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Ka­bi­nett: An­er­ken­nung aus­län­di­scher Be­rufs­ab­schlüs­se pro­blem­los

Wer mit ei­nem hei­mi­schen Be­rufs­ab­schluss nach Deutsch­land kam, hat­te frü­her oft Pro­ble­me mit der An­er­ken­nung: Das 2012 ein­ge­führ­te Ge­setz ha­be schon ei­ni­ges be­wirkt, stellt die Re­gie­rung fest
Mann hinter hohem Papierstapel Was zeigt der Be­richt zum so­ge­nann­ten An­er­ken­nungs­ge­setz?

11.06.2015. (dpa) - Fast al­le Zu­wan­de­rer, die in Deutsch­land ih­ren aus­län­di­schen Be­rufs­ab­schluss an­er­ken­nen las­sen wol­len, ha­ben da­mit auch Er­folg.

Die­se po­si­ti­ve Bot­schaft ver­mit­telt der Be­richt zum so­ge­nann­ten An­er­ken­nungs­ge­setz, den das Bun­des­ka­bi­nett am Mitt­woch in Ber­lin ver­ab­schie­de­te.

Das Ge­setz hat­te vor drei Jah­ren erst­mals ei­nen Rechts­an­spruch auf Über­prü­fung der Gleich­wer­tig­keit die­ser Be­rufs­ab­schlüs­se mit deut­schen Re­fe­renz­be­ru­fen ge­schaf­fen.

Der Be­richt zeigt laut Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um, dass die An­er­ken­nungs­ver­fah­ren ganz über­wie­gend er­folg­reich sind. In den ers­ten bei­den Jah­ren (1. April 2012 bis 31. De­zem­ber 2013), für die ei­ne amt­li­che Sta­tis­tik vor­liegt, wur­den ins­ge­samt 26 466 An­trä­ge ge­stellt. Fast 96 Pro­zent der Ver­fah­ren, die 2013 be­schie­den wur­den, en­de­ten mit der Fest­stel­lung vol­ler oder teil­wei­ser Gleich­wer­tig­keit.

Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Jo­han­na Wan­ka (CDU) sag­te: "Die Zahl der aus dem Aus­land Zu­ge­zo­ge­nen, die über ei­nen be­ruf­li­chen Ab­schluss ver­fü­gen, ist in den letz­ten Jah­ren stark ge­stie­gen. Wenn un­ser Wohl­stand dau­er­haft ge­si­chert wer­den soll, ist Deutsch­land auf die­se gut qua­li­fi­zier­ten Men­schen an­ge­wie­sen. Ihr Po­ten­zi­al müs­sen wir best­mög­lich nut­zen." Das An­er­ken­nungs­ge­setz sei "ein wich­ti­ges In­stru­ment zur In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt".

Für den Be­richt un­ter­such­te das Bun­des­in­sti­tut für Be­rufs­bil­dung in ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Be­fra­gung An­sich­ten deut­scher Ar­beit­ge­ber zur Re­kru­tie­rung von Zu­ge­wan­der­ten mit aus­län­di­schen Be­rufs­ab­schlüs­sen. Dem­nach ha­ben rund 80 Pro­zent der Be­trie­be kei­ne Be­den­ken, Per­so­nen mit ei­ner im Aus­land er­wor­be­nen Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on ein­zu­stel­len. Zwei Drit­tel der Be­frag­ten sind be­reit, Mit­ar­bei­ter bei ei­nem An­er­ken­nungs­ver­fah­ren kon­kret zu un­ter­stüt­zen.

Wan­ka ap­pel­lier­te an die Be­trie­be, Chan­cen der An­er­ken­nung noch bes­ser zu nut­zen. Ge­ra­de für klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men sei das Ge­setz "ei­ne gu­te Mög­lich­keit, in­ter­es­san­te Fach­kräf­te zu ge­win­nen".

Der DGB-Ab­tei­lungs­lei­ter für Bil­dungs­po­li­tik, Mat­thi­as An­buhl, lob­te das Ge­setz als wich­ti­gen Fort­schritt, aber es lau­fe noch nicht rund. So ge­be es an­ge­sichts von 285 000 einst an­vi­sier­ten An­er­ken­nun­gen "ei­ni­gen Op­ti­mie­rungs­be­darf". Der Be­richt zei­ge auch, "dass die Kos­ten der An­er­ken­nungs­ver­fah­ren und der da­mit ver­bun­de­nen An­pas­sungs­maß­nah­men ei­ne ho­he Hür­de sind".

Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer kri­ti­sier­te ei­nen "bü­ro­kra­ti­schen Over­kill bei der An­er­ken­nung aus­län­di­scher Ge­sund­heits­be­ru­fe". Da­her müs­se "end­lich (...) die zen­tra­le Gut­ach­ten­stel­le ar­beits­fä­hig ein­ge­rich­tet wer­den, um zu schnel­ler, sach­kun­di­ger und ein­heit­li­cher An­er­ken­nung von Qua­li­fi­ka­tio­nen zu kom­men". Kra­mer füg­te hin­zu: "Ich un­ter­stüt­ze nach­drück­lich den Ap­pell der Bun­des­re­gie­rung an die Län­der, um­ge­hend ei­ne fi­nan­zi­ell und per­so­nell aus­rei­chend aus­ge­stat­te­te zen­tra­le Gut­ach­ten­stel­le für die Ge­sund­heits­be­ru­fe zu star­ten."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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