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15/289a Kam­mer: Flücht­lin­ge sind «Kon­junk­tur­pa­ket» für Hand­werks­be­trie­be

Ei­ne Kli­nik oder ei­ne In­dus­trie­hal­le als Flücht­lings­un­ter­kunft her­zu­rich­ten, das geht nicht oh­ne Hand­wer­ker: Vor al­lem Ma­ler, Elek­tri­ker und In­stal­la­teu­re ha­ben der­zeit gut zu tun
Hausbau Hand­wer­ker schaf­fen Un­ter­künf­te für Flücht­lin­ge

16.10.2015. (dpa) - Der stei­gen­de Be­darf an Flücht­lings­un­ter­künf­ten schlägt sich in den Auf­trags­bü­chern der Hand­werks­be­trie­be in Thü­rin­gen nie­der. Nach An­ga­ben der Hand­werks­kam­mer Er­furt pro­fi­tie­ren vor al­lem Fir­men des Bau- und Aus­bau­ge­wer­bes wie Ma­ler oder Elek­tri­ker, aber auch Flei­sche­rei­en, Bä­cke­rei­en und Ca­te­rer von den Flücht­lin­gen. «Das wirkt wie ein Kon­junk­tur­pa­ket», sag­te der Er­fur­ter Kam­mer­prä­si­dent Ste­fan Lo­ben­stein am Don­ners­tag. Zu­gleich se­he das Hand­werk ei­ne gro­ße Chan­ce, den Be­darf an Fach­kräf­ten mit Asyl­su­chen­den zu kom­pen­sie­ren.

Vie­le der ins Land kom­men­den Men­schen ver­füg­ten über Grund­fer­tig­kei­ten im Hand­werk. Um sie in den Ar­beits­markt zu in­te­grie­ren, dür­fe al­ler­dings die zeit­wei­li­ge Ab­sen­kung be­stimm­ter Stan­dards kein Ta­bu sein, sag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Kam­mer, Tho­mas Mal­che­rek. Das gel­te vor al­lem für den Min­dest­lohn, aber auch für ver­si­che­rungs­recht­li­che Fra­gen bei Prak­ti­ka. Lo­ben­stein warb zu­dem für ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung bei den An­for­de­run­gen an die Deutsch­kennt­nis­se als Vor­aus­set­zung für ei­nen Job im Hand­werk. Nicht in al­len Hand­werks­be­rei­chen sei­en so­fort ex­zel­len­te Sprach­kennt­nis­se nö­tig.

Aus Sicht der Kam­mer hal­ten die der­zei­ti­gen Blei­be­recht-Re­ge­lun­gen vie­le Fir­men da­von ab, Flücht­lin­ge ein­zu­stel­len oder aus­zu­bil­den. «Die Re­ge­lun­gen sind nicht ver­läss­lich und un­ge­ord­net», kri­ti­sier­te Mal­che­rek. Dass die Neu­re­ge­lung des Asyl­rechts für jun­ge Flücht­lin­ge, die ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung an­stre­ben, kei­ne Ver­bes­se­rung brin­ge, hat­te zu­vor schon Thü­rin­gens Ar­beits­mi­nis­te­rin Hei­ke Wer­ner (Lin­ke) kri­ti­siert. Auch mit dem neu­en Ge­setz wür­den sie wie bis­her nur ein Jahr lang ge­dul­det, ei­ne Ver­län­ge­rung der Dul­dung sei nicht si­cher.

Die Kam­mer leg­te am Don­ners­tag ih­ren Kon­junk­tur­be­richt für das drit­te Quar­tal 2015 vor. Dem­nach schät­zen 91 Pro­zent der Hand­werks­be­trie­be in Mit­tel- und Nord­thü­rin­gen ih­re Ge­schäfts­la­ge als gut oder be­frie­di­gend ein; auch die Er­war­tun­gen fal­len bei neun von zehn Be­trie­ben op­ti­mis­tisch aus. Nach wie vor för­de­re die un­ge­brems­te Kon­sum­lau­ne in Zei­ten nied­ri­ger Spar­zin­sen die Ge­schäf­te der Hand­wer­ker, hieß es. In Thü­rin­gen gibt es rund 31 000 Hand­werks­be­trie­be, die in drei Hand­werks­kam­mern or­ga­ni­siert sind.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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