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Job­cen­ter-Per­so­nal­rä­te: Mit­ar­bei­ter füh­len sich "ver­heizt"

Im­mer mehr Auf­ga­ben und zu we­nig Per­so­nal - Mit­ar­bei­ter in deut­schen Job­cen­tern füh­len sich "re­gel­recht ver­heizt", wie sie jetzt in ei­nem Brief an die Bun­des­agen­tur-Spit­ze kla­gen: Die Bun­des­agen­tur wie­der­um hält sich nicht un­be­dingt für den rich­ti­gen An­sprech­part­ner
Fünf Arbeitnehmer Was be­män­geln die Mit­ar­bei­ter?

26.03.2015. (dpa) - Job­cen­ter-Per­so­nal­rä­te ha­ben an­ge­sichts des wach­sen­den Drucks mehr Per­so­nal und "grund­le­gen­de Ver­än­de­run­gen" ge­for­dert.

In ei­nem der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­lie­gen­den Schrei­ben an den Vor­stand der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) heißt es, das ein­ge­setz­te Per­so­nal rei­che nicht aus, um die Auf­ga­ben zu be­wäl­ti­gen.

"Vor al­lem im Leis­tungs­be­reich wird das Per­so­nal re­gel­recht ver­heizt", heißt es im Schrei­ben des ge­schäfts­füh­ren­den Vor­stands der Job­cen­ter-Per­so­nal­rä­te.

Un­ter­zeich­net ist das Schrei­ben von der stell­ver­tre­ten­den Vor­stands­vor­sit­zen­den Bar­ba­ra Oer-Es­ser.

Die Per­so­nal­rä­te be­kla­gen dar­in zu­dem, dass dem vor­han­de­nen Per­so­nal im­mer mehr Auf­ga­ben und Ar­beits­an­wei­sun­gen auf­ge­la­den wür­den, un­ter an­de­rem durch die Um­stel­lung auf ein neu­es Com­pu­ter­sys­tem, ein neu­ar­ti­ges Vier-Au­gen-Prin­zip und durch die elek­tro­ni­sche Ak­te. "In der Fol­ge wird die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Rechts­staa­tes fak­tisch in­fra­ge ge­stellt. Es ge­lingt im­mer sel­te­ner, al­len Leis­tungs­be­rech­tig­ten die ih­nen zu­ste­hen­den Mit­tel recht­zei­tig und ver­läss­lich zur Ver­fü­gung zu stel­len", be­tont Oer-Es­ser in dem Brief.

Die Job­cen­ter-Per­so­nal­rä­te re­agier­ten mit dem Brief un­ter an­de­rem auf die RTL-Sen­dung "Team-Wal­fraff". Der Ent­hül­lungs­jour­na­list hat­te dar­in un­ter an­de­rem über über­for­der­te Job­cen­ter-Mit­ar­bei­ter be­rich­tet, die Lang­zeit­ar­beits­lo­se al­len­falls ver­wal­ten, aber nicht mehr or­dent­lich be­treu­en und ver­mit­teln könn­ten. Mit den Vor­wür­fen be­schäf­tig­te sich am Mitt­woch auch der Bun­des­tags-So­zi­al­aus­schuss.

Nach An­sicht der Job­cen­ter-Per­so­nal­rä­te reicht das Per­so­nal vor al­lem für in­di­vi­du­el­le Be­ra­tungs­ge­sprä­che nicht aus. "Ei­ne sol­che Be­ra­tungs­leis­tung er­for­de­re Zeit, um auf die in­di­vi­du­el­len Pro­blem­la­gen an­ge­mes­sen ein­ge­hen und ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis auf­bau­en zu kön­nen." Zum ei­nen sei­en in­zwi­schen die Er­war­tun­gen der Ar­beit­ge­ber "jen­seits des­sen, was die von uns Be­ra­te­nen auf ab­seh­ba­re Zeit zu er­fül­len ver­mö­gen". Zum an­de­ren lie­ßen so­zia­le Pro­ble­me die Ver­mitt­lung vie­ler Hartz-IV-Be­trof­fe­nen auf ei­nen re­gu­lä­ren Ar­beits­platz al­len­falls "als Fern­ziel" er­schei­nen.

BA-Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt kün­dig­te am Mitt­woch ein Ge­spräch mit den Per­so­nal­rä­ten an. "Es gilt jetzt, in­ner­halb der Or­ga­ni­sa­ti­on die Re­ak­tio­nen auf­zu­neh­men, zu be­wer­ten und ge­mein­sam nach Lö­sun­gen zu su­chen", sag­te der BA-Ma­na­ger der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Hier sei­en al­ler­dings auch der Bund und die Kom­mu­nen ge­fragt. Der Bund ist für die aus­rei­chen­de Fi­nanz­aus­stat­tung der Job­cen­ter ver­ant­wort­lich, die Kom­mu­nen be­trei­ben die Job­cen­ter zu­sam­men mit der Bun­des­agen­tur. Wie es BA-in­tern hieß, sieht sich die Bun­des­agen­tur da­her auch für die Kla­gen nur be­dingt als der rich­ti­ge An­sprech­part­ner.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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