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ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/029

Ho­tels und Gast­stät­ten in MV lo­cken Azu­bis aus Sü­d­eu­ro­pa

Gut 1000 of­fe­ne Lehr­stel­len in Kü­chen, Re­stau­rants und Ho­tels Meck­len­burg-Vor­pom­merns: Der Fach­kräf­te­man­gel zeigt sich im­mer deut­li­cher. Ho­tels und Gast­stät­ten hof­fen auch auf jun­ge Aus­län­der. Doch die Ge­werk­schaft warnt vor der Aus­beu­tung von Bil­lig­löh­nern
Wie vie­le Azu­bis wer­den be­nö­tigt?

23.01.2014. (dpa) - In Meck­len­burg-Vor­pom­mern fin­den deut­lich mehr jun­ge Aus­län­der ein Sprung­brett ins Be­rufs­le­ben als in be­nach­bar­ten Nord­län­dern.

Wie der DGB Nord am Mitt­woch mit­teil­te, wur­den in Ho­tels und Gast­stät­ten des Lan­des im vo­ri­gen Herbst 218 aus­län­di­sche Lehr­lin­ge ge­zählt.

Das wa­ren zehn­mal so vie­le wie im be­nach­bar­ten Schles­wig-Hol­stein, wo 21 jun­ge Aus­län­der in die Gas­tro­no­mie ver­mit­telt wur­den.

In Ham­burg sei­en es 31 ge­we­sen.

Die deut­li­che Mehr­zahl der meist aus Sü­d­eu­ro­pa stam­men­den Aus­zu­bil­den­den sei da­mit in der Gas­tro­no­mie Meck­len­burg-Vor­pom­merns be­schäf­tigt – und da­mit in der Bil­lig­lohn-Bran­che des Nor­dens, be­ton­te DGB Nord-Chef Uwe Pol­ka­ehn. Er mahn­te die Ar­beits­mi­nis­te­ri­en der Län­der, "sehr ge­nau dar­auf zu ach­ten, dass die an­ge­reis­ten Ar­beits­kräf­te nicht als aus­ge­beu­te­te Bil­lig­löh­ner en­den".

Zur Ar­beit­neh­mer­frei­zü­gig­keit ge­hö­re auch, ei­ne Will­kom­mens­kul­tur und Qua­li­fi­ka­ti­ons­struk­tur zu ent­wi­ckeln. "Wer mit Wan­der­ar­bei­tern nur den schnel­len Eu­ro ma­chen will, ist fehl am Plat­ze in der So­zia­len Markt­wirt­schaft", be­ton­te der Ge­werk­schaf­ter.

Die Gas­tro­no­mie in Meck­len­burg-Vor­pom­mern klagt seit län­ge­rem über mas­si­ven Man­gel an jun­gen Kö­chen, Kell­nern und Ho­tel­fach­leu­ten. Zum Aus­bil­dungs­be­ginn im Spät­som­mer 2013 wa­ren nach An­ga­ben der Ar­beits­agen­tur Nord rund 1200 Stel­len un­be­setzt. Al­ler­dings sind die Löh­ne in der Bran­che trotz zu­letzt deut­li­cher Ta­rif­stei­ge­run­gen ge­ring und auch die Ar­beits­zei­ten schre­cken jun­ge Leu­te häu­fig ab.

Auch ins­ge­samt über­stieg laut DGB die Zahl der in Meck­len­burg-Vor­pom­mern re­gis­trier­ten aus­län­di­schen Azu­bis mit 296 die der west­li­chen Nach­barn. In Ham­burg sei­en 2013 zu­sam­men 50 jun­ge Aus­län­der in Be­trie­be der wich­tigs­ten Bran­chen ver­mit­telt wor­den, in Schles­wig-Hol­stein 52. Für 2014 wür­den in Ham­burg 57 und in Schles­wig-Hol­stein 150 Aus­bil­dungs­plät­ze für jun­ge Aus­län­der an­ge­bo­ten. In Meck­len­burg-Vor­pom­mern sei­en es knapp 500, 342 da­von in Ho­tels und Gast­stät­ten, 40 im Si­cher­heits­ge­wer­be, 37 in der Al­ten­pfle­ge.

Mit dem Pro­gramm Mo­bi­Pro-EU zur be­ruf­li­chen Aus­bil­dung un­ter­stützt Deutsch­land die Be­kämp­fung der Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit in Eu­ro­pa. Die An­ge­bo­te rich­ten sich vor al­lem an In­ter­es­sen­ten in Spa­ni­en und Grie­chen­land. Das öst­li­che Nach­bar­land Po­len, aus dem in­zwi­schen eben­falls vie­le jun­ge Leu­te ei­ne Aus­bil­dung in Meck­len­burg-Vor­pom­mern auf­ge­nom­men ha­ben, ist nicht an dem spe­zi­el­len Ver­mitt­lungs­pro­gramm be­tei­ligt und fällt da­mit auch nicht in die Mo­bi­Pro-EU-Sta­tis­tik.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. September 2014

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