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Die IG Me­tall rich­tet sich auf die Zeit nach Hu­ber ein

IG-Me­tall-Chef Bert­hold Hu­ber tritt ab: Um sei­ne Nach­fol­ge gibt es kein Ge­ran­gel, doch der au­ßer­or­dent­li­che Ge­werk­schafts­tag hat noch wei­te­re Per­so­na­li­en zu be­schlie­ßen
Wech­sel im Vor­stand der IG Me­tall

05.06.2013. (dpa) - Die IG Me­tall baut ih­ren Vor­stand um.

Auf dem au­ßer­or­dent­li­chen Ge­werk­schafts­tag am 24./25. No­vem­ber wird wohl nicht nur wie an­ge­kün­digt Ge­werk­schafts­chef Bert­hold Hu­ber (63) sei­nen Ab­schied neh­men.

Mit Haupt­kas­sie­rer Ber­tin Eich­ler (60) und der Ta­rif­ex­per­tin Hel­ga Schwit­zer (62) sol­len vor­aus­sicht­lich zwei wei­te­re Mit­glie­der des ge­schäfts­füh­ren­den Vor­stands ih­re Ses­sel in der Frank­fur­ter Haupt­ver­wal­tung für Jün­ge­re räu­men.

Das letz­te Wort ha­ben frei­lich die rund 500 De­le­gier­ten in Frank­furt.

Zu dem au­ßer­or­dent­li­chen Ge­werk­schafts­tag wer­den er­neut die Ge­werk­schaf­ter zu­sam­men­ge­ru­fen, die dem Duo Hu­ber/Wet­zel so ziem­lich die ein­zi­ge Schlap­pe ih­rer Amts­zeit zu­ge­fügt ha­ben. Sie sperr­ten sich im Ok­to­ber 2011 ge­gen den Wunsch nach ei­nem klei­ne­ren, schlag­kräf­ti­gen Vor­stand und brach­ten statt­des­sen mit Chris­tia­ne Ben­ner und Jür­gen Ker­ner zwei neue Kräf­te in das Füh­rungs­gre­mi­um.

Hu­ber hat­te den ge­schäfts­füh­ren­den Vor­stand ur­sprüng­lich mal auf drei Köp­fe ver­klei­nern wol­len, hat­te in Karls­ru­he fünf vor­ge­schla­gen und muss­te schließ­lich die sie­ben­köp­fi­ge Be­set­zung hin­neh­men. Da­mit ver­bun­den ist auch ein grö­ße­rer Ap­pa­rat in der Zen­tra­le, die ei­gent­lich zu­guns­ten der Flä­che ab­ge­schmol­zen wer­den soll­te.

Doch an der Grö­ße des Gre­mi­ums wird auf dem au­ßer­or­dent­li­chen Ge­werk­schafts­tag nicht ge­rüt­telt, ei­ne blu­ti­ge Na­se in Sat­zungs­fra­gen dürf­te dem de­si­gnier­ten Hu­ber-Nach­fol­ger Det­lef Wet­zel bis auf Wei­te­res ge­nü­gen. Der Vor­stand wird in we­ni­gen Ta­gen ein kom­plet­tes Per­so­nal­ta­bleau für die Zeit nach Hu­ber prä­sen­tie­ren.

Als si­che­rer Vi­ze hin­ter dem 60 Jah­re al­ten West­fa­len Wet­zel wird be­reits seit län­ge­rem der Stutt­gar­ter Be­zirks­chef Jörg Hof­mann ge­han­delt. Der üb­li­che Kräf­te­pro­porz zwi­schen den bei­den wich­tigs­ten IG-Me­tall-Be­zir­ken wä­re da­mit wei­ter­hin ge­wahrt, der drei Jah­re jün­ge­re Hof­mann könn­te Wet­zel nach des­sen Amts­zeit be­er­ben.

Nach äl­te­rer IG-Me­tall-Tra­di­ti­on wird Hof­mann dem Ver­neh­men nach die Ver­ant­wort­lich­keit für die Ta­rif­po­li­tik be­an­spru­chen. Die bis­lang da­für zu­stän­di­ge Hel­ga Schwit­zer tritt vor­aus­sicht­lich nicht mehr an. Die Ta­rif­po­li­tik ist ein Ge­biet, auf dem der Stutt­gar­ter die Er­fah­rung aus et­li­chen Pi­lot­ab­schlüs­sen in der Schlüs­sel­bran­che Me­tall und Elek­tro vor­wei­sen kann, auch wenn der ak­tu­el­le Ab­schluss erst­mals seit 1995 wie­der im Be­zirk Bay­ern ge­lang.

Das führ­te prompt zu ver­nehm­ba­rer Kri­tik aus dem Süd­wes­ten: Por­sche-Be­triebs­rat Uwe Hück zeig­te sich - mut­maß­lich im Ein­ver­neh­men mit Hof­mann - un­zu­frie­den mit dem Ab­schluss aus Mün­chen. Das Si­gnal der Stutt­gar­ter ist ein­deu­tig: Wir hät­ten mehr her­aus­ge­holt.

Für die üb­ri­gen fünf Vor­stands­pos­ten sind der So­zi­al­po­li­ti­ker Hans-Jür­gen Ur­ban (51), die Gleich­stel­lungs­ex­per­tin Chris­ti­an Ben­ner (45) und der für IT, Sie­mens und wei­te­re Ge­bie­te zu­stän­di­ge Jür­gen Ker­ner (44) ge­setzt. Ei­ne Neu­ver­tei­lung der Auf­ga­ben ist schon we­gen des ge­plan­ten Aus­schei­dens Eich­lers und Schwit­zers un­um­gäng­lich.

Die zwei frei­en Pos­ten wer­den in der zen­tra­lis­ti­schen IG Me­tall gleich­wohl nach ver­schie­de­nen Pro­porz­er­wä­gun­gen be­setzt. Es ist da­her durch­aus wahr­schein­lich, dass ne­ben Ben­ner ei­ne zwei­te Frau in den Vor­stand ein­zie­hen wird.

Und ei­ne uni­ons­na­he Kraft gibt es seit dem er­zwun­ge­nen Rück­zug der CDU-So­zi­al­po­li­ti­ke­rin Re­gi­na Gör­ner im en­ge­ren Füh­rungs­zir­kel der ei­gent­lich als Ein­heits­ge­werk­schaft auf­tre­ten­den IG Me­tall erst­mals seit An­be­ginn der Bun­des­re­pu­blik gar nicht mehr.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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