te vor den mög­li­chen Fol­gen des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns von 8,50 Eu­ro. Da­durch könn­ten Zu­satz­kos­ten von 225 Mil­lio­nen Eu­ro auf die Bran­che zu­kom­men, be­rich­tet das Ma­ga­zin "Fo­cus" un­ter Be­ru­fung auf ei­nen Brief des BDZV an meh­re­re Bun­des­mi­nis­ter. "Die Ne­ben­tä­tig­kei­ten von et­wa 16 000 Zu­stel­lern wä­ren be­trof­fen und ge­fähr­det", heißt es dar­in. Zahl­rei­che Zu­stel­ler sei­en Mi­ni­job­ber oder Hartz-IV-Emp­fän­ger.

Der Prä­si­dent der Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA), In­go Kra­mer, for­der­te von der Bun­des­re­gie­rung ei­ne Kor­rek­tur der Min­dest­lohn-Plä­ne. Ein ge­setz­li­cher Min­dest­lohn dür­fe nur an Ar­beit­neh­mer mit ab­ge­schlos­se­ner Aus­bil­dung ge­zahlt wer­den, sag­te er der "Wirt­schafts­wo­che": "Es darf nicht pas­sie­ren, dass un­ge­lern­te Ju­gend­li­che lie­ber Aus­hilfs­jobs für dann ziem­lich an­stän­di­ge 8,50 Eu­ro pro St­un­de über­neh­men, statt sich aus­bil­den zu las­sen."

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Letzte Überarbeitung: 25. Juli 2014

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