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Ha­seloff for­dert Aus­nah­men vom Min­dest­lohn für Flücht­lin­ge

In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen be­deu­tet auch In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt: Ist der Min­dest­lohn da ei­ne zu gro­ße Hür­de?
Wird es ei­ne Son­der­re­ge­lung ge­ben?

24.09.2015. (dpa) - An­ge­sichts der ho­hen Zahl an Flücht­lin­gen in Deutsch­land hat Sach­sens-An­halts Mi­nis­ter­prä­si­dent Rei­ner Ha­seloff (CDU) Aus­nah­men vom Min­dest­lohn ge­for­dert.

"Wir brau­chen drin­gend Fle­xi­bi­li­sie­run­gen und Son­der­lö­sun­gen, da­mit auch we­ni­ger qua­li­fi­zier­te Men­schen ei­ne Chan­ce ha­ben, im Ar­beits­markt un­ter­zu­kom­men", sag­te Ha­seloff in ei­nem In­ter­view der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Flücht­lin­ge mit nied­ri­ger Qua­li­fi­ka­ti­on könn­ten den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro teils nicht er­wirt­schaf­ten.

Die­se Men­schen könn­ten oh­ne neue Re­ge­lung nicht in den Ar­beits­markt in­te­griert wer­den, warn­te Ha­seloff, der einst Ar­beits­amts­di­rek­tor war und als Fach­mann für den Ar­beits­markt gilt.

Zu­vor hat­te be­reits der Chef des Münch­ner Ifo-In­sti­tuts, Hans-Wer­ner Sinn, im Min­dest­lohn ein Hin­der­nis für die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen ge­se­hen. Die Ge­werk­schaf­ten und auch Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) hat­ten sich ge­gen Son­der­re­ge­lun­gen aus­ge­spro­chen.

Auch die SPD als Ko­ali­ti­ons­part­ner in Sach­sen-An­halt sprach sich ge­gen den Vor­stoß aus. «Wer Men­schen für noch we­ni­ger Geld be­schäf­tigt, sorgt nicht nur da­für, dass sie von staat­li­cher Hil­fe ab­hän­gig blei­ben. Er drückt auch die Löh­ne ein­hei­mi­scher Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer», er­klär­te SPD-Che­fin Kat­rin Bud­de.

Die Op­po­si­ti­on lehn­te ei­nen nied­ri­ge­ren Min­dest­lohn eben­falls ab. Links­frak­ti­ons­chef Wulf Gal­lert warf Ha­seloff vor, ei­ne Bil­lig­lohn­kon­kur­renz ge­gen ein­hei­mi­sche Ar­beits­kräf­te schaf­fen zu wol­len. "Mit In­te­gra­ti­on und Will­kom­mens­kul­tur hat das al­les nichts, aber auch gar nichts zu tun." Grü­nen-Frak­ti­ons­che­fin Clau­dia Dal­bert er­klär­te: "Der Min­dest­lohn muss gel­ten, er ist das min­des­te, um hier an­ge­mes­se­nen be­zahlt zu wer­den und le­ben zu kön­nen."

Die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de sprach sich eben­falls ge­gen Aus­nah­men aus. "Bei der Be­schäf­ti­gung von Flücht­lin­gen gel­ten die glei­chen ar­beits­recht­li­chen und ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen wie bei al­len an­de­ren Be­schäf­tig­ten in Deutsch­land", sag­te ein Spre­cher. "Der Vor­schlag, Flücht­lin­ge vom all­ge­mei­nen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn aus­zu­neh­men, ist ab­we­gig."

Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke warn­te in Leip­zig vor ei­nem Miss­brauch von Flücht­lin­gen als Lohn­drü­cker. Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft wol­le da­zu bei­tra­gen, "dass die­je­ni­gen, die kom­men, und die­je­ni­gen, die hier sind, nicht ge­gen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den", sag­te Bsirs­ke auf ei­nem Ver­di-Bun­des­kon­gress.

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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