HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/075

Ge­werk­schaft for­dert von Ford Stand­ort­si­che­rung für Saar­louis

Der ge­plan­te Stel­len­ab­bau von Ford wird in Saar­louis 1.600 Ar­beits­plät­ze tref­fen - doch viel­leicht gibt es auch ei­nen Licht­blick
Autoproduktion in Fabrik

25.03.2019. (dpa/fle) - An­ge­sichts des an­ge­kün­dig­ten Ar­beits­platz­ab­baus beim US-Au­to­bau­er Ford in Saar­louis hat die IG Me­tall vom Ma­nage­ment ein kla­res Zu­kunfts­be­kennt­nis zur Pro­duk­ti­ons­stät­te im Saar­land ge­for­dert.

"Wir wol­len ei­ne lang­fris­ti­ge Si­che­rung des Stand­orts mit In­ves­ti­ti­ons­zu­sa­gen", sag­te der zwei­te Be­voll­mäch­tig­te der IG Me­tall Völk­lin­gen, Lars Des­gran­ges, an­läss­lich ei­ner Be­triebs­ver­samm­lung bei Ford am Mon­tag in Saar­louis.

Im Raum steht der Ab­bau von rund 1.600 Ar­beits­plät­zen, weil auf­grund der ge­plan­ten Ein­stel­lung des Kom­pakt-Vans C-Max die drit­te Schicht (Nacht­schicht) weg­fal­len soll.

Nach An­ga­ben von Des­gran­ges gibt es ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung, dass der C-Max noch im ge­sam­ten Jahr 2019 in Saar­louis ge­baut wer­den soll. Ford wol­le nun schon im Som­mer die Pro­duk­ti­on des Mo­dells ein­stel­len und da­her frü­her aus der Ver­ein­ba­rung aus­stei­gen. Am En­de die­ser Wo­che sol­le es ei­ne Auf­sichts­rats­sit­zung ge­ben, wo auch über den C-Max ent­schie­den wer­den sol­le. "Und da sa­gen wir: Wenn wir tat­säch­lich den C-Max ab­ge­ben müs­sen, um ei­ne Per­spek­ti­ve zu ent­wi­ckeln für die­ses Werk, dann wol­len wir die­se Per­spek­ti­ve auch in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung ver­ab­re­det ha­ben."

Am Mon­tag si­cher­te die Ge­schäfts­füh­rung laut Des­gran­ges für den Fall des Aus­stiegs aus der C-Max-Pro­duk­ti­on ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung zu: Der ge­plan­te Face­lift des Mit­tel­klas­se-Pkw Fo­cus wohl in 2022 sol­le in Saar­louis "plat­ziert" wer­den. "Da­mit wä­re ei­ne In­ves­ti­ti­on von 200 Mil­lio­nen EUR ver­bun­den, und das wür­de den Stand­ort zu­min­dest mal bis ins Jahr 2024 si­chern", sag­te er. "Es ist in ei­ner schlech­ten Wet­ter­la­ge zu­min­dest mal ein Re­gen­schirm für die nächs­ten Jah­re." Dann müs­se man se­hen, wie der Stand­ort nach 2025 lang­fris­tig ge­si­chert wer­den kön­ne.

Von Er­folg woll­te er nicht spre­chen: "Am En­de ver­lie­ren ja je­de Men­ge Men­schen ih­ren Job." Er ging da­von aus, dass vom Pro­duk­ti­ons­stopp des C-Max wei­te­re knapp 700 Ar­beits­plät­ze in Zu­lie­fer­be­trie­ben di­rekt be­trof­fen sein wer­den.

Ford hat­te Mit­te März an­ge­kün­digt, im Rah­men ei­nes Sa­nie­rungs­kon­zep­tes rund 5.000 Ar­beits­plät­ze in Deutsch­land ab­bau­en zu wol­len. 2018 hat­te der Au­to­bau­er in Eu­ro­pa ei­nen ope­ra­ti­ven Ver­lust (Ebit) von rund 400 Mil­lio­nen Dol­lar ein­ge­fah­ren. Zu­dem sank die Zahl der Ford-Fahr­zeu­ge, die in Eu­ro­pa in den Han­del ka­men, um rund drei Pro­zent auf 1,533 Mil­lio­nen. Bun­des­weit hat Ford et­wa 24.000 Mit­ar­bei­ter - gut 6.000 in Saar­louis, knapp 18.000 in Köln und 200 in Aa­chen.

Ford-Spre­che­rin Bea­te Falk sag­te am Mon­tag in Köln zum En­de der C-Max-Pro­duk­ti­on: "Wir ha­ben da noch kei­ne Ent­schei­dung." Fakt sei, dass man En­de 2018 an­ge­kün­digt ha­be, dass die Ge­schäfts­füh­rung "in Kon­sul­ta­ti­ons­ge­sprä­che" mit dem Be­triebs­rat "zum Aus­lau­fen des Mo­dells Ford C-Max" ein­tre­ten wer­de.

Rich­tig sei, dass bei ei­nem Aus des C-Max die Nacht­schicht weg­fie­le und so­mit rund 1.600 Stel­len. En­de 2018 sei­en be­reits rund 400 Leih­ar­bei­ter aus­ge­schie­den. En­de Ju­ni 2019 soll­ten ge­ge­be­nen­falls wei­te­re 500 Leih­ar­bei­ter fol­gen. Von der Stamm­be­leg­schaft wür­den dann noch gut 600 Ford-Mit­ar­bei­ter be­trof­fen sein, sag­te sie.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 6. August 2019

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2019:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de