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Je­der Zwei­te er­hält be­reits seit mehr als vier Jah­ren Hartz IV

Ein­mal Hartz IV - im­mer Hartz IV? Die­sen Ein­druck ver­mit­teln je­den­falls jüngs­te Da­ten der Bun­des­agen­tur für Ar­beit: Da­nach be­zieht fast die Hälf­te der Hartz-IV-Be­trof­fe­nen mehr als vier Jah­re Grund­si­che­rung - zur La­ge der Ar­beits­lo­sen sagt das aber we­nig aus
Schreiben der Bundesagentur für Arbeit mit darauf liegenden Geldscheinen Was sagt Hartz IV über die La­ge der Ar­beits­lo­sen aus?

13.07.2013. (dpa) - Je­der zwei­te Hartz-IV-Emp­fän­ger er­hält nach An­ga­ben der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) be­reits seit vier Jah­ren Geld vom Job­cen­ter.

Von den sechs Mil­lio­nen Hartz-IV-Be­trof­fe­nen sei­en im Jahr 2012 mehr als 2,8 Mil­lio­nen oder 46,5 Pro­zent auf die so­ge­nann­te Grund­si­che­rung an­ge­wie­sen, be­rich­te­te BA-Spre­che­rin An­ja Huth und be­stä­tig­te da­mit ei­nen ent­spre­chen­den Be­richt der "Bild"-Zei­tung (Frei­tag).

Al­ler­dings sei nur ein Teil da­von ar­beits­los, re­la­ti­vier­te die Spre­che­rin den Zei­tungs­be­richt.

Die Zahl sa­ge da­her nicht un­be­dingt et­was über die Si­tua­ti­on von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen in Deutsch­land aus.

Zu je­nen, die über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum Hartz IV be­zö­gen, ge­hör­ten al­lein 300 000 al­lein­er­zie­hen­de Frau­en: Sie ver­zich­te­ten von sich aus auf ei­ne Job­ver­mitt­lung und be­zö­gen drei Jah­re lang Grund­si­che­rung, um sich auf die Kin­der­er­zie­hung kon­zen­trie­ren zu kön­nen, gab die BA-Spre­che­rin zu be­den­ken.

Hin­zu­kä­men rund 1,2 Mil­lio­nen so­ge­nann­te Auf­sto­cker, die zwar ei­nen Job hät­ten, da­von aber nicht le­ben könn­ten. "Et­li­che von ih­nen ver­die­nen da­bei gar nicht schlecht, er­hal­ten aber we­gen ih­rer gro­ßen Fa­mi­lie er­gän­zend Hartz-IV", er­läu­tert BA-Spre­che­rin Huth.

Rich­tig sei, dass be­son­ders häu­fig Kin­der Hartz IV be­zie­hen müss­ten. In der Al­ters­grup­pe der 7- bis 15-Jäh­ri­gen sei­en bun­des­weit 56,1 Pro­zent schon seit mehr als vier Jah­ren auf Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen an­ge­wie­sen.

"Da­bei darf nicht ver­ges­sen wer­den, dass die Kin­der mit dem Hartz-IV-Be­zug ih­rer El­tern au­to­ma­tisch eben­falls zu Hartz-IV-Emp­fän­gern wer­den", er­läu­ter­te Huth. Trotz­dem se­he die Bun­des­agen­tur die­se Ent­wick­lung mit Sor­ge.

Was die Si­tua­ti­on von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen an­ge­he, so hat sich nach BA-Ein­schät­zung die Si­tua­ti­on in den ver­gan­ge­nen Jah­ren spür­bar ver­bes­sert. "Wir ha­ben über 700 000 Lang­zeit­ar­beits­lo­se we­ni­ger als 2007. Noch nie wa­ren so we­ni­ge Men­schen auf Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung an­ge­wie­sen wie im ver­gan­ge­nen Jahr", er­läu­ter­te das für Hartz IV zu­stän­di­ge BA-Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt.

Wer Men­schen, die schon län­ger ar­beits­los wa­ren, in Ar­beit brin­gen wol­le, brau­che ei­nen lan­gen Atem. Es daue­re oft Jah­re, Men­schen mit Schul­den, Dro­gen­sucht oder ei­ner Er­kran­kung für den Ar­beits­markt fit zu ma­chen. "Er­fol­ge zei­gen sich des­halb nicht un­be­dingt von heu­te auf mor­gen", un­ter­strich Alt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. Juli 2014

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