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Ge­werk­schaf­ten wol­len über Luft­han­sas Bil­lig­flie­ger ver­han­deln

Luft­han­sa will ih­ren Bil­ligsek­tor aus­bau­en: Die Ge­werk­schaf­ten re­agie­ren ab­war­tend auf die Plä­ne des neu­en Chefs Cars­ten Sp­ohr. Sie wol­len am Wachs­tum teil­ha­ben, aber so­zia­le Stan­dards nicht auf­ge­ben
Fünf Arbeitnehmer Die Ge­werk­schaf­ten hal­ten sich bis­lang mit Kri­tik zu­rück

11.07.2014. (dpa) - Bei der Luft­han­sa wol­len die star­ken Ge­werk­schaf­ten über die ge­ra­de vor­ge­stell­ten Bil­lig­plä­ne des Vor­stands ver­han­deln.

Es sei ver­nünf­tig, die Kern­mar­ke Luft­han­sa auf­zu­wer­ten und mit der Wings-Fa­mi­lie auf ei­ne Zweit­mar­ken­stra­te­gie zu set­zen, wenn da­bei pre­kä­re Ar­beits­ver­hält­nis­se ver­mie­den wer­den, sag­te der Chef der Ka­bi­nen­ge­werk­schaft UFO, Ni­coley Baublies, der Nach­rich­ten­agen­tur dpa am Don­ners­tag.

Auch Ver­tre­ter der Ver­ei­ni­gung Cock­pit und Ver­di hiel­ten sich mit Kri­tik an den Plä­nen zu­rück, die der neue Luft­han­sa-Chef Cars­ten Sp­ohr am Mitt­woch vor­ge­stellt hat­te.

Es sei un­ab­ding­bar, dass die Ka­bi­nen­crews der Bil­lig­töch­ter in Deutsch­land oder den an­de­ren Hei­mat­märk­ten des Kon­zerns sta­tio­niert wer­den und hie­si­gem Ta­rif­recht un­ter­lie­gen, ver­lang­te Baublies. So ha­be er kein Pro­blem da­mit, wenn künf­tig Eu­ro­wings-Ma­schi­nen in Ba­sel ein­ge­setzt wer­den und die Be­schäf­tig­ten dann nach Schwei­zer Recht ar­bei­ten. Es ge­he aber nicht an, mit der Su­n­ex­press aus der Tür­kei und zu dor­ti­gen Ta­rif­be­din­gun­gen Lang­stre­cken von deut­schen Flug­hä­fen an­zu­bie­ten. Die Flie­ger müss­ten in Deutsch­land sta­tio­niert wer­den. "Das ist ei­ne ro­te Li­nie für das Ge­samt­pa­ket", sag­te Baublies.

Luft­han­sa hat­te am Don­ners­tag be­kräf­tigt, Su­n­ex­press als Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men mit der Tur­kish Air­lines für künf­ti­ge Bil­lig­an­ge­bo­te auf der Lang­stre­cke nut­zen zu wol­len. Dar­über ge­be es be­reits fort­ge­schrit­te­ne Ge­sprä­che, hat­te Sp­ohr ver­si­chert, was auch Su­n­ex­press-Chef Paul Schwai­ger dem Fach­ma­ga­zin fvw be­stä­tig­te. Es ste­he auch be­reits fest, dass die Flie­ger in Deutsch­land be­hei­ma­tet sein soll­ten. Das De­men­ti der Tur­kish vom Vor­abend be­zog sich da­nach auf die Grün­dung ei­nes neu­en Un­ter­neh­mens. Den Fe­ri­en­flie­ger Su­n­ex­press hat­ten Tur­kish und Luft­han­sa 1989 ins Le­ben ge­ru­fen. Im Jahr 2013 be­för­der­te die Ge­sell­schaft nach ei­ge­nen An­ga­ben rund 7 Mil­lio­nen Flug­gäs­te zwi­schen Deutsch­land und der Tür­kei.

UFO wer­de die Be­schäf­tig­ten im Ge­samt­kon­zern im Blick hal­ten, sag­te Baublies. "Wir ha­ben die Kon­zern­bril­le auf." Es ge­he da­her auch nicht an, dass die Ta­rif­be­din­gun­gen bei der für den Eu­ro­pa­ver­kehr vor­ge­se­he­nen Eu­ro­wings dau­er­haft un­ter de­nen bei Ger­manwings lie­gen. Wenn man dem Kon­zern ta­rif­lich ent­ge­gen­kom­me, wer­de das eher in ei­ner um­fas­sen­den Re­ge­lung für al­le ge­sche­hen und müs­se zu­dem mit Ge­winn­be­tei­li­gun­gen für den Er­folgs­fall ver­bun­den sein.

Ver­di be­grüß­te, dass es bei Luft­han­sa nicht mehr aus­schließ­lich um Kos­ten­sen­kun­gen ge­he. Vom Wachs­tum müss­ten aber al­le Kon­zern­be­rei­che pro­fi­tie­ren kön­nen. Ein Spre­cher ver­lang­te, dass den Bil­lig­töch­tern künf­tig vor­ge­schrie­ben wer­de, dass sie be­stimm­te Dienst­leis­tun­gen et­wa zu Ca­te­ring, War­tung oder Bo­den­ab­fer­ti­gung in­ner­halb des Kon­zerns be­stel­len müss­ten. Ver­di sei be­reit, dar­über ei­nen Ta­rif­ver­trag ab­zu­schlie­ßen.

Die Pi­lo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) will sich die Plä­ne des Ma­nage­ments zu­nächst im De­tail er­läu­tern las­sen, sag­te ein Spre­cher. Knack­punkt ist ins­be­son­de­re die so ge­nann­te "Be­ree­de­rung": Luft­han­sa-Flü­ge dür­fen nur von Luft­han­sa-Pi­lo­ten zu den Be­din­gun­gen des Kon­zern­ta­rif­ver­trags ge­flo­gen wer­den. "Luft­han­sa kennt die­se Gren­zen auch", sag­te der Spre­cher.

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Letzte Überarbeitung: 13. Januar 2015

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