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Deut­sche In­dus­trie zu­ver­sicht­lich: 2016 Wachs­tum von knapp zwei Pro­zent

BDI-Prä­si­dent Gril­lo ist op­ti­mis­ti­scher als vie­le Öko­no­men: Die deut­sche Wirt­schaft dürf­te im kom­men­den Jahr um rund zwei Pro­zent zu­le­gen. Das aber sei kein Selbst­läu­fer, mahnt er
Zwei Männchen mit Euro Wie wird sich die Wirt­schaft ent­wi­ckeln?

30.12.2015. (dpa) - Die deut­sche In­dus­trie rech­net trotz an­hal­ten­der Ri­si­ken auch im Jahr 2016 mit ei­nem sta­bi­len Wirt­schafts­wachs­tum in Deutsch­land.

Es sei er­neut ein An­stieg der Wirt­schafts­leis­tung von "knapp zwei Pro­zent" zu er­war­ten, sag­te BDI-Prä­si­dent Ul­rich Gril­lo der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Da­mit bleibt der In­dus­trie­ver­band op­ti­mis­ti­scher als vie­le Öko­no­men.

"Die Un­si­cher­hei­ten sind je­doch groß", räum­te Gril­lo ein.

Pro­ble­me be­rei­ten könn­ten die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in Deutsch­land und in an­de­ren EU-Staa­ten so­wie die Kon­flik­te im Na­hen und Mitt­le­ren Os­ten.

"Wie sich die Flücht­lin­ge auf die ge­samt­wirt­schaft­li­che Leis­tung aus­wir­ken wer­den, kön­nen wir der­zeit noch nicht gut be­zif­fern", sag­te Gril­lo. Es sei­en aber auch po­si­ti­ve Kon­junk­tur­ef­fek­te zu er­war­ten durch zu­sätz­li­che Kon­sum­aus­ga­ben.

"Die wirt­schaft­li­che La­ge in Deutsch­land bleibt ge­prägt durch ei­ne sehr er­freu­li­che Ent­wick­lung der Be­schäf­ti­gung und des pri­va­ten Ver­brauchs", sag­te der Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen In­dus­trie (BDI) wei­ter. "Die rea­len Ein­kom­men der Haus­hal­te wer­den auch im nächs­ten Jahr kräf­tig wach­sen. Die gu­te Ar­beits­markt­ent­wick­lung dürf­te sich fort­set­zen."

Die staat­li­chen Aus­ga­ben wer­den aus Sicht Gril­los leicht zu­le­gen, um die Flücht­lin­ge zu ver­sor­gen. Zu­dem stock­ten Bund und Kom­mu­nen In­ves­ti­tio­nen auf. Die pri­va­ten Aus­ga­ben dürf­ten eben­falls an­zie­hen. Die deut­sche Kon­junk­tur blei­be stark vom Ver­brauch ge­trie­ben. Von der Gü­ter-Pro­duk­ti­on oder von In­no­va­tio­nen er­war­tet Gril­lo da­ge­gen kei­ne star­ken Im­pul­se.

Die deut­schen Ex­por­te und Im­por­te wer­den aus Sicht des In­dus­trie­ver­ban­des kräf­tig wach­sen. Die güns­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen wie der nied­ri­ge Eu­ro­kurs, preis­wer­tes Öl und nied­ri­ge Zin­sen setz­ten sich fort.

Er­heb­li­che Ri­si­ken birgt aus Sicht des BDI aber die ge­rin­ge­re Wachs­tums­dy­na­mik in wich­ti­gen Schwel­len­län­dern. Von Bra­si­li­en gin­gen 2016 kei­ne Im­pul­se für die Welt­wirt­schaft aus, von Chi­na ge­rin­ge­re als 2015. Trotz nied­ri­ge­rer Wachs­tums­ra­ten blei­be Chi­na ein wich­ti­ger Markt. "Wenn die Markt­öff­nung und der Um­bau zu ei­nem qua­li­ta­ti­ven Wachs­tum ge­lin­gen, dann bie­tet Chi­na wei­ter enor­me Chan­cen für die deut­sche Wirt­schaft", sag­te Gril­lo.

"In Russ­land müs­sen wir uns 2016 mit ei­nem schrump­fen­den Markt ab­fin­den", sag­te der BDI-Chef. Mit Blick auf die von der EU ver­län­ger­ten Sank­tio­nen ge­gen Mos­kau we­gen des Ukrai­ne-Kon­flikts sprach sich Gril­lo da­für aus, den Dia­log trotz­dem auf­recht zu hal­ten. Die Sank­tio­nen könn­ten aber nur auf­ge­ho­ben wer­den, wenn die Be­din­gun­gen da­für er­füllt sei­en.

Gril­lo warn­te, an­ge­sichts der vie­len Kri­sen dür­fe es die Po­li­tik nicht ver­säu­men, die deut­sche Wirt­schaft für die Zu­kunft fit zu ma­chen. "Da muss mehr pas­sie­ren als bis­her."

Der BDI-Prä­si­dent for­der­te ei­nen stär­ke­ren Aus­bau und Er­halt der öf­fent­li­chen In­fra­struk­tur. "Zwei­tens müs­sen wir un­se­re Haus­auf­ga­ben in der deut­schen und eu­ro­päi­schen En­er­gie­po­li­tik er­le­di­gen." Schließ­lich müs­se die In­no­va­ti­ons­kraft ge­stärkt wer­den: "Spä­tes­tens im nächs­ten Ko­ali­ti­ons­ver­trag brau­chen wir ein Maß­nah­men­pa­ket, das bei A wie Aus­bil­dung be­ginnt und bei Z wie Zu­kunfts­in­ves­ti­tio­nen en­det."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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