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In­dus­tri­e­len­ker wol­len sich stär­ker für Flücht­lin­ge en­ga­gie­ren

An­ge­sichts Tau­sen­der Flücht­lin­ge in Deutsch­land will sich auch die Wirt­schaft als "Teil der Ge­sell­schaft" stär­ker ein­brin­gen: Und den Mund auf­ma­chen ge­gen Frem­den­feind­lich­keit, oh­ne Angst um den Ak­ti­en­kurs
Was for­dern die Top­ma­na­ger?

07.09.2015. (dpa) - Deut­sche Top-Ma­na­ger ha­ben mehr En­ga­ge­ment für Flücht­lin­ge an­ge­kün­digt.

"Wir kön­nen nicht so tun, als gin­ge es uns nichts an, wenn er­trun­ke­ne Kin­der an die Küs­ten des Mit­tel­mee­res ge­spült wer­den und ver­zwei­fel­te Men­schen durch Eu­ro­pa zie­hen, auf der Su­che nach ei­ner fried­li­chen Zu­kunfts­per­spek­ti­ve", sag­te der Chef des Es­se­ner Che­mie­kon­zerns Evo­nik, Klaus En­gel, dem "Han­dels­blatt" (Mon­tag).

Por­sche-Boss Mat­thi­as Mül­ler sag­te der "Süd­deut­schen Zei­tung" (Sams­tag) auf die Fra­ge, wie die In­dus­trie prak­tisch hel­fen kön­ne: "Mit neu­en Ar­beits­plät­zen!"

In Deutsch­land ge­be es et­wa Hun­dert­tau­sen­de of­fe­ne Stel­len, sag­te der Post-Vor­stands­vor­sit­ze Frank Ap­pel. Er for­der­te im "Han­dels­blatt", den Flücht­lin­gen rasch Ar­beits­be­wil­li­gun­gen aus­zu­stel­len, da­mit Un­ter­neh­men das Po­ten­zi­al der Mi­gran­ten nut­zen könn­ten.

Daim­ler-Chef Die­ter Zet­sche kün­dig­te an, un­ter den Flücht­lin­gen nach Ar­beits­kräf­ten zu su­chen. "Ich könn­te mir vor­stel­len, dass wir in den Auf­nah­me­zen­tren die Flücht­lin­ge über Mög­lich­kei­ten und Vor­aus­set­zun­gen in­for­mie­ren, in Deutsch­land oder bei Daim­ler Ar­beit zu fin­den", sag­te Zet­sche der "Bild am Sonn­tag". "Die meis­ten Flücht­lin­ge sind jung, gut aus­ge­bil­det und hoch mo­ti­viert. Ge­nau sol­che Leu­te su­chen wir doch."

Er füg­te hin­zu: "Sie kön­nen uns - ähn­lich wie vor Jahr­zehn­ten die Gast­ar­bei­ter - hel­fen, un­se­ren Wohl­stand zu er­hal­ten bzw. zu ver­meh­ren. Deutsch­land kann doch die frei­en Ar­beits­plät­ze gar nicht mehr al­lein mit Deut­schen be­set­zen." Im Au­gust wa­ren 2,8 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land oh­ne Job. Das war zu­gleich die nied­rigs­te Ar­beits­lo­sig­keit in ei­nem Au­gust seit 1991.

Der Chef des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges (DIHK), Eric Schweit­zer, for­der­te mehr Sprach­un­ter­richt für Asyl­be­wer­ber. Deutsch­kennt­nis­se sei­en "Vor­aus­set­zung für Aus­bil­dung und Be­schäf­ti­gung".

Mül­ler for­der­te die Top­ma­na­ger au­ßer­dem zu kla­ren Wor­ten ge­gen Frem­den­feind­lich­keit auf. "Es ist an der Zeit, dass Wirt­schafts­len­ker zu be­stimm­ten Din­gen ih­re Mei­nung sa­gen. Wir müs­sen uns Ex­tre­mis­mus ent­ge­gen­stel­len und Hal­tung zei­gen", sag­te er. Die In­dus­trie dür­fe sich nicht aus Angst um den Ak­ti­en­kurs oder vor per­sön­li­chen An­grif­fen zu­rück­hal­ten. "Das darf die Wirt­schaft nicht, wir sind schließ­lich Teil der Ge­sell­schaft."

Der Por­sche-Chef wand­te sich ge­gen die Un­ter­schei­dung zwi­schen po­li­tisch Ver­folg­ten und Men­schen, die aus wirt­schaft­li­chen Grün­den nach Deutsch­land kom­men. "Ich wün­sche je­dem Men­schen auf der Welt, dass er ein­mal am Tag warm es­sen und ru­hig schla­fen kann. Kein Mensch gibt doch frei­wil­lig und leich­ten Her­zens sei­ne Hei­mat auf." Mül­ler wünscht sich mehr Ge­sprä­che zwi­schen Po­li­tik und Wirt­schaft, um der Flücht­lings­kri­se Herr zu wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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