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15/038a Nach IG BAU-Vor­stoß: Um­zugs­prä­mie für Se­nio­ren stößt auf Skep­sis

In Groß­städ­ten le­ben vie­le al­lein ste­hen­de Se­nio­ren in gro­ßen Woh­nun­gen - Fa­mi­li­en da­ge­gen müs­sen sich häu­fig mit we­ni­ger Platz ab­ge­ben: Der IG BAU-Chef hat nun ei­ne Um­zugs­prä­mie für Se­nio­ren vor­ge­schla­gen - und ei­ne De­bat­te an­ge­sto­ßen
Alter Mann mit Hund im Wald Wie kann der Woh­nungs­man­gel ge­löst wer­den?

06.02.2015. (dpa) - Für 5000 Eu­ro sol­len Se­nio­ren aus ei­ner gro­ßen Woh­nung aus­zie­hen und so Platz schaf­fen für Fa­mi­li­en - mit die­sem Vor­schlag hat Ro­bert Fei­ger, Bun­des­vor­sit­zen­der der IG BAU, am Don­ners­tag für Dis­kus­si­ons­stoff ge­sorgt.

In der "Bild"-Zei­tung sag­te Fei­ger, der Staat sol­le Se­nio­ren 5000 Eu­ro zah­len, da­mit sie Um­zugs­hel­fer, Mak­ler und Re­no­vie­rungs­kos­ten fi­nan­zie­ren kön­nen.

Bei so­zia­len In­sti­tu­tio­nen in Bay­ern stößt der Vor­stoß auf Skep­sis.

Pro­ble­ma­tisch an dem Vor­schlag sei, dass er die Ver­ant­wor­tung für das Woh­nungs­pro­blem in Groß­städ­ten auf die Se­nio­ren schiebt, sag­te Die­ter Ros­ner, kom­mis­sa­ri­scher Lei­ter des Se­nio­ren­am­tes Nürn­berg. Dass es zu we­nig be­zahl­ba­ren Wohn­raum für be­stimm­te Ziel­grup­pen - et­wa Fa­mi­li­en oder Men­schen mit ge­rin­gem Ein­kom­men - gibt, sei je­doch ein ge­ne­rel­les Pro­blem. Da dür­fe nicht der Ein­druck ent­ste­hen, als wür­den Se­nio­ren Woh­nun­gen be­set­zen, auf die sie kei­nen An­spruch hät­ten.

Zu we­nig in­ter­es­san­te Woh­nungs­al­ter­na­ti­ven für Äl­te­re in ih­rer ge­wohn­ten Um­ge­bung nennt auch Nor­bert Hu­ber, Ge­schäfts­füh­rer der Münch­ner Ca­ri­tas, als ei­nen der Grün­de, wes­halb ei­ne Um­zugs­prä­mie wohl nur we­nig Wir­kung zei­gen wür­de. "Al­lein in Mün­chen ste­hen 17 000 Woh­nun­gen leer, die die Ei­gen­tü­mer nicht ver­mie­ten wol­len", sag­te Hu­ber. Hier müs­se an­ge­setzt wer­den.

Den Man­gel an güns­ti­gen Klein­woh­nun­gen führt auch Ul­ri­ke Ma­sch­ner an. Die Prä­si­den­tin und zu­gleich Lan­des­vor­sit­zen­de des So­zi­al­ver­ban­des VdK sagt der "Bild", es müs­se da­für ge­sorgt wer­den, dass es aus­rei­chend "preis­wer­te Woh­nun­gen im sel­ben Stadt­teil" für die Se­nio­ren gibt.

Äl­te­ren Men­schen sei es wich­tig, in ih­rer ver­trau­ten Um­ge­bung zu blei­ben, sag­te auch Amts­lei­ter Ros­ner. Ver­bän­de und So­zi­al­ver­wal­tung un­ter­stütz­ten Se­nio­ren ge­nau da­bei, mög­lichst lan­ge in ih­ren ei­ge­nen vier Wän­den le­ben zu kön­nen. Zu­dem sei die Mie­te in klei­nen Woh­nun­gen heu­te oft hö­her als die, die Se­nio­ren in den gro­ßen Woh­nun­gen zah­len.

Se­nio­ren dür­fen sich Ros­ner zu­fol­ge nicht un­ter Druck ge­setzt füh­len, aus­zie­hen zu müs­sen. Soll­te ein äl­te­rer Mie­ter aber frei­wil­lig in ei­ne klei­ne­re Woh­nung zie­hen wol­len, dann sei es si­cher sinn­voll, ihn bei Woh­nungs­su­che und Um­zug zu un­ter­stüt­zen.

Ca­ri­tas-Chef Hu­ber glaubt, dass 5000 Eu­ro als An­reiz für ei­nen Um­zug nicht aus­reich­ten. Für äl­te­re Men­schen be­deu­te ein Woh­nungs­wech­sel ein­fach ei­ne zu gro­ße An­stren­gung. Woh­nungs­su­che, Um­zug, an­de­re Um­ge­bung, Ver­hand­lun­gen mit dem al­ten und dem neu­en Ver­mie­ter - das schre­cke Se­nio­ren ab. Wenn es ei­ne Agen­tur gä­be, die das al­les über­neh­men wür­de, könn­te das Se­nio­ren eher zum Um­zie­hen be­we­gen.

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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