HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/021

Hartz-IV-Gut­schei­ne: Un­ter­schied­li­che Re­geln, kei­ne ge­nau­en Zah­len

Die Job­cen­ter ver­tei­len un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen an Be­dürf­ti­ge Le­bens­mit­tel­gut­schei­ne: Wie und wo die­se ein­ge­löst wer­den kön­nen, ist aber nicht ein­heit­lich ge­re­gelt. Ei­ne jun­ge Mut­ter hat in Braun­schweig er­lebt, was das be­deu­ten kann
Drei Äpfel Wie wird mit den Le­bens­mit­tel­gut­schei­nen um­ge­gan­gen?

16.01.2014. (dpa) - Das Ein­lö­sen von Le­bens­mit­tel­gut­schei­nen für Hartz-IV-Emp­fän­ger ist nicht ein­heit­lich ge­re­gelt.

Je­des Job­cen­ter kön­ne selbst ent­schei­den, ob es Ver­ein­ba­run­gen mit Ge­schäf­ten dar­über trifft, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Bun­des­agen­tur für Ar­beit.

Gut­schei­ne wer­den von den Job­cen­tern in Not­la­gen oder bei Sank­tio­nen an­stel­le von Bar­geld an Be­dürf­ti­ge aus­ge­ge­ben.

Die­se Pra­xis kann da­zu füh­ren, dass Ver­käu­fe an Be­dürf­ti­ge ab­ge­lehnt wer­den.

Pas­siert ist das vor kur­zem ei­ner jun­gen Mut­ter in Braun­schweig. Sie stand plötz­lich mit hoch­ro­tem Kopf und rat­los an der Kas­se ei­nes Dis­coun­ters. Die Ver­käu­fe­rin und die Markt­lei­te­rin lehn­ten es ab, ih­ren vom Job­cen­ter aus­ge­stell­ten Gut­schein an­zu­neh­men. Ein an­de­rer Kun­de half schließ­lich aus und über­nahm die Kos­ten für den Ein­kauf.

Für das Job­cen­ter Braun­schweig ist das ein Ein­zel­fall. "Bis­her sind kei­ne Fäl­le be­kannt, in de­nen Gut­schei­ne nicht ak­zep­tiert wur­den", sag­te Spre­che­rin Da­nie­la Kern. Die Ein­lö­sung liegt je­doch im Er­mes­sen je­des ein­zel­nen Ge­schäfts, ver­pflich­tet zur An­nah­me sind Ge­schäf­te nicht.

"Wel­che Su­per­märk­te, Dis­coun­ter oder Ein­zel­händ­ler die Gut­schei­ne ak­zep­tie­ren, ver­han­deln die Job­cen­ter vor Ort", er­läu­ter­te Ilo­na Mirt­schin von der Bun­des­agen­tur für Ar­beit in Nürn­berg. Bei den Job­cen­tern im Braun­schwei­ger Land gibt es aber bei­spiels­wei­se kei­ne sol­chen Ver­ein­ba­run­gen. "Gut­schei­ne wer­den in der Re­gel an­er­kannt. Bei we­ni­gen Händ­lern ist die Ak­zep­tanz für die Gut­schei­ne nicht sehr hoch. Die­se sind be­kannt, und Kun­din­nen und Kun­den wer­den dar­auf hin­ge­wie­sen", teil­te die Agen­tur für Ar­beit Braun­schweig-Gos­lar mit.

Der Han­dels­ver­band Nie­der­sach­sen-Bre­men ist zu­rück­hal­tend, wenn es um die Gut­schei­ne geht. Ge­schäfts­füh­rer Hans-Joa­chim Ram­bow sag­te, dass die Gut­schei­ne ein zu­sätz­li­cher Ar­beits­auf­wand für die Ge­schäf­te sei­en. Es muss pe­ni­bel auf­ge­lis­tet wer­den, was ver­kauft wur­de. Die Be­le­ge müs­sen beim Job­cen­ter ein­ge­reicht wer­den.

Wie oft und in wel­cher Hö­he Gut­schei­ne bun­des­weit ver­teilt und ein­ge­löst wer­den, ist aber nicht be­kannt. Die Bun­des­agen­tur ha­be kei­ne sta­tis­ti­schen Da­ten dar­über, sagt Spre­che­rin Mirt­schin in Nürn­berg. Dies ha­be tech­ni­sche Grün­de, er­läu­tert die Re­gio­nal­di­rek­ti­on Nie­der­sach­sen-Bre­men. In der Buch­hal­tung zähl­ten die­se Pos­ten zu den Ein­mal­aus­zah­lun­gen - wie di­ver­se an­de­re auch. Die Sam­mel­ka­te­go­rie lie­ße kei­ne Rück­schlüs­se auf den An­lass der Zah­lung zu.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de