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Mehr Geld im Geld­beu­tel: Löh­ne stei­gen kräf­ti­ger als In­fla­ti­on

Gu­te Zei­ten für Ta­rif­be­schäf­tig­te: Die Löh­ne stei­gen wei­ter kräf­tig, die Ver­brau­cher­prei­se hin­ge­gen kaum. Das dürf­te den Kon­sum als der­zeit wich­tigs­te Kon­junk­tur­stüt­ze in Deutsch­land wei­ter an­trei­ben
Münzen, Münzhaufen Wie stark wuch­sen die Re­al­löh­ne?

22.12.2015. (dpa) - Deutsch­lands Ver­brau­cher kön­nen sich über die höchs­te Kauf­kraft­stei­ge­rung seit 1992 freu­en.

Im Schnitt la­gen die Re­al­löh­ne in den ers­ten drei Quar­ta­len des lau­fen­den Jah­res um gut 2,5 Pro­zent über dem Vor­jah­res­ni­veau, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt in Wies­ba­den am Mon­tag mit­teil­te.

Das las­se für das Ge­samt­jahr 2015 "deut­li­che Re­al­lohn­zu­wäch­se" für die Ta­rif­be­schäf­tig­ten in Deutsch­land er­war­ten.

Im bis­her stärks­ten Jahr 1992 er­mit­tel­ten die Sta­tis­ti­ker ein Re­al­lohn­plus von 4,9 Pro­zent. 2014 wa­ren es 1,7 Pro­zent.

Der jüngs­te Auf­wärts­trend hat zwei Trei­ber: Stei­gen­de Löh­ne und Mi­ni-In­fla­ti­on. In den ers­ten drei Quar­ta­len 2015 leg­ten die No­mi­nal­löh­ne zum Vor­jah­res­zeit­raum um 2,8 Pro­zent zu, Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen ver­teu­er­ten sich hin­ge­gen nur um 0,2 Pro­zent. Da­her blei­ben die Lohn­stei­ge­run­gen fast voll­stän­dig bei den Be­schäf­tig­ten.

So war es auch im Drei-Mo­nats-Zeit­raum Ju­li-Sep­tem­ber: Die No­mi­nal­löh­ne leg­ten im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum um knapp 2,6 Pro­zent zu, die Ver­brau­cher­prei­se nur um 0,1 Pro­zent - vor al­lem we­gen sin­ken­der En­er­gie­prei­se. Die Re­al­löh­ne er­höh­ten sich in dem Quar­tal um durch­schnitt­lich gut 2,4 Pro­zent.

Un­ter dem Strich ha­ben die Be­schäf­tig­ten so­mit mehr Geld im Geld­beu­tel. Das stärkt ih­re Kauf­kraft und kann den Kon­sum an­kur­beln. Volks­wir­te er­war­ten, dass der Kon­sum auch 2016 die tra­gen­de Säu­le der deut­schen Kon­junk­tur sein wird.

Im drit­ten Quar­tal lag der durch­schnitt­li­che Brut­to­mo­nats­ver­dienst ei­nes Voll­zeit­be­schäf­tig­ten in Deutsch­land oh­ne Son­der­zah­lun­gen nach Be­rech­nun­gen des Bun­des­am­tes bei 3624 Eu­ro. Al­ler­dings ver­die­nen knapp zwei Drit­tel der Voll­zeit­be­schäf­tig­ten we­ni­ger.

Vom jüngs­ten Lohn­plus pro­fi­tier­ten un­ge­lern­te Ar­beit­neh­mer mit 3,9 Pro­zent deut­lich stär­ker als an­de­re Be­schäf­tig­ten­grup­pen. Al­ler­dings sei auf Ba­sis der vor­lie­gen­den Da­ten nicht ex­akt fest­zu­stel­len, wel­chen Ein­fluss der zu Jah­res­be­ginn 2015 ein­ge­führ­te ge­setz­li­che Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro pro St­un­de auf die Lohn­ent­wick­lung ha­be, be­kräf­tig­te das Bun­des­amt.

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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