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Stei­gen­des Ge­halt durch neu­en Ta­rif in Stahl­in­dus­trie

Ta­rif­ei­ni­gung: 3,8 Pro­zent mehr für 75 000 Stahl­ko­cher: Drei Ver­hand­lungs­run­den, ei­ne Warn­streik­wel­le und am En­de ein Sit­zungs­ma­ra­thon: Die Stahl­ar­bei­ter in Nord­rhein-West­fa­len, Nie­der­sach­sen und Bre­men ha­ben ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag. Es gibt 3,8 Pro­zent mehr Geld. Aus­zu­bil­den­de wer­den un­be­fris­tet über­nom­men.
Handschlag Playmobil Der neue Ta­rif­ver­trag ist un­ter "Dach und Fach"

Düs­sel­dorf (dpa) - 22.11.2011. Die rund 75 000 Stahl­ko­cher im Nord­wes­ten er­hal­ten ab dem 1. De­zem­ber 3,8 Pro­zent mehr Geld. Dar­auf ha­ben sich Ar­beit­ge­ber und IG Me­tall am frü­hen Diens­tag­mor­gen in drit­ter Run­de in Düs­sel­dorf ge­ei­nigt. Der Ta­rif­ver­trag mit ei­ner Lauf­zeit bis En­de Fe­bru­ar 2013 wur­de nach mehr als elf­stün­di­gen Ge­sprä­chen ver­ein­bart. Die Ver­hand­lungs­part­ner ei­nig­ten sich auch auf ei­ne un­be­fris­te­te Über­nah­me der Aus­zu­bil­den­den. Da­bei soll es je­doch Aus­nah­men ge­ben, et­wa bei ei­ner Aus­bil­dung über Be­darf und bei Per­so­nal­pro­ble­men in den Be­trie­ben.

IG Me­tall Ver­hand­lungs­füh­rer Oli­ver Burk­hard wer­te­te das Ta­rif­er­geb­nis für die Be­schäf­tig­ten in Nord­rhein-West­fa­len, Nie­der­sach­sen und Bre­men als Er­folg. «Un­ser Ziel ha­ben wir er­reicht. Al­le Be­schäf­tig­ten be­kom­men or­dent­lich mehr Geld. Ein Plus für un­se­re Mit­glie­der, fi­nan­zier­bar für die Un­ter­neh­men», sag­te er. Das Zu­stan­de­kom­men der Ei­ni­gung be­zeich­ne­te er al­ler­dings als «schwe­re Ge­burt». Die Fra­ge der Über­nah­me der Aus­zu­bil­den­den sei ein zen­tra­les The­ma der Ge­sprä­che ge­we­sen.

Der Vor­sit­zen­de des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Stahl, Hel­mut Koch, äu­ßer­te sich zu­rück­hal­tend. «Der Ta­rif­ab­schluss ist uns ins­be­son­de­re we­gen der jüngs­ten Kon­junk­tur­pro­gno­sen und der durch die Fi­nanz­kri­se be­ding­ten Un­wäg­bar­kei­ten sehr schwer ge­fal­len.» Der An­he­bung ha­be man nur we­gen der re­la­tiv lan­gen Min­dest­lauf­zeit zu­stim­men kön­nen. Er be­ton­te, dass es auch künf­tig nur ei­ne be­darfs­ge­rech­te Über­nah­me der Aus­zu­bil­den­den ge­ben wer­de.

Ein­schließ­lich ei­nes so­ge­nann­ten Leer­mo­nats ab dem 1.11.2011 hat der Ta­rif­ver­trag ei­ne Lauf­zeit von ins­ge­samt 16 Mo­na­ten. Die ver­ein­bar­te Ta­rif­er­hö­hung um 3,8 Pro­zent soll erst ab dem 1.12.2011 in Kraft tre­ten.

Bei der Ver­ein­ba­rung zur Über­nah­me der Aus­zu­bil­den­den wur­de ei­ne Über­gangs­re­ge­lung für die der­zei­ti­gen Aus­zu­bil­den­den ver­ein­bart, die zu­sätz­li­che Ein­schrän­kun­gen ent­hält, wenn der Ar­beit­ge­ber über Be­darf aus­ge­bil­det hat. In die­sen Fäl­len gilt je­doch min­des­tens ein ein­jäh­ri­ger An­spruch auf Über­nah­me.

Bei der Al­ters­teil­zeit wur­de der gel­ten­de Ta­rif­ver­trag ver­län­gert und ei­ne Auf­sto­ckung des Ar­beit­ge­ber­bei­trags zur Ren­ten­ver­si­che­rung von 95 auf 100 Pro­zent ver­ein­bart. «Hier hät­te ich mir mehr ge­wünscht», sag­te Burk­hard. Die Al­ters­teil­zeit wol­le die IG Me­tall nun spä­tes­tens in der nächs­ten Ta­rif­run­de zu ei­nem zen­tra­len The­ma ma­chen, kün­dig­te er an. Über neue Mo­del­le zum fai­ren Al­ter­saus­stieg wer­de in ei­ner Ar­beits­grup­pe wei­ter ver­han­delt. Laut IG Me­tall wur­de ver­bind­lich ver­ab­re­det, bis zur En­de der Lauf­zeit des Ta­rif­ver­tra­ges Er­geb­nis­se zu er­zie­len.

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Letzte Überarbeitung: 19. Dezember 2013

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