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Kai­ser's-Mit­ar­bei­ter fürch­ten um ih­re Jobs - Kun­den sind sau­er

Das Ge­zer­re um die Kai­ser's-Ten­gel­mann-Über­nah­me könn­te Tau­sen­de Jobs vor al­lem in NRW kos­ten: Die Be­schäf­tig­ten ap­pel­lie­ren an Ten­gel­mann-Chef Haub, die Ket­te nicht zu zer­schla­gen. Kun­den sor­gen sich um "ih­ren" Su­per­markt vor der Haus­tür.
Was wird aus den Kai­ser's Fi­lia­len?

14.07.2016. (dpa) - Nach dem vor­läu­fi­gen Stopp der Fu­si­onplä­ne von Ede­ka und Kai­ser's-Ten­gel­mann fürch­ten vor al­lem die rund 4000 Kai­ser's-Mit­ar­bei­ter in Nord­rhein-West­fa­len um ih­re Jobs.

"Das war kei­ne gu­te Ent­schei­dung. Jetzt herrscht wie­der völ­li­ge Un­ge­wiss­heit. Das kann bis zur Zer­schla­gung und Ein­zel­ver­wer­tung ge­hen", sag­te der Kai­ser's-Ten­gel­mann-Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de in NRW, Rai­ner Schro­ers, der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Nun kom­me al­les dar­auf an, dass der Ei­gen­tü­mer Karl-Eri­van Haub das Un­ter­neh­men wei­ter­be­ste­hen las­se und nicht zer­schla­ge.

Ten­gel­mann-Chef Haub hat­te noch vor kur­zem die "bit­te­ren Ver­lus­te" von Kai­ser's Ten­gel­mann be­klagt und mit ei­ner Zer­schla­gung ge­droht, falls die Fu­si­on nicht bald um­ge­setzt wer­de. Die Han­dels­ket­te hat­te 2014 zwei­stel­li­ge Mil­lio­nen­ver­lus­te er­wirt­schaf­tet, die laut Bran­chen­krei­sen zum grö­ße­ren An­teil in NRW an­fal­len, die Stand­or­te in Ber­lin und Bay­ern gel­ten als er­folg­rei­cher. Des­halb fürch­ten die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter vor al­lem um die noch rund 115 Fi­lia­len in Nord­rhein-West­fa­len.

Die gro­ße Mehr­heit der NRW-Be­leg­schaft ste­he hin­ter der Fu­si­on, vor al­lem, weil mit der Mi­nis­ter­er­laub­nis die Stel­len für fünf Jah­re ge­si­chert ge­we­sen wä­ren, sag­te Schro­ers. "Jetzt herrscht Angst, Angst, Angst - was pas­siert jetzt, spielt der Ei­gen­tü­mer mit."

Kri­tik kommt auch von Kun­den - et­wa im be­leb­ten Es­sen-Rüt­ten­scheid vor dem dor­ti­gen Kai­ser's-Ten­gel­mann-Su­per­markt. "Das ist un­ser Su­per­markt im Vier­tel", sagt ein Stamm­kun­de, "wenn der schließt müs­sen wir wei­ter lau­fen. Au­ßer­dem wur­de der doch noch vor kur­zem teu­er er­wei­tert." "Hier läuft der La­den doch. War­um gibt es über­haupt ein Pro­blem?", fragt ei­ne an­de­re Kun­din. "Wenn die Fu­si­on nicht zu­stan­de kommt, dann kann Kai­ser's über die Wup­per ge­hen und es gin­gen vie­le Ar­beits­plät­ze ver­lo­ren", sag­te Kun­de Gün­ter Mey­er.

Dass die Ge­werk­schaft Ver­di die Ta­rif­ge­sprä­che mit Ede­ka zur Vor­be­rei­tung der Fu­si­on trotz der Ge­richts­ent­schei­dung ge­gen den Mi­nis­ter­er­lass fort­set­ze, sei rich­tig, be­ton­te Schro­ers. "Das ist ein kla­res Zei­chen ge­gen die Kri­ti­ker und für die Si­che­rung von fast 16.000 Stel­len." Das OLG Düs­sel­dorf hat­te am Diens­tag die Mi­nis­ter­er­laub­nis für die Fu­si­on au­ßer Kraft ge­setzt.

Dass Ede­ka-Kon­kur­rent Rewe nach ei­nem Schei­tern der Fu­si­on ein­sprin­gen könn­te, hält Schro­ers für we­nig rea­lis­tisch. "Bis­her gibt es nur die­sen Kauf­ver­trag - mit Ede­ka", be­ton­te er. Al­ler­dings kom­me es den Be­schäf­tig­ten vor al­lem auf ih­re Jobs an: "Wel­cher Na­me da über dem Ver­trag steht, ist den Kol­le­gen am En­de egal."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 9. Dezember 2016

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