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Ge­setz zu Bil­dungs­ur­laub noch in die­ser Le­gis­la­tur ge­plant

Im­mer­hin 12 Bun­des­län­der ha­ben be­reits ein Ge­setz zum Bil­dungs­ur­laub für Ar­beit­neh­mer: Jetzt könn­te auch Thü­rin­gen ei­ne ent­spre­chen­de Re­ge­lung be­schlie­ßen. Das schwarz-ro­te Ka­bi­nett be­schloss am Diens­tag den ge­mein­sa­men Ent­wurf
Unterrichtsraum mit Kursleiter hinter Lehrerpult und einer Kursteilnehmerin, beide stehend Geht der Ent­wurf des Bil­dungs­frei­stel­lungs­ge­set­zes durch den Land­tag?

06.11.2013. (dpa) - Ein An­spruch auf Bil­dungs­ur­laub für Ar­beit­neh­mer in Thü­rin­gen soll noch in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode ge­setz­lich be­schlos­sen wer­den.

Ein Ent­wurf des ent­spre­chen­den Bil­dungs­frei­stel­lungs­ge­set­zes sei am Diens­tag im Ka­bi­nett be­schlos­sen wor­den, sag­te Kul­tus­mi­nis­ter Chris­toph Mat­schie (SPD) nach der Sit­zung in Er­furt.

Nun sei ei­ne An­hö­rung ge­plant, be­vor es er­neut im Ka­bi­nett dis­ku­tiert und an­schlie­ßend in den Land­tag ein­ge­bracht wer­den soll.

Laut dem Ent­wurf sol­len Ar­beit­neh­mer künf­tig fünf Ta­ge zu­sätz­li­chen Bil­dungs­ur­laub er­hal­ten. An­bie­ter müss­ten zu­ge­las­sen wer­den, be­ton­te Mat­schie. Mög­lich sei auch ei­ne ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Wei­ter­bil­dung. Für die Ar­beit­ge­ber ist ein fi­nan­zi­el­ler Aus­gleich ge­plant.

"Das Er­geb­nis kann sich se­hen las­sen und ist gut aus­ba­lan­ciert", sag­te Mat­schie. Auf die Fra­ge, war­um der Ent­wurf erst mit mo­na­te­lan­ger Ver­zö­ge­rung vor­ge­stellt wor­den sei, ver­wies er auf die an­ge­spann­te Haus­halts­la­ge. "Manch­mal dau­ert die De­bat­te et­was län­ger", füg­te er hin­zu. Dem­nach rech­net das Mi­nis­te­ri­um mit jähr­li­chen Kos­ten von rund 250 000 Eu­ro durch den fi­nan­zi­el­len Aus­gleich für die Un­ter­neh­men.

Die Re­ge­lun­gen sol­len vor al­lem für Ar­beit­neh­mer, Aus­zu­bil­den­de und in Heim­ar­beit Be­schäf­tig­te gel­ten, die min­des­tens sechs Mo­na­te be­schäf­tigt sind. Der Ent­wurf sieht zu­dem vor, dass Un­ter­neh­men mit ma­xi­mal 50 Be­schäf­tig­ten ei­nen An­spruch auf Tei­ler­stat­tung be­kom­men. Für Be­trie­be mit we­ni­ger als zehn Be­schäf­tig­ten gibt es ei­ne Schutz­klau­sel. Der Bil­dungs­ur­laub kön­ne hier aber frei­wil­lig ge­währt wer­den. Ein An­reiz da­für sei die Teil­ent­schä­di­gung, be­ton­te Mat­schie.

Die CDU-Frak­ti­on im Land­tag be­grüß­te grund­sätz­lich das Ge­setz. Ent­schei­dend sei, "dass der Kul­tus­mi­nis­ter in die­ser Fra­ge Ein­ver­neh­men mit der Wirt­schaft er­zielt", be­ton­te der bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­cher Vol­ker Em­de. Zu­dem müss­ten die Ko­ali­ti­ons­frak­tio­nen ein­ge­bun­den wer­den. "Die­se Be­tei­li­gung er­folg­te bis jetzt nicht". Die Grü­nen-Po­li­ti­ke­rin As­trid-Ro­the-Bein­lich be­män­gel­te, dass ein "kon­se­quen­ter Rechts­an­spruch auf Bil­dungs­frei­stel­lung" an­schei­nend nicht ge­wollt sei.

Auch der DGB Hes­sen-Thü­rin­gen be­grüß­te den Ent­wurf. "Jetzt muss das Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren zü­gig um­ge­setzt wer­den, da­mit das Vor­ha­ben nicht ver­san­det", sag­te Be­zirks­chef Ste­fan Kör­zell. Zu­gleich kri­ti­sier­te er die Schutz­klau­sel für klei­ne Be­trie­be. Auch dort wür­den Be­schäf­tig­te und Ar­beit­ge­ber von Bil­dungs­ur­laub pro­fi­tie­ren.

Die Ge­werk­schaft GEW sieht ih­re Vor­stel­lun­gen hin­ge­gen nur an­satz­wei­se er­füllt. "Wäh­rend die Ar­beit­neh­mer die Kurs­ge­büh­ren tra­gen müs­sen, sol­len be­trof­fe­ne Ar­beit­ge­ber ei­ne Tei­ler­stat­tung für die Lohn­fort­zah­lung er­hal­ten kön­nen", kri­ti­sier­te GEW-Lan­des­chef Tors­ten Wolf. Dies die­ne vor al­lem dem Ko­ali­ti­ons­frie­den.

Der Ver­band der Wirt­schaft Thü­rin­gens (VWT) lehn­te das Ge­setz ab. Ein Ge­setz, wie es jetzt vor­ge­stellt wor­den sei, "brau­chen wir nicht", sag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Ste­phan Fauth. Er for­der­te ei­ne Re­ge­lung, die sich nur auf die be­ruf­li­che Wei­ter­bil­dung be­zie­he.

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Letzte Überarbeitung: 18. Juni 2016

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