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ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/326

Un­ter­for­dert im Job: Pro­blem of­fen an­spre­chen

Die Ar­beits­auf­trä­ge im Job sind ein­tö­nig? Die ei­ge­nen Stär­ken lie­gen wo­an­ders? Das soll­te der Chef wis­sen. Wer sich für Hö­he­res be­ru­fen fühlt, muss das aber mit Ar­gu­men­ten be­le­gen kön­nen
Langeweile am Arbeitsplatz, Boreout Un­ter­for­de­rung soll­te an­ge­spro­chen wer­den

20.10.2016. (dpa) - Im­mer nur Fleiß­ar­beit, wäh­rend die wirk­lich span­nen­den Pro­jek­te an­de­re Kol­le­gen be­kom­men: Wer sich im Be­ruf un­ter­for­dert fühlt, soll­te das ge­gen­über dem Chef an­spre­chen.

Das al­lein ge­nügt aber nicht: Man muss auch die ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten auf­zei­gen, die bis­her un­ge­nutzt blei­ben: "Viel­leicht kennt der Chef die­se Vor­zü­ge gar nicht", sagt Prof. Bri­git­te Wit­zer, die Füh­rungs­kräf­te coacht.

Der Ton ist beim An­spre­chen ent­schei­dend. Schließ­lich will ja kei­ner als Ar­beits­ver­wei­ge­rer da­ste­hen. Wich­tig sei des­halb, das Gan­ze char­mant zu ver­pa­cken.

Ei­ne Mög­lich­keit sei, zu sei­nem Chef zu sa­gen: "Ich ma­che das ger­ne, kei­ne Fra­ge." Da­nach kön­nen Be­schäf­tig­te er­klä­ren, dass sie mit ih­ren Fä­hig­kei­ten bei an­de­ren Auf­ga­ben nütz­li­cher sein kön­nen. "Man muss un­be­dingt wis­sen, was man rich­tig gut kann", be­tont Wit­zer.

Soll ei­ne Se­kre­tä­rin zum Bei­spiel Da­ten in ei­ne Ex­cel-Ta­bel­le über­tra­gen, könn­te sie gleich an­bie­ten, die­se auch aus­zu­wer­ten, weil sie sich mit Sta­tis­tik aus­kennt.

Bei ih­rer Ar­gu­men­ta­ti­on soll­ten Män­ner und Frau­en ei­nen ent­schei­den­den Un­ter­schied be­ach­ten: Män­ner wer­den vor al­lem nach Po­ten­zi­al be­ur­teilt. Ent­schei­dend sei bei ih­nen die Fra­ge: Könn­te er das ler­nen? Bei Frau­en steht da­ge­gen die Per­for­mance im Vor­der­grund, sie müs­sen sich oft erst in klei­ne­ren Pro­jek­ten be­wei­sen. Bei ih­rer Ein­schät­zung für Auf­ga­ben lau­tet die Fra­ge: Kann sie das? Dann müs­se sie das auch zei­gen, und zwar so­fort. "Die­ser Un­ter­schied zwi­schen Po­ten­zi­al und Per­for­mance ist ge­schlech­ter­spe­zi­fisch", meint Wit­zer.

Män­ner soll­ten dar­um vor al­lem ih­re Mög­lich­kei­ten be­to­nen, wäh­rend Frau­en auf Auf­ga­ben und Pro­jek­te hin­wei­sen soll­ten, die sie schon er­folg­reich be­wäl­tigt ha­ben. So zei­gen sie, dass sie ei­ner Auf­ga­be ge­wach­sen sind.

Al­ler­dings gibt es die­se Un­ter­schie­de auch bei Vor­ge­setz­ten: Che­fin­nen schau­en ge­ne­rell eher nach der Per­for­mance - un­ab­hän­gig da­von, ob sie Män­ner oder Frau­en be­ur­tei­len. Man soll­te klar­ma­chen, wel­che Qua­li­fi­ka­tio­nen oder Er­fah­run­gen für kon­kre­te Auf­ga­ben nütz­lich sein kön­nen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 27. Januar 2017

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