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ARBEITSRECHT AKTUELL // 11/252

IG Me­tall sucht nach Per­spek­ti­ven für Man­ro­land

IG Me­tall will ein Zu­kunfts­kon­zept für das Of­fen­ba­cher Werk des Druck­ma­schi­nen­her­stel­lers Man­ro­land er­ar­bei­ten
Ausgestülpte leere Hosentasche mit Hand Lee­re Ta­schen bei Man­ro­land

17.12.2011 (dpa) - Die IG Me­tall will selbst ein Zu­kunfts­kon­zept für das Of­fen­ba­cher Werk des in­sol­ven­ten Druck­ma­schi­nen­her­stel­lers Man­ro­land er­ar­bei­ten. Zu­sam­men mit ex­ter­nen Be­ra­tern wer­de man An­fang Ja­nu­ar 2012 ei­nen ent­spre­chen­den Plan vor­le­gen, sag­te die Of­fen­ba­cher Ge­werk­schafts­be­voll­mäch­tig­te Ma­ri­ta We­ber in Frank­furt. Der im Kon­zern für Bo­gen­druck­ma­schi­nen zu­stän­di­ge Stand­ort mit 1900 Be­schäf­tig­te ha­be gu­te Pro­duk­te und ei­ne Rei­he von Kern­kom­pe­ten­zen, die auch wei­ter­hin ge­nutzt wer­den könn­ten. An den drei Stand­or­ten Of­fen­bach, Augs­burg und Plau­en wol­len die Be­schäf­tig­ten die Pro­test­ak­tio­nen zum Er­halt ih­rer Ar­beits­plät­ze fort­set­zen.

Am kom­men­den Mitt­woch soll ei­ne Men­schen­ket­te um das Werk Augs­burg, dem Stamm­sitz des Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­mens, fol­gen. "Tau­sen­de Ar­beits­plät­ze sind di­rekt bei Man­ro­land be­droht", wei­te­re bei Zu­lie­fe­rern, heißt es in dem Auf­ruf von Be­triebs­rat und IG Me­tall in Augs­burg zu der Ak­ti­on in der kom­men­den Wo­che. Man­ro­land mit bun­des­weit noch rund 5000 Mit­ar­bei­tern hat­te En­de No­vem­ber In­sol­venz an­ge­mel­det. In Augs­burg ar­bei­ten nach Be­triebs­rats­an­ga­ben der­zeit noch 2400 Mit­ar­bei­ter.

Mit ei­ner Lich­ter­ket­te mach­ten die Man­ro­län­der am Frei­tag in Plau­en auf ih­re La­ge auf­merk­sam. Mit Fa­ckeln und La­ter­nen stell­ten sie sich für rund ei­ne St­un­de am Werk ent­lang ei­ner Bun­des­stra­ße auf. "Zwi­schen 400 und 500 Mit­ar­bei­ter hat­ten sich ver­sam­melt", be­rich­te­te Ste­fan Ka­de­mann von der IG-Me­tall. Am Stand­ort Plau­en sind et­wa 720 Mit­ar­bei­ter be­trof­fen.

Als Bei­spiel für ein neu­es Kon­zept nann­te die IG Me­tall die Gie­ße­rei im Of­fen­ba­cher Ro­land­werk, das be­reits jetzt Tei­le für MAN-Mo­to­ren her­stel­le und für ex­ter­ne Auf­trag­ge­ber ge­öff­net wer­den kön­ne. Die ge­gen­wär­ti­ge La­ge in dem Werk be­schrieb We­ber als schwie­rig. So droh­ten trotz des ver­füg­ba­ren Mas­se­kre­dits Lie­fer­eng­päs­se durch Fol­gein­sol­ven­zen bei Zu­lie­fe­rern.

Der­zeit ha­be das Werk noch Auf­trä­ge für et­wa 80 Druck­ma­schi­nen in der Pipe­line. Neue Auf­trä­ge sei­en we­gen der un­ge­klär­ten Zu­kunft der Fir­ma der­zeit aber nur schwer zu be­kom­men. Die mil­lio­nen­teu­ren Druck­ma­schi­nen müss­ten schließ­lich in je­dem Fall vor­fi­nan­ziert wer­den. Auch Ser­vice und Ge­währ­leis­tung müss­ten ge­klärt sein.

Schwe­re Vor­wür­fe er­hob die Funk­tio­nä­rin ge­gen die bis­he­ri­ge Ge­schäfts­füh­rung un­ter Gerd Fink­bei­ner, die wich­ti­ge Tech­no­lo­gie nach Augs­burg ver­la­gert und wei­te­re Ent­wick­lun­gen oder ein ver­nünf­ti­ges Mar­ke­ting der Of­fen­ba­cher Pro­duk­te be­hin­dert ha­be. Lob ver­teil­te sie an die baye­ri­sche Lan­des­re­gie­rung, die sich bis­lang als ein­zi­ge aus den be­trof­fe­nen Län­dern ein­deu­tig zu Hil­fen für die kri­seln­de Fir­ma be­reit­er­klärt ha­be. In Hes­sen ha­be sie das Ge­fühl, dass FDP-Wirt­schafts­mi­nis­ter Die­ter Posch gar nichts un­ter­neh­men wol­le.

Die IG Me­tall tritt wei­ter­hin für ei­ne über­grei­fen­de Lö­sung un­ter Ein­be­zie­hung der bei­den an­de­ren Druck­ma­schi­nen­rie­sen Hei­del­ber­ger so­wie Ko­enig&Bau­er ein.

IG Me­tall und Be­triebs­rä­te wol­len für Frei­tag, den 13. Ja­nu­ar, zur De­mons­tra­ti­on vor den Kon­zern­zen­tra­len von Al­li­anz und MAN auf­ru­fen. Haupt­eig­ner Al­li­anz und Mit­ei­gen­tü­mer MAN hat­ten dem ver­lust­rei­chen Un­ter­neh­men im No­vem­ber den Geld­hahn zu­ge­dreht. In­sol­venz­ver­wal­ter Wer­ner Schnei­der führt mit Hoch­druck Ge­sprä­che, um bis En­de Ja­nu­ar 2012 ei­nen In­ves­tor im In- oder Aus­land zu fin­den.

Am Stand­ort Of­fen­bach er­hal­ten die Ro­län­der Un­ter­stüt­zung vom ört­li­chen Fuß­ball­ver­ein Ki­ckers, der 500 Frei­kar­ten an die Ar­bei­ter ver­teilt hat und ih­nen vor dem Dritt­li­ga­spiel am Sams­tag ein Pro­test-Fo­rum im Sta­di­on ge­ben will. Am kom­men­den Mitt­woch soll dann mit ei­ner Ak­ti­on in der In­nen­stadt die Be­deu­tung der rund 1900 Ar­beits­plät­ze für die struk­tur­schwa­che Stadt am Main ver­an­schau­licht wer­den. Für je­den be­droh­ten Ar­beits­platz wird dann ein Stuhl auf die Stra­ße ge­stellt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 21. September 2016

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