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ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/015

Ge­walt macht Be­am­ten wach­sen­de Sor­gen - War­nung vor Per­so­nal­lü­cken

Der öf­fent­li­che Dienst macht sich Sor­gen we­gen wach­sen­der Ge­fah­ren durch Ge­walt: Schon seit Län­ge­rem woll­ten Deutsch­lands Be­am­te des­halb Alarm schla­gen. Doch ih­re Jah­res­ta­gung dürf­te nun auch un­ter dem Ein­druck der Ter­ror­ta­ten von Pa­ris ste­hen
Feuerwehrmann Polizist Arzt War­um wächst die Ge­walt­be­reit­schaft?

12.01.2015. (dpa) - Ge­walt­be­reit­schaft und Ge­reizt­heit von Bür­gern set­zen den Mit­ar­bei­tern des öf­fent­li­chen Diens­tes in Deutsch­land nach Ein­schät­zung der Ge­werk­schaf­ten im­mer mehr zu.

Das be­ton­ten der Be­am­ten­bund (dbb) und die Ge­werk­schaft der Be­schäf­tig­ten der Kom­mu­nen, kom­ba, un­mit­tel­bar vor der am Mon­tag in Köln be­gin­nen­den dbb-Jah­res­ta­gung.

Er­war­tet wird, dass In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) und dbb-Chef Klaus Dau­der­städt zum Auf­takt zu­dem auch auf die Ter­ror­ak­te von Pa­ris ein­ge­hen.

Seit Wo­chen hat­te der dbb be­reits den Plan, Ge­walt ge­gen Be­schäf­tig­te im öf­fent­li­chen Dienst auf dem Kon­gress zu ei­nem Schwer­punkt zu ma­chen. Zu­letzt hat­te im De­zem­ber ein Mann ei­nen Gut­ach­ter ei­nes Job­cen­ters in Ro­then­burg ob der Tau­ber ge­tö­tet.

"Wir brau­chen drin­gend ein brei­tes Be­wusst­sein zur spür­bar wach­sen­den Ge­walt­be­reit­schaft", sag­te der kom­ba-Vor­sit­zen­de Ul­rich Sil­ber­bach der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Köln. Die kom­ba ge­hört dem dbb an. In den Job­cen­tern ver­ge­he kaum ein Tag, an dem Mit­ar­bei­ter nicht be­schimpft wer­den. "Sie müs­sen froh sein, wenn es nicht hand­greif­lich wird." Die Ge­reizt­heit sei ge­stie­gen.

"Es geht nicht nur um Job­cen­ter" , sag­te Sil­ber­bach. "An Sil­ves­ter ist es vor­ge­kom­men, dass un­se­re Ret­tungs­kräf­te mit Böl­lern be­schos­sen wer­den, wenn sie zu ei­nem Un­glücks­ort ge­kom­men sind." Mit­ar­bei­ter wür­den in Si­cher­heits­fra­gen und De­es­ka­la­ti­on ge­schult. Ver­bin­dungs­tü­ren und Not­fall­plä­ne könn­ten hel­fen. "Doch das reicht nicht." Al­le sei­en zum Um­den­ken auf­ge­for­dert.

Dau­der­städt sag­te der Lud­wigs­ha­fe­ner "Rhein­pfalz" (Mon­tag), um die Be­schäf­tig­ten bes­ser zu schüt­zen, sei ei­ne Pa­let­te von Maß­nah­men nö­tig - von glä­ser­nen Wän­den bis Alar­mein­rich­tun­gen.

Zen­tra­les The­ma für Be­am­te und Be­schäf­tig­te des öf­fent­li­chen Diensts sind zu­dem dor­ti­ge Per­so­nal­lü­cken. Laut den Ge­werk­schaf­ten be­kom­men die Bür­ger das im­mer mehr zu spü­ren.

Bei­spiel Ki­ta: "Es ist ein Dra­ma, was in Deutsch­land bei der Kin­der­be­treu­ung ge­schieht", sag­te Sil­ber­bach. Zur Er­fül­lung des An­spruchs auf Be­treu­ung Un­ter-Drei­jäh­ri­ger fehl­ten Er­zie­her. Die Po­li­tik ver­su­che oft, Lü­cken durch nicht ge­nug aus­ge­bil­de­te Kräf­te zu schlie­ßen. Vie­le die­ser Mit­ar­bei­ter hät­ten nicht die Er­zie­her-Aus­bil­dung von drei­ein­halb bis fünf Jah­ren.

Bei­spiel Ju­gend­amt: "Die schlim­men Fäl­le von Kin­des­miss­brauch ha­ben die Öf­fent­lich­keit zu Recht auf­ge­schreckt", mein­te Sil­ber­bach. Um sich mehr um die Kin­der zu küm­mern, brau­che es aber auch ent­spre­chend Per­so­nal. "Wir dür­fen nicht al­le El­tern in ei­ne Tä­ter­rol­le brin­gen, und Kin­der dür­fen nicht zu Op­fern wer­den." Da brau­che es mehr Hin­hö­ren und Hin­schau­en, sen­si­bles Küm­mern und Ver­net­zung der Be­hör­den. "Das geht nur, wenn es auch ge­nü­gend So­zi­al­ar­bei­ter und Ju­gend­amts­per­so­nal gibt."

Bei­spiel Feu­er­wehr: Laut Sil­ber­bach war es lan­ge un­denk­bar, dass die Feu­er­wehr bei meh­re­ren par­al­le­len Groß­brän­den man­gels Ka­pa­zi­tät nicht hin­ter­her­kom­me. "So ein Schre­ckens­sze­na­rio ist heu­te rea­lis­tisch." Es ge­be zwar die Mög­lich­keit, dass die Ein­satz­be­am­ten über ge­setz­li­che Gren­zen hin­aus ar­bei­ten dür­fen. "Aber wir brau­chen bun­des­weit glei­che Stan­dards und kei­ne ge­streck­ten Dienst­plä­ne und Lü­cken­fül­le­rei."

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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