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Mehr im Geld­beu­tel: Ta­rif­ver­diens­te stei­gen schnel­ler als Prei­se

Gu­te Zei­ten für Ta­rif­be­schäf­tig­te: Die Löh­ne stei­gen wei­ter kräf­tig, die Ver­brau­cher­prei­se hin­ge­gen kaum. In den meis­ten Bran­chen lie­gen die Ta­rif­ab­schlüs­se deut­lich über der In­fla­ti­on
Münzen, Münzhaufen Um wie viel Pro­zent stie­gen die Ta­rif­ver­diens­te?

29.08.2015. (dpa) - Mil­lio­nen Ta­rif­be­schäf­tig­te in Deutsch­land kön­nen sich über hö­he­re Löh­ne und Ge­häl­ter freu­en: Dank der jüngs­ten Ab­schlüs­se be­kom­men sie mehr Geld von ih­ren Ar­beit­ge­bern.

Und weil die Prei­se kaum stie­gen, bleibt auch un­term Strich mehr üb­rig.

Wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt am Frei­tag in Wies­ba­den mit­teil­te, stie­gen die mo­nat­li­chen Ta­rif­ver­diens­te ein­schließ­lich Son­der­zah­lun­gen im zwei­ten Quar­tal 2015 im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum um durch­schnitt­lich 3,1 Pro­zent.

Im sel­ben Zeit­raum er­höh­ten sich die Ver­brau­cher­prei­se da­ge­gen nur um 0,5 Pro­zent.

Da­mit dürf­ten vie­le Be­schäf­tig­te auch nach Ab­zug der In­fla­ti­on mehr im Geld­beu­tel ha­ben. Zu­mal der Preis­auf­trieb zu­letzt wei­ter nach­ge­las­sen hat: Im Au­gust la­gen die Ver­brau­cher­prei­se wie schon im Ju­li nur um 0,2 Pro­zent über dem Ni­veau des Vor­jah­res­mo­nats, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt nach vor­läu­fi­gen Be­rech­nun­gen mit­teil­te.

Die Ent­wick­lung fiel in ein­zel­nen Wirt­schafts­zwei­gen al­ler­dings sehr un­ter­schied­lich aus. Mit am stärks­ten er­höh­ten sich die Ta­rif­ver­diens­te im Ver­gleich zum Vor­jah­res­quar­tal in Be­rei­chen, in de­nen über­wie­gend nach dem Ta­rif­ver­trag des öf­fent­li­chen Diens­tes des Bun­des und der Ge­mein­den (TVöD) be­zahlt wird, er­klär­ten die Sta­tis­ti­ker. So wür­den bei­spiels­wei­se im Ge­sund­heits- und So­zi­al­we­sen 3,7 Pro­zent mehr be­zahlt als im Vor­jahr.

Über­durch­schnitt­li­che Er­hö­hun­gen gab es auch bei Fi­nanz- und Ver­si­che­rungs­dienst­leis­tun­gen (3,4 Pro­zent) so­wie im Ver­ar­bei­ten­den Ge­wer­be (3,3 Pro­zent). Deut­lich ge­rin­ge­re Ta­rif­an­stie­ge wa­ren in den Be­rei­chen Han­del (1,0 Pro­zent) so­wie Grund­stücks- und Woh­nungs­we­sen (0,6 Pro­zent) zu ver­zeich­nen.

Re­al - al­so nach Ab­zug der Teue­rung - stei­gen die Ar­beits­ein­kom­men der meis­ten Ta­rif­be­schäf­tig­ten in Deutsch­land aber: Die Ta­rif­par­tei­en ha­ben Lohn­ab­schlüs­se deut­lich über der In­fla­ti­ons­ra­te ver­ein­bart. So er­hal­ten die rund 3,7 Mil­lio­nen Mit­ar­bei­ter in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie seit April 3,4 Pro­zent mehr Geld. In der che­mi­schen In­dus­trie gibt es 2,8 Pro­zent mehr, im St­ein­koh­len­berg­bau 3,6 Pro­zent.

Die Ver­brau­cher­prei­se er­hö­hen sich hin­ge­gen kaum, so dass sich die Be­schäf­tig­ten mehr leis­ten kön­nen. "Ei­ne nied­ri­ge In­fla­ti­ons­ra­te oder gar fal­len­de Prei­se sind ein Se­gen für die Ver­brau­cher in Deutsch­land", sag­te ING-Di­Ba-Chef­öko­nom Cars­ten Brze­ski.

Zu­mal sich der jüngs­te Ab­sturz der Öl­prei­se be­reits an den Tank­stel­len be­merk­bar macht. Nach Zah­len des ADAC kos­tet ein Li­ter E10 der­zeit 1,363 Eu­ro, ein Mo­nat zu­vor wa­ren es noch 1,447 Eu­ro.

In ih­rer halb­jähr­li­chen Kon­junk­tur­pro­gno­se hat­te die Deut­sche Bun­des­bank im Ju­ni für das Ge­samt­jahr 2015 ei­nen Preis­an­stieg von 0,5 Pro­zent vor­aus­ge­sagt. In­zwi­schen hal­ten zahl­rei­che Öko­no­men aber selbst die­ses Mi­ni-Plus für un­rea­lis­tisch.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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