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ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/016

GE will 1700 Jobs in Deutsch­land strei­chen - Stand­or­te vor dem Aus

Je­der sieb­te Be­schäf­tig­te von Ge­ne­ral Electric in Deutsch­land muss um sei­ne Stel­le ban­gen: Meh­re­re Stand­or­te kom­men auf den Prüf­stand oder ste­hen ganz vor dem Aus. Die IG Me­tall kün­digt Wi­der­stand an
Fünf Arbeitnehmer Wel­che Stand­or­te sol­len ge­schlos­sen wer­den?

14.01.2016. (dpa) - Nach der Mil­li­ar­den-Über­nah­me der En­er­gie­spar­te des fran­zö­si­schen Kon­zerns Al­st­om plant Ge­ne­ral Electric (GE) in Deutsch­land ei­nen er­heb­li­chen Stel­len­ab­bau.

Die ehe­ma­li­gen Al­st­om-Stand­or­te Mann­heim, Stutt­gart, Bex­bach im Saar­land und Wies­ba­den sol­len ver­klei­nert oder ganz ge­schlos­sen wer­den, wie ein GE-Spre­cher am Mitt­woch in Frank­furt am Main sag­te.

Rund 1700 Ar­beits­plät­ze sind be­trof­fen - mehr als je­de sieb­te Stel­le in Deutsch­land.

Der Kon­zern be­schäf­tigt bun­des­weit rund 11.000 Mit­ar­bei­ter an mehr als 50 Stand­or­ten.

Be­schäf­tig­te und die IG Me­tall pro­tes­tier­ten ge­gen die Plä­ne und kün­dig­ten Wi­der­stand an.

GE wol­le sei­ne Ge­schäf­te an das ge­gen­wär­ti­ge Markt­um­feld der eu­ro­päi­schen En­er­gie­er­zeu­gung an­pas­sen, teil­te das Un­ter­neh­men zur Be­grün­dung mit. Vor al­lem die Strom­er­zeu­gung mit Gas- und Dampf­tur­bi­nen sei in den ver­gan­ge­nen Jah­ren si­gni­fi­kant zu­rück­ge­gan­gen.

Am stärks­ten von der Um­struk­tu­rie­rung be­trof­fen ist nach An­ga­ben ei­nes GE-Spre­chers der Stand­ort Mann­heim: Dort soll die Tur­bi­nen­fer­ti­gung ge­schlos­sen wer­den. Der Stand­ort selbst blei­be aber er­hal­ten, dort sol­le es auch in Zu­kunft die Be­rei­che Ser­vice und Ver­wal­tung ge­ben, sag­te er. Wie vie­le Ar­beits­plät­ze vor­aus­sicht­lich weg­fal­len wer­den, konn­te er nicht sa­gen. In Mann­heim wer­den vor al­lem Dampf­tur­bi­nen pro­du­ziert, das Ge­schäft lief aber zu­letzt we­gen der En­er­gie­wen­de nur schlep­pend. Im ver­gan­ge­nen Herbst wur­de in dem Werk Kurz­ar­beit ein­ge­führt.

Nach An­ga­ben der IG Me­tall müs­sen al­lein in Mann­heim mehr als 1.000 der rund 1.800 Mit­ar­bei­ter um ih­ren Job ban­gen. Ne­ben rund 500 Be­schäf­tig­ten in der Fer­ti­gung be­trä­fen die Spar­plä­ne auch über 500 Mit­ar­bei­ter in Ser­vice und Ver­wal­tung, sag­te Ge­werk­schafts­se­kre­tär Be­ne­dikt Hum­mel. Am Mitt­woch de­mons­trier­ten in der Mann­hei­mer In­nen­stadt mehr als 1.000 Men­schen ge­gen den ge­plan­ten Stel­len­ab­bau.

Man wer­de sich mit al­len zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln ge­gen die Plä­ne des Kon­zerns zur Wehr set­zen - auch ta­rif­po­li­tisch und ju­ris­tisch, kün­dig­te Hum­mel an. Die Ar­beit­neh­mer­sei­te ha­be ein Kon­zept ent­wi­ckelt, wie das Mann­hei­mer Werk bes­ser aus­ge­las­tet wer­den könn­te. Doch der Kon­zern wei­ge­re sich, dar­über zu re­den.

Vor der Schlie­ßung steht nach An­ga­ben von Ge­ne­ral Electric auch der Fer­ti­gungs­stand­ort Bex­bach. Dort wer­den Tur­bi­nen­schau­feln her­ge­stellt. Laut IG Me­tall sind 170 Stel­len in Ge­fahr. Zu­dem wird nach An­ga­ben des GE-Spre­chers der Stand­ort Wies­ba­den ge­schlos­sen. Die Mit­ar­bei­ter zö­gen nach Frank­furt am Main um.

In Stutt­gart, wo Boi­ler für Dampf­tur­bi­nen pro­du­ziert wer­den, sol­le die Fer­ti­gung ver­klei­nert wer­den, kün­dig­te der GE-Spre­cher an. Nach An­ga­ben der Ge­werk­schaft IG Me­tall sol­len dort 255 der 380 Ar­beits­plät­ze ge­stri­chen wer­den. "Die schlimms­ten Be­fürch­tun­gen wur­den so­gar noch über­trof­fen", sag­te der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de am Stand­ort Stutt­gart, Bru­no Mar­kel. Die An­kün­di­gun­gen des Ma­nage­ments sei­en "ein Schlag ins Ge­sicht für al­le Be­schäf­tig­ten".

Die IG Me­tall for­der­te den Kon­zern auf, die Plä­ne zu­rück­zu­neh­men und in Ge­sprä­che mit der Ar­beit­neh­mer­sei­te zu­rück­zu­keh­ren. "Wir wer­den Wi­der­stand ge­gen die Ab­bau­plä­ne leis­ten", kün­dig­te der Ge­schäfts­füh­rer der IG Me­tall Stutt­gart, Mar­tin Röll, an. Es ge­be Al­ter­na­ti­ven, die lang­fris­tig so­wohl die Be­schäf­ti­gung als auch die Wett­be­werbs­fä­hig­keit si­chern wür­den. Doch da­von ha­be das Ma­nage­ment nichts wis­sen wol­len.

Der fran­zö­si­sche Elek­tro­nik­kon­zern Al­st­om hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr sei­ne En­er­gie­spar­te an den US-In­dus­trie­kon­zern ver­kauft. Der deut­sche Al­st­om-Kon­zern­be­triebs­rat hat­te schon wäh­rend der Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen vor ei­nem Stel­len­ab­bau ge­warnt. Eu­ro­pa­weit will GE nach ei­ge­nen An­ga­ben 6.500 Stel­len strei­chen. Der Kon­zern hat in Eu­ro­pa rund 35.000 Mit­ar­bei­ter.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 6. Dezember 2016

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