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Ga­bri­el geht ju­ris­tisch ge­gen Ede­ka/Ten­gel­mann-Ent­scheid vor

Was den Fall Ede­ka und Kai­ser's Ten­gel­mann an­geht, sieht SPD-Chef Ga­bri­el sich hun­dert­pro­zen­tig im Recht: Dass er et­was tun will ge­gen das Fu­si­ons­ver­bot, hat er oft ge­sagt. Jetzt ist auch klar, was
Kommt die Fu­si­on doch noch zu­stan­de?

08.08.2016. (dpa) - Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­bri­el wehrt sich ju­ris­tisch ge­gen den Stopp der Fu­si­on von Ede­ka und Kai­ser's Ten­gel­mann durch das Düs­sel­dor­fer Ober­lan­des­ge­richt.

"Wir wer­den in die­ser Wo­che in die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de vor dem Bun­des­ge­richts­hof ge­hen", sag­te der SPD-Chef am Sonn­tag im Som­mer-In­ter­view des ARD-"Be­richt aus Ber­lin".

Die­sen Schritt hat­te auch schon die Han­dels­ket­te Ede­ka an­ge­kün­digt.

Ga­bri­el hat­te Deutsch­lands größ­tem Le­bens­mit­tel­händ­ler Ede­ka im März un­ter stren­gen Auf­la­gen den die Über­nah­me von rund 450 Fi­lia­len von Kai­ser's Ten­gel­mann per Mi­nis­ter­er­laub­nis ge­stat­tet. Er setz­te da­mit ein Ver­bot des Bun­des­kar­tell­amts au­ßer Kraft. Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te die Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung Ga­bri­els im Ju­li als rechts­wid­rig ge­stoppt und kei­ne Rechts­be­schwer­de da­ge­gen zu­ge­las­sen. Da­mit set­zen sich der Mi­nis­ter und Ede­ka nun mit der Be­schwer­de zur Wehr, über die der Bun­des­ge­richts­hof per Be­schluss ent­schei­det.

Die Düs­sel­dor­fer Rich­ter be­män­gel­ten, Ga­bri­el ha­be in der ent­schei­den­den Pha­se des Ver­fah­rens mit Ede­ka und Ten­gel­mann ge­hei­me Ge­sprä­che ge­führt. Da­durch ha­be der Ein­druck der Be­fan­gen­heit ent­ste­hen kön­nen - Ga­bri­el weist das ent­schie­den zu­rück.

Der Vor­wurf ha­be ihn über­rascht, sag­te er am Sonn­tag. 8.000 Ar­beits­plät­ze sei­en "ganz akut in Ge­fahr". Es sei ei­ne "ko­mi­sche Vor­stel­lung", dass ein Wirt­schafts­mi­nis­ter sich nur am Wett­be­werb zu ori­en­tie­ren ha­be und nicht an so­zia­ler Si­cher­heit, zu­dem ge­be es auch nach dem Zu­sam­men­schluss noch ge­nug Wett­be­werb. Er sei in dem, was er tue, "im­mer So­zi­al­de­mo­krat". Er sei au­ßer­dem si­cher, auch for­mal al­les rich­tig ge­macht zu ha­ben.

Die Ge­werk­schaft Ver­di hat für die um­kämpf­te Über­nah­me be­reits in Ber­lin, Bran­den­burg, Bay­ern und Nord­rhein-West­fa­len ei­nen Ta­rif­ver­trag aus­ge­han­delt. Er soll für Be­schäf­ti­gungs­si­che­rung in den nächs­ten fünf Jah­ren sor­gen, falls die Über­nah­me noch zu­stan­de kommt. Be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen wä­ren für die­se Zeit aus­ge­schlos­sen - das war ei­ne Be­din­gung Ga­bri­els für sei­ne Mi­nis­ter­er­laub­nis.

Ver­han­delt wird nur noch für ein La­ger in Rhein­land-Pfalz und ei­ni­ge klei­ne­re Ge­sell­schaf­ten. Soll­te die Über­nah­me doch ge­lin­gen, wä­re mit der Ei­ni­gung zwi­schen Ver­di und Ede­ka die größ­te Hür­de schon ge­nom­men.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 25. Oktober 2016

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