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14/066a Mehr Geld und Ver­bes­se­run­gen für Ein­zel­han­dels­mit­ar­bei­ter

Nach zehn Mo­na­ten zä­hem Rin­gen steht der Ta­rif­kom­pro­miss für die rund 300 000 Men­schen im Ein­zel­han­del Nie­der­sach­sen/Bre­men: Es gibt ein rea­les Ein­kom­mens­plus und im nächs­ten Jahr 8,50 Eu­ro Min­dest­lohn für Werk­ver­trags­ar­bei­ter
Der Ta­rif­kom­pro­miss bringt spür­ba­re Ver­bes­se­run­gen

26.02.2014. (dpa) - Sie fül­len die Wa­ren­re­ga­le auf oder rei­ni­gen nach La­den­schluss die Fleisch­the­ken: Für Tau­sen­de Werk­ver­trags­ar­bei­ter im Ein­zel­han­del in Nie­der­sach­sen und Bre­men bringt ein Ta­rif­ab­schluss spür­ba­re Ver­bes­se­run­gen.

Et­li­che tau­send Ar­beits­kräf­te im Ein­zel­han­del zwi­schen Harz und Küs­te ha­ben nach An­ga­ben der Ge­werk­schaft Ver­di bis­her kei­ne 7 Eu­ro St­un­den­lohn er­hal­ten.

Nun ge­be es für vie­le von ih­nen dank der am Mon­tag er­ziel­ten Ei­ni­gung 9,54 Eu­ro und von die­sem Ok­to­ber an 9,74 Eu­ro.

Zu­dem fol­gen Ver­bes­se­run­gen et­wa bei Ur­laubs­geld und -ta­gen.

"Es geht in Nie­der­sach­sen und Bre­men um Tau­sen­de Leu­te, die ge­naue Zahl wis­sen wir aber nicht", sag­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Rü­di­ger Wolff am Diens­tag. Da die Ar­beit­ge­ber den Ser­vice der Werk­ver­trags­ar­bei­ter als Sach­kos­ten buch­ten, ha­be sich das Feld bis­her dem Zu­griff der Be­triebs­rä­te und der Ge­werk­schaft ent­zo­gen. "Zur­zeit er­hal­ten die­se Be­schäf­tig­ten per Werk­ver­trag zwi­schen sechs und sie­ben Eu­ro die St­un­de", teil­te Ver­di mit. Nun kön­nen die einst aus­ge­glie­der­ten Wa­ren­auf­füll­kräf­te wie­der in den Ta­rif­ver­trag auf­ge­nom­men wer­den und in ih­rer Lohn­grup­pe 9,54 Eu­ro be­zie­hungs­wei­se vom Ok­to­ber 2014 an 9,74 Eu­ro er­hal­ten.

In­klu­si­ve der Lohn­ne­ben­kos­ten liegt die­ses neue Ni­veau laut Wolff mi­ni­mal über den Kos­ten, die die Ar­beit­ge­ber bis­her Fir­men zahl­ten, die Werk­ver­träg­ler stell­ten. Die Neu­re­ge­lung ge­he aber mit kla­ren Ver­bes­se­run­gen ein­her. So dürf­ten wie­der in den Ta­rif auf­ge­nom­me­ne Mit­ar­bei­ter un­ter an­de­rem di­rek­te Wei­sun­gen er­hal­ten.

Nach Aus­kunft des Han­dels­ver­ban­des Nie­der­sach­sen-Bre­men ist die neue Ta­rif­grup­pe für die Auf­füll­kräf­te ei­ne Op­ti­on. Je­doch sieht der Kom­pro­miss auch vor, dass in der Bran­che von Ja­nu­ar 2015 ge­ne­rell 8,50 Eu­ro ta­rif­li­ches Min­dest­ein­kom­men die St­un­de greift - laut Ver­di "oh­ne Aus­nah­men". Für die Ar­beit­ge­ber ist der Ta­rif­ab­schluss "ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Lö­sung". Ihr Ver­hand­lungs­füh­rer Jür­gen aus dem Kah­men kri­ti­sier­te aber, der Ab­schluss sei un­ge­eig­net, die Ak­zep­tanz der Ta­rif­ver­trä­ge wie­der zu er­hö­hen.

Die rund 300 000 Ta­rif­be­schäf­tig­ten er­hal­ten ins­ge­samt 5,1 Pro­zent mehr Geld in zwei Stu­fen, de­ren ers­te Stu­fe mit 3 Pro­zent rück­wir­kend von Au­gust 2013 an er­folgt. Die Lauf­zeit des Kom­pro­mis­ses be­trägt zwei Jah­re und be­inhal­tet auch drei Null­mo­na­te oh­ne Ein­kom­mens­plus. Die Ver­bes­se­rung liegt nach Be­rech­nun­gen der Nach­rich­ten­agen­tur dpa ins­ge­samt klar über der In­fla­ti­ons­ra­te, die Ar­beit­neh­mer ha­ben da­mit al­so für die Span­ne der Lauf­zeit auch re­al mehr Geld in der Ta­sche.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 17. Mai 2016

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