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Heb­am­men­man­gel: Schro­ben­hau­se­ner Kli­nik macht Kreiß­sä­le dicht

Das Kreis­kran­ken­haus Schro­ben­hau­sen macht für die kom­men­den zwei Mo­na­te die Kreiß­sä­le dicht - aus Man­gel an Heb­am­men. De­ren Be­rufs­ver­band über­rascht das nicht: Im­mer mehr klei­ne Kran­ken­häu­ser in Bay­ern schlie­ßen die Ge­burts­hil­fe kom­plett
Brutkasten War­um herrscht aku­ter Man­gel?

02.04.2016. (dpa) - Schwan­ge­re Frau­en kön­nen in den kom­men­den zwei Mo­na­ten nicht mehr im Schro­ben­hau­se­ner Kreis­kran­ken­haus ent­bin­den.

Der Grund: aku­ter Heb­am­men­man­gel.

"Wir müs­sen lei­der die Kreiß­sä­le ab Mon­tag bis En­de Mai schlie­ßen. Es wer­den nur ge­plan­te Kai­ser­schnit­te durch­ge­führt", sag­te der Ge­schäfts­füh­rer der Kli­nik, Diet­mar Ei­ne, am Frei­tag.

Er be­stä­tig­te da­mit meh­re­re Me­di­en­be­rich­te.

Zu dem dras­ti­schen Schritt kam es dem Ge­schäfts­füh­rer zu­fol­ge, weil im Zu­ge der Um­stel­lung von frei­be­ruf­li­chen auf an­ge­stell­te Ge­burts­hel­fe­rin­nen meh­re­re Mit­ar­bei­te­rin­nen ge­kün­digt hät­ten. Die Su­che nach neu­en Heb­am­men ge­stal­te­te sich schwie­rig. "Nun kam kurz­fris­tig da­zu, dass ei­ne ein­ge­plan­te Kol­le­gin krank wur­de und wir nicht al­le Diens­te aus­rei­chend be­set­zen kön­nen", er­läu­ter­te Ei­ne. "Da aber En­de Mai ei­ne Kol­le­gin aus der El­tern­zeit zu­rück­kommt, wird die Ge­burts­hil­fe dann wie­der ge­öff­net."

Für die Vor­sit­zen­de des Baye­ri­schen Heb­am­men­ver­bands, As­trid Gie­sen, kommt die Mel­dung nicht über­ra­schend. "In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ha­ben meh­re­re klei­ne­re Kran­ken­häu­ser in Bay­ern die Ge­burts­hil­fe erst vor­über­ge­hen und dann dau­er­haft ge­schlos­sen", sag­te sie.

27 Kli­ni­ken im Frei­staat ha­ben al­lei­ne in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren ih­re Kreiß­sä­le für im­mer dicht ge­macht. Le­dig­lich in Zwie­sel ist nach ei­nem Eng­pass die Ge­bur­ten­sta­ti­on wie­der ge­öff­net wor­den. Für Gie­sen liegt die Schuld klar bei der Po­li­tik: "Es gibt ei­nen ge­woll­ten Trend, die Ge­burts­hil­fe zu zen­tra­li­sie­ren und nur noch in gro­ßen Häu­sern an­zu­bie­ten. Das Pro­blem ist aber, dass die In­fra­struk­tur fehlt, um trotz­dem ei­ne wohn­ort­na­he Ver­sor­gung der Müt­ter an­zu­bie­ten."

Auch die Heb­am­men­knapp­heit ist für Gie­sen ein alt­be­kann­tes Pro­blem. Es feh­le an Nach­wuchs. Be­son­ders für frei­be­ruf­li­che Heb­am­men loh­ne sich die Ar­beit fi­nan­zi­ell erst in Kli­ni­ken mit et­wa 500 Ge­bur­ten jähr­lich, da sie sehr teu­re Ver­si­che­run­gen ab­schlie­ßen müs­sen und pro Ge­burt be­zahlt wer­den.

In Schro­ben­hau­sen kom­men rund 300 Kin­der pro Jahr zur Welt. Po­si­tiv be­wer­te­te Gie­sen, dass die Heb­am­men dort künf­tig an­ge­stellt wer­den sol­len. Ih­rer Ein­schät­zung nach lohnt sich für ein Kran­ken­haus die­ser Schritt ei­gent­lich erst, wenn pro Jahr dort et­wa 1000 Ba­bys auf die Welt kom­men. "Das zeigt, dass dort de­fi­ni­tiv ver­sucht wird, die Ge­burts­hil­fe wei­ter­zu­füh­ren."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 24. November 2016

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