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In­te­gra­ti­on in Ar­beits­markt braucht laut Ex­per­ten lan­gen Atem

Ar­beit­ge­ber, Ge­werk­schaf­ten und Ar­beits­agen­tur sind sich ei­nig: Die bes­te In­te­gra­ti­on für Flücht­lin­ge ist es, sie in Jobs zu brin­gen. Der DGB warnt Un­ter­neh­men, sie vom Min­dest­lohn aus­zu­neh­men. Die CDU Rhein­land-Pfalz dringt auf ein Ge­setz zur In­te­gra­ti­ons­pflicht
War­um sind in Rhein­land-Pfalz so vie­le Zu­wan­de­rer ar­beits­los?

08.12.2015. (dpa) - Die In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge in den Ar­beits­markt wird nach An­sicht von Ar­beit­ge­bern, Ge­werk­schaf­ten und Ar­beits­agen­tur in Rhein­land-Pfalz noch lan­ge dau­ern und viel Geld kos­ten.

Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB), der Un­ter­neh­mer­ver­band LVU und die Bun­des­agen­tur für Ar­beit be­zeich­ne­ten die Ar­beit am Mon­tag in Mainz als Schlüs­sel zur In­te­gra­ti­on.

Die Zahl ar­beits­fä­hi­ger Flücht­lin­ge mit an­er­kann­tem Asyl schätzt die Ar­beits­agen­tur für die­ses Jahr auf min­des­tens 11 000 bis 12 000.

Be­hör­den­che­fin Heidrun Schulz rech­net da­mit, dass da­von bis zu 15 Pro­zent in­ner­halb ei­nes Jah­res ei­nen Job fin­den, rund die Hälf­te brau­che bis zu fünf Jah­re.

DGB-Lan­des­chef Diet­mar Mu­scheid warn­te die Un­ter­neh­men da­vor, den Min­dest­lohn für Flücht­lin­ge aus­zu­set­zen.: "In­te­gra­ti­on be­deu­tet nicht: Job um je­den Preis." Es dür­fe kei­nen Ar­beits­markt zwei­ter Klas­se ge­ben. Der Prä­si­dent der Lan­des­ver­ei­ni­gung Un­ter­neh­mer­ver­bän­de (LVU), Ger­hard Braun, be­ton­te: "Wir wol­len kei­ne Aus­nah­men spe­zi­fisch für Flücht­lin­ge." Er warb aber da­für, die sechs­mo­na­ti­ge Aus­nah­me für Lang­zeit­ar­beits­lo­se vom Min­dest­lohn auch auf Flücht­lin­ge zu über­tra­gen. Nach sei­nen An­ga­ben sind vier von fünf Flücht­lin­gen noch nicht ge­nug aus­ge­bil­det. Vor al­lem im Dienst­leis­tungs­sek­tor sieht Braun Job­mög­lich­kei­ten für we­ni­ger gut aus­ge­bil­de­te Flücht­lin­ge.

Bis­her sind in Rhein­land-Pfalz über­durch­schnitt­lich vie­le Zu­wan­de­rer ar­beits­los. Wäh­rend 4,8 Pro­zent der Deut­schen im Land 2014 oh­ne Ar­beit wa­ren, lag die Ar­beits­lo­sen­quo­te un­ter Aus­län­dern bei 12,1 Pro­zent. Das geht aus dem neu­en Zu­wan­de­rungs- und In­te­gra­ti­ons­be­richt der Lan­des­re­gie­rung her­vor. Die Job­cen­ter bie­ten laut Schulz spe­zi­el­le Pro­gram­me für Flücht­lin­ge. Ab 2016 ist in je­dem Kreis ein "Be­schäf­ti­gungs­pi­lot" ge­plant, der bei der Job­su­che hilft. Die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung rech­net in­zwi­schen mit rund 50 000 Flücht­lin­gen, die in die­sem Jahr ins Land kom­men - un­ter 40 000 wa­ren zwi­schen­zeit­lich er­war­tet wor­den.

Die CDU Rhein­land-Pfalz will beim Bun­des­par­tei­tag in der kom­men­den Wo­che in Karls­ru­he ih­ren Vor­schlag für ein In­te­gra­ti­ons­pflicht­ge­setz ein­brin­gen. CDU-Lan­des­che­fin Ju­lia Klöck­ner sieht da­für auch in Tei­len der SPD Un­ter­stüt­zung. «Ich ha­be Zu­stim­mung von SPD-Kom­mu­na­len», sag­te sie am Mon­tag in Mainz. Die CDU will Flücht­lin­ge zum Er­ler­nen der deut­schen Spra­che und zur An­er­ken­nung ge­sell­schaft­li­cher Grund­wer­te ver­pflich­ten. Wenn das nicht pas­siert, sol­len Leis­tun­gen ge­kürzt wer­den.

Das Ziel des Ge­set­zes sei die mög­lichst schnel­le und nach­hal­ti­ge Teil­nah­me am öf­fent­li­chen Le­ben, der er­folg­rei­che Schul­be­such, die Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit. Für den An­trag ge­be es un­ter an­de­rem auch Un­ter­stüt­zung von der CDU Hes­sen, Ba­den-Würt­tem­berg und Nie­der­sach­sen. CDU-Vi­ze Klöck­ner glaubt, dass Kanz­le­rin und Par­tei­che­fin An­ge­la Mer­kel beim Par­tei­tag die Zu­stim­mung der Mit­glie­der für ih­re Asyl­po­li­tik er­hal­ten wird.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 1. August 2016

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