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Grü­nen schla­gen Not­fonds für frei­be­ruf­li­che Heb­am­men vor

Für ih­re Haft­pflicht­ver­si­che­rung müs­sen Heb­am­men tief in die Ta­sche grei­fen: Jetzt sind die Prä­mi­en er­neut ge­stie­gen. Die Grü­nen fürch­ten um die am­bu­lan­te Ge­burts­hil­fe - und se­hen Hand­lungs­be­darf
Brutkasten Was for­dern die Grü­nen?

23.07.2015. (dpa) - Die Grü­nen im säch­si­schen Land­tag ha­ben mehr Un­ter­stüt­zung für frei­be­ruf­li­che Heb­am­men und die am­bu­lan­te Ge­burts­hil­fe ge­for­dert.

"Da auf Bun­des­ebe­ne kei­ne Lö­sung in Sicht ist, brau­chen wir ei­ne kurz­fris­ti­ge Lö­sung auf Lan­des­ebe­ne", sag­te Grü­nen-Frak­ti­ons­chef Volk­mar Zscho­cke am Mitt­woch in Dres­den.

Er reg­te an­ge­sichts dras­tisch stei­gen­der Haft­pflicht­prä­mi­en ei­nen "Heb­am­men-Not­fonds" an, aus dem die Ge­burts­hel­fe­rin­nen Zu­schüs­se bis zu 5000 Eu­ro er­hal­ten könn­ten.

Et­wa je­de drit­te frei­be­ruf­li­che Heb­am­me in Sach­sen ha­be die Ge­burts­hil­fe in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren auf­ge­ge­ben, so Zscho­cke. Heu­te ar­bei­te­ten nur noch rund 70 Frau­en in die­sem Be­reich. Nun ver­schär­fe sich die Si­tua­ti­on wei­ter. Im Ju­li ist die Haft­pflicht­prä­mie für die Ge­burts­hil­fe um 20 Pro­zent auf knapp 6300 Eu­ro jähr­lich ge­stie­gen. 2014 la­gen die Bei­trä­ge noch bei 5091 Eu­ro.

Frei­be­ruf­li­che Heb­am­men sind durch die Prä­mie sehr be­las­tet. Über ei­nen von den Kas­sen zu zah­len­den fi­nan­zi­el­len Aus­gleich gibt es seit län­ge­rem Streit. Zu­letzt wa­ren die Ver­hand­lun­gen zwi­schen den Heb­am­men und dem Spit­zen­ver­band der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen (GKV) ge­schei­tert. Ein of­fe­ner Punkt zwi­schen bei­den Sei­ten ist die Fra­ge nach Qua­li­täts­kri­te­ri­en für Haus­ge­bur­ten.

Zscho­cke sieht die am­bu­lan­te Ver­sor­gung durch Heb­am­men in Ge­fahr und Ge­burts­häu­ser von der Schlie­ßung be­droht. "Der Frei­staat darf nicht zu­schau­en, wie die letz­ten Heb­am­men in Sach­sen auf­grund der ho­hen Haft­pflicht­prä­mi­en ge­zwun­gen sind, ih­ren Be­ruf auf­zu­ge­ben", sag­te er. Die Grü­nen for­der­ten die Lan­des­re­gie­rung auf, die am­bu­lan­te Ge­burts­hil­fe in Sach­sen zu si­chern so­wie ei­ne lan­des­wei­te Sta­tis­tik zur Heb­am­men­ver­sor­gung zu er­stel­len. Sol­che Zah­len lie­gen den An­ga­ben zu­fol­ge bis­her nicht vor.

Die Ein­füh­rung ei­nes Run­den Ti­sches zur Lö­sung der Pro­ble­me, wie von den Grü­nen vor­ge­schla­gen, hat­te das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um ab­ge­lehnt. Die Leis­tun­gen der Heb­am­men­hil­fe wür­den durch den GKV-Spit­zen­ver­band und die Be­rufs­ver­bän­de der Heb­am­men ge­re­gelt, hieß es.

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Letzte Überarbeitung: 24. November 2016

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