HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/370

Ge­werk­schaft Ver­di zieht jun­ge Ar­beit­neh­mer an

Mehr Lohn, mehr jun­ge Mit­glie­der, mehr Ein­satz: Ver­di-Lan­des­chef Bo­se spricht von ei­nem "un­glaub­lich er­eig­nis­rei­chen Jahr" für die Ge­werk­schaft. 2016 steht der Kampf ge­gen Al­ters­ar­mut auf der Agen­da, von der Ver­di auch durch Mit­glie­der-Kün­di­gun­gen er­fährt
Fünf Arbeitnehmer Wie viel Mit­glie­der hat Ver­di in Ham­burg?

29.12.2015. (dpa) - Der Ge­werk­schaft Ver­di in Ham­burg ha­ben sich mit 5200 neu­en Mit­glie­dern 2015 so vie­le Ar­beit­neh­mer wie lan­ge nicht in ei­nem Jahr an­ge­schlos­sen.

Den­noch bleibt un­term Strich zum Jah­res­schluss ein leich­ter Rück­gang von 0,86 Pro­zent auf 91 000 Mit­glie­der.

Äl­te­re, die mit dem Be­zug ih­rer Ren­te mit je­dem Cent rech­nen müss­ten, kün­dig­ten ih­re Mit­glied­schaft, er­läu­ter­te Ver­di-Lan­des­be­zirks­lei­ter Bert­hold Bo­se am Mon­tag in Ham­burg.

Da­ge­gen ver­zeich­ne­te Ver­di 2015 im Ju­gend­be­reich bis 28 Jah­re mit ei­nem Zu­wachs von mehr als zwei Pro­zent ver­gli­chen mit dem Vor­jahr so­gar ei­nen über­pro­por­tio­na­len Zu­gang, wie der Lan­des­chef be­rich­te­te. Neue Mit­glie­der sei­en aus al­len Bran­chen ge­kom­men, vor al­lem aber aus dem So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst und den Me­di­en. "Das ist ein deut­li­ches Si­gnal, dass die Ge­werk­schaft ge­braucht und ge­sucht wird", sag­te Bo­se. Un­ter an­de­ren hat­ten rund 3500 Er­zie­he­rin­nen und Be­schäf­tig­te aus So­zi­al­ein­rich­tun­gen mehr als vier Wo­chen lang für mehr Lohn und An­er­ken­nung ih­rer Ar­beit ge­streikt.

Ver­di schloss 2015 in Ham­burg 60 Ta­rif­ver­trä­ge ab. Ins­ge­samt hät­ten 350 000 Be­schäf­tig­te mehr Lohn und Ge­halt so­wie Zu­satz­leis­tun­gen er­hal­ten, be­rich­te­te Bo­se. "Wir ha­ben ein un­glaub­lich er­eig­nis­rei­ches und in­ten­si­ves Jahr hin­ter uns." 2016 wer­de es Ta­rif­run­den un­ter an­de­rem für die Be­schäf­tig­ten der städ­ti­schen Be­trie­be und des Bun­des, der Ham­bur­ger Hoch­bahn, der Bo­den­ver­kehrs­diens­te am Flug­ha­fen so­wie mit dem Kran­ken­haus­ar­beit­ge­ber­ver­band (As­kle­pios, UKE) ge­ben. Au­ßer­dem wol­len sich die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter ge­gen Ar­mut nach dem Er­werbs­le­ben, ge­gen be­fris­te­te Ar­beits­ver­hält­nis­se und für die be­ruf­li­che Qua­li­fi­zie­rung von Flücht­lin­gen ein­set­zen.

Aber auch die Ver­di-Rechts­be­ra­tung dürf­te ge­fragt blei­ben. In 8000 Fäl­len wie Ab­mah­nun­gen oder Kün­di­gun­gen sei Ver­di 2015 recht­lich ak­tiv ge­we­sen, ei­ne stei­gen­de Zahl, sag­te der Ver­di-Chef. "Die Ban­da­gen von Ar­beit­ge­bern ge­gen Be­schäf­tig­te wer­den här­ter an­ge­zo­gen." Ihm stößt be­son­ders auf, dass ein­zel­ne Ar­beit­ge­ber die So­zi­al­part­ner­schaft im Be­trieb "mas­siv be­hin­dern".

So sei beim Ham­bur­ger On­line-Spie­le-An­bie­ter Good­game 14 Be­schäf­tig­ten, die ei­ne Be­triebs­rats­wahl vor­be­rei­tet hät­ten, ge­kün­digt wor­den - "mit fa­den­schei­nigs­ten Grün­den", er­gänz­te Bo­se. Für die Be­trof­fe­nen wur­den Kün­di­gungs­schutz­kla­gen ein­ge­reicht und für die mehr als 1000 Mit­ar­bei­ter für Ja­nu­ar ei­ne Be­triebs­ver­samm­lung zur Wahl ei­nes Wahl­vor­stands an­be­raumt.

"Ich bin ge­spannt, wie sich das wei­ter­ent­wi­ckelt. Wir wer­den mit al­ler Ent­schie­den­heit da­ge­gen­hal­ten", kün­dig­te Bo­se an. Auch aus an­de­ren Dienst­leis­tungs­fir­men, ge­prägt von Di­gi­ta­li­sie­rung und di­gi­ta­ler Tech­nik, kä­men jun­ge Be­schäf­tig­te auf Ver­di zu. Nach der Star­teu­pho­rie am Ar­beits­platz trä­ten mehr Mit­spra­che bei den Ar­beits­be­din­gun­gen und si­che­re­re Ar­beits­plät­ze ins Be­wusst­sein, be­rich­te­te Bo­se. "Das ist wie vor Jah­ren bei den Call-Cen­tern."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de