HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/116

Deut­lich mehr Geld im öf­fent­li­chen Dienst

Im öf­fent­li­chen Dienst wur­de ein deut­li­ches Lohn­plus ver­ein­bart: Ar­beit­ge­ber und Ge­werk­schaf­ten muss­ten nach­ge­ben, sind aber mit dem Ta­rif­kom­pro­miss zu­frie­den
Feuerwehrmann Polizist Arzt Zu wel­chem Er­geb­nis ka­men die Ta­rif­ver­hand­lun­gen?

02.04.2014. (dpa) - Im öf­fent­li­chen Dienst ist der Ta­rif­kon­flikt bei­ge­legt.

Für die 2,1 Mil­lio­nen An­ge­stell­ten von Bund und Kom­mu­nen gibt es ein spür­ba­res Lohn­plus.

Rück­wir­kend zum 1. März stei­gen ih­re Mo­nats­ge­häl­ter um drei Pro­zent, min­des­tens aber um 90 Eu­ro.

Im kom­men­den Jahr gibt es noch­mals 2,4 Pro­zent mehr.

Dar­auf ha­ben sich am Diens­tag in Pots­dam Ar­beit­ge­ber und Ge­werk­schaf­ten des öf­fent­li­chen Diens­tes ge­ei­nigt.

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re und Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke spra­chen über­ein­stim­mend von ei­nem "gu­ten und fai­ren Er­geb­nis". Die Ar­beit­ge­ber­sei­te ha­be Ver­ständ­nis für den Wunsch nach ei­ner so­zia­len Kom­po­nen­te ge­habt und des­we­gen dem Min­dest­be­trag von 90 Eu­ro zu­ge­stimmt, sag­te der Mi­nis­ter. Der Ab­schluss sei in der Hö­he ver­gleich­ba­rer Er­geb­nis­se und "im kom­men­den Jahr eher am un­te­ren Rand."

Bsirs­ke sprach von "ei­nem der bes­ten Ta­rif­ab­schlüs­se die­ses Jah­res". Der Lohn­ab­stand zur Pri­vat­wirt­schaft wer­de ge­rin­ger und der öf­fent­li­che Dienst "fit­ter bei dem Wett­be­werb um Nach­wuchs­kräf­te". Müll­wer­ker, Kran­ken­schwes­tern und Er­zie­he­rin­nen be­kä­men ei­ne Wert­schät­zung, die ih­nen zu­ste­he. "Der Ab­schluss liegt deut­lich über der Preis­stei­ge­rung und ist so­mit ei­ne deut­li­che Re­al­lohn­stei­ge­rung", sag­te Bsirs­ke.

Der dbb-Ver­hand­lungs­füh­rer Wil­li Russ sag­te, die Zie­le der Ge­werk­schaf­ten sei­en weit­ge­hend er­reicht wor­den - bis auf "of­fe­ne Stel­len" bei den Be­schäf­tig­ten im Nah­ver­kehr.

Der Chef der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber, Tho­mas Böh­le, sprach von ei­nem ver­nünf­ti­gen Er­geb­nis. Ei­ni­gen Kom­mu­nen wer­de es schwer fal­len, die Er­hö­hun­gen zu tra­gen. Der kon­junk­tu­rel­le Auf­schwung sei nicht über­all an­ge­kom­men. Nach Rech­nung von Böh­le kom­men auf die Kom­mu­nen in die­sem Jahr 2,55 Mil­li­ar­den Eu­ro und 2015 rund 2 Mil­li­ar­den Eu­ro Mehr­aus­ga­ben zu.

Der Deut­sche Städ­te- und Ge­mein­de­bund zeig­te sich er­leich­tert, auch wenn der Kom­pro­miss "an die Schmerz­gren­ze" ge­he. In ein­zel­nen Städ­ten und Ge­mein­den wer­de sie so­gar über­schrit­ten, be­klag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Gerd Lands­berg.

Da­ge­gen kri­ti­sier­te der haus­halts­po­li­ti­sche Spre­cher der Uni­ons­frak­ti­on, Nor­bert Barth­le, den Ta­rif­ab­schluss als zu hoch. "Der Ta­rif­ab­schluss ist kon­tra­pro­duk­tiv für die Kom­mu­nen, die teil­wei­se oh­ne­hin we­nig Geld ha­ben. Er wird zu Ein­spa­run­gen bei den kom­mu­na­len In­ves­ti­tio­nen füh­ren, und das geht zu Las­ten der Wett­be­werbs­fä­hig­keit", sag­te Barth­le der "Rhei­ni­schen Post" (Mitt­woch).

Die Ver­gü­tun­gen der Aus­zu­bil­den­den stei­gen nach dem Ta­rif­kom­pro­miss die­ses Jahr um 40 Eu­ro und 2015 um 20 Eu­ro. Au­ßer­dem wird der Ur­laubs­an­spruch ab so­fort für al­le Be­schäf­tig­ten ein­heit­lich auf 30 Ta­ge an­ge­ho­ben, für Aus­zu­bil­den­de von 27 auf 28 Ta­ge.

Be­son­ders Ge­ring­ver­die­ner pro­fi­tie­ren von dem Ab­schluss: In den un­ters­ten Ein­kom­mens­grup­pen ent­spricht der Min­dest­be­trag von 90 Eu­ro ei­nem Ein­kom­mens­plus bis zu 7,6 Pro­zent. De Mai­ziè­re (CDU) will den Ab­schluss auch auf die Be­am­ten des Bun­des über­tra­gen.

Ver­di und der dbb-Be­am­ten­bund hat­ten ei­nen So­ckel­be­trag von 100 Eu­ro und zu­sätz­lich 3,5 Pro­zent mehr Lohn und Ge­halt ge­for­dert. Die Ar­beit­ge­ber hat­ten in den ers­ten bei­den Ver­hand­lungs­run­den kein An­ge­bot vor­ge­legt. Jetzt wer­den die Ver­di-Mit­glie­der im öf­fent­li­chen Dienst über die Emp­feh­lung ab­stim­men. Der Ta­rif­ver­trag soll ei­ne Lauf­zeit bis zum 29. Fe­bru­ar 2016 ha­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 19. November 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de