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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/295

Job­auf­schwung ver­liert laut Ar­beits­lo­sen­zah­len wei­ter an Fahrt

Ar­beits­lo­sig­keit steigt im Au­gust auf 2,9 Mil­lio­nen
Fünf Arbeitnehmer Nach Ex­per­ten­mei­nung soll der Be­schäf­ti­gungs­rück­gang nur ei­nen klei­nen Teil der Wirt­schaft tref­fen

30.08.2012. (dpa) - Der deut­sche Job­auf­schwung ver­liert wei­ter an Fahrt. Auch im Au­gust hat sich die­ser Trend nach Ex­per­ten­ein­schät­zung fort­ge­setzt.

Nach Be­rech­nun­gen der von der Nach­rich­ten­agen­tur dpa be­frag­ten Fach­leu­te wa­ren im Au­gust 2,906 Mil­lio­nen Män­ner und Frau­en oh­ne Ar­beit; dies wä­ren rund 15.000 mehr als im Ju­li und nur noch 40.000 we­ni­ger als vor ei­nem Jahr.

Für ge­wöhn­lich sinkt die Ar­beits­lo­sig­keit im Au­gust im Ver­gleich zum Vor­mo­nat leicht. Die of­fi­zi­el­len Zah­len will die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) an die­sem Don­ners­tag be­kannt­ge­ben.

Der Haupt­grund für den An­stieg sei die Som­mer­pau­se, be­ton­ten die Fach­leu­te. Vor al­lem in Ba­den-Würt­tem­berg und Bay­ern hät­ten im Au­gust vie­le Fir­men noch Werks­fe­ri­en, neue Mit­ar­bei­ter wür­den dort meist erst im Sep­tem­ber ein­ge­stellt. Auch hät­ten vie­le jun­ge Leu­te nach dem En­de ih­rer Aus­bil­dung noch kei­ne neue Stel­le ge­fun­den und mel­de­ten sich wei­ter ar­beits­los.

Trotz­dem ent­wi­ckel­te sich nach ih­rer Ein­schät­zung der Ar­beits­markt schlech­ter als im Hoch­som­mer der ver­gan­ge­nen fünf Jah­re: Von 2007 bis 2011 war die Zahl der Er­werbs­lo­sen im Au­gust im Schnitt um knapp 3.000 ge­sun­ken. "Wir ste­hen wirt­schaft­lich vor ei­nem schlech­ten drit­ten Quar­tal. Die­se Ent­wick­lung greift re­la­tiv rasch auf den Ar­beits­markt über", meint et­wa der Com­merz­bank-Volks­wirt Eck­art Tucht­feld.

Die Re­zes­si­on im Eu­ro­raum dürf­te nach Ein­schät­zung des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW) vor al­lem die ex­port­ab­hän­gi­ge In­dus­trie tref­fen: "Hier dürf­ten teil­wei­se so­gar Kurz­ar­beit und Rück­gän­ge bei der Be­schäf­ti­gung an­ste­hen", sag­te DIW-Deutsch­land­ex­per­te Si­mon Jun­ker am Mitt­woch. Der Rück­gang der Be­schäf­ti­gung wer­de aber nur ei­nen klei­nen Teil der Wirt­schaft tref­fen. "Ins­ge­samt wird die La­ge auf dem Ar­beits­markt au­ßer­or­dent­lich gut blei­ben."

Die­se Ein­schät­zung teilt auch die Bun­des­agen­tur und ver­weist auf die vie­len of­fe­nen Stel­len. Die Rück­gän­ge in den Vor­mo­na­ten si­gna­li­sier­ten al­ler­dings ei­ne "ten­den­zi­ell nach­las­sen­de Kräf­te­nach­fra­ge", räum­te die Bun­des­agen­tur ein. "An­ge­sichts ab­ge­schwäch­ter Kon­junk­tur­er­war­tun­gen zei­gen sich die Un­ter­neh­men ins­ge­samt vor­sich­ti­ger, was wei­te­re Neu­ein­stel­lun­gen an­geht", be­ton­te die BA. Jobs gibt es noch bei Leih­ar­beits­un­ter­neh­men, dem Groß- und Ein­zel­han­del, in Bau­un­ter­neh­men und der Gas­tro­no­mie. Aber auch im Ge­sund­heits- und So­zi­al­we­sen wür­den Kräf­te ge­sucht.

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Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

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