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Geld oder Lob - Was mo­ti­viert Mit­ar­bei­ter mehr?

Am En­de des Jah­res ei­ne Bo­nus­zah­lung oder hin und wie­der ein "Gut ge­macht!" vom Chef: Was brau­chen Mit­ar­bei­ter, da­mit sie mo­ti­vier­ter ar­bei­ten und sich im Job woh­ler füh­len? Ei­ne Psy­cho­lo­gin er­klärt, was der der­zei­ti­ge Stand der For­schung ist
Geschenkkorb in Zellophan Wann ist das Sys­tem der fi­nan­zi­el­len An­rei­ze fair?

17.03.2016. (dpa) - Um Mit­ar­bei­ter zu mo­ti­vie­ren, sind fi­nan­zi­el­le An­rei­ze wie ein Bo­nus oft sinn­voll.

Sie kön­nen das En­ga­ge­ment der Ar­beit­neh­mer aber nur stei­gern, wenn sie hin­rei­chend groß sein, sagt An­ni­ka Meine­cke.

Sie forscht am In­sti­tut für Psy­cho­lo­gie der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Braun­schweig zum The­ma.

Stu­di­en zeig­ten, dass ein mess­ba­rer Ef­fekt bei der Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­ti­on nur dann zu se­hen ist, wenn die Bo­nus­zah­lung min­des­tens sie­ben Pro­zent des jähr­li­chen Brut­to­ge­halts aus­macht.

Gibt es we­ni­ger Geld, sind vie­le nicht ex­tra mo­ti­viert.

Au­ßer­dem muss das Sys­tem der fi­nan­zi­el­len An­rei­ze fair sein. Wird es als un­fair an­ge­se­hen, de­mo­ti­viert es eher, er­klärt Meine­cke. Ob ein Sys­tem fair ist, hängt et­wa dar­an, ob es ob­jek­tiv mess­ba­re Kri­te­ri­en gibt, nach de­nen der Bo­nus ver­teilt wird. Häu­fig sind die Kri­te­ri­en je­doch sub­jek­tiv, dann wird das Sys­tem schnell als un­fair wahr­ge­nom­men. Ein Bei­spiel: Be­kommt ein Mit­ar­bei­ter im Ver­trieb ei­nen Bo­nus, wenn er ei­ne be­stimm­te An­zahl von Pro­duk­ten ver­kauft hat, ist das für al­le Be­schäf­tig­ten trans­pa­rent und nach­voll­zieh­bar. Ganz an­ders sieht es je­doch aus, wenn je­mand den Bo­nus da­für kommt, dass er zum Bei­spiel sei­ne Team­fä­hig­keit stei­gert.

Wich­tig ist au­ßer­dem, dass der Chef hin­ter dem Sys­tem steht. Wer­den Vor­ge­setz­te von der Per­so­nal­ab­tei­lung zu den fle­xi­blen Ver­gü­tungs­sys­te­men ge­nö­tigt und leh­nen es ab, emp­fin­den Ar­beit­neh­mer es eben­falls eher als un­fair.

Lob funk­tio­nie­re grund­sätz­lich eben­falls, um Mit­ar­bei­ter zu mo­ti­vie­ren, sagt Meine­cke. Das gilt je­den­falls dann, wenn es zeit­nah aus­ge­spro­chen wird, kon­kret und auf­rich­tig ge­meint ist.

Ob Geld oder Lob am En­de mehr mo­ti­viert, las­se sich mit letz­ter Si­cher­heit je­doch nicht sa­gen. Im Ide­al­fall soll­ten Per­so­na­ler ei­ne Kom­bi­na­ti­on aus bei­dem an­wen­den. Schlecht sei, die Leis­tung der Mit­ar­bei­ter zu stei­gern, in­dem man Druck macht und Angst ver­brei­tet. Dann sei­en die Fol­ge in der Re­gel ei­ne er­höh­te Fluk­tua­ti­on in der Be­leg­schaft so­wie ein ho­her Kran­ken­stand, er­klärt Meine­cke.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 9. November 2016

Bewertung: Geld oder Lob - Was mo­ti­viert Mit­ar­bei­ter mehr? 5.0 von 5 Sternen (1 Bewertung)

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