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Kanz­ler­amt sucht Ei­ni­gung zwi­schen Uni­on und SPD bei Ren­te

Die Ko­ali­ti­ons­part­ner Uni­on und SPD kom­men bei der Ren­te nicht zu­sam­men: CSU-Lan­des­grup­pen­che­fin Has­sel­feldt mahnt zur ge­schlos­se­nen Ab­stim­mung. Jetzt soll das Kanz­ler­amt ei­ne Lö­sung su­chen
Alter Mann mit Hund im Wald Kann ein Kom­pro­miss ge­fun­den wer­den?

08.05.2014. (dpa) - Die Ver­tre­ter des Mit­tel­stan­des in der Uni­ons­frak­ti­on knüp­fen ih­re Zu­stim­mung zum schwarz-ro­ten Ren­ten­pa­ket wei­ter an Zu­ge­ständ­nis­se der SPD.

Der Par­la­ments­kreis Mit­tel­stand pocht auf ei­ne Stich­tags­re­ge­lung bei der ab­schlags­frei­en Ren­te mit 63 nach 45 Bei­trags­jah­ren.

Nach ei­nem am Mitt­woch be­schlos­se­nen Pa­pier mit fünf Mi­ni­mal­for­de­run­gen soll ei­ne Früh­ver­ren­tung durch ei­ne Stich­tags­re­ge­lung ver­hin­dert wer­den, "bei der Zei­ten der Ar­beits­lo­sig­keit nach dem 1. Ju­li 2014 nicht be­rück­sich­tigt wer­den".

Da­vor sol­len ma­xi­mal fünf Jah­re Ar­beits­lo­sig­keit an­er­kannt wer­den.

Ge­gen die von Uni­ons­sei­te durch­ge­setz­te so­ge­nann­te Müt­ter­ren­te so­wie Ver­bes­se­run­gen bei der Er­werbs­min­de­rungs­ren­te und bei Re­ha-Maß­nah­men hat­te der Uni­ons-Mit­tel­stand nichts vor­ge­bracht. Die Vor­sit­zen­de der CSU-Lan­des­grup­pe, Ger­da Has­sel­feldt, warn­te Uni­on und SPD vor den Fol­gen ei­ner ge­spal­te­nen Ab­stim­mung über das um­strit­te­ne Ren­ten­pa­ket. Der "Leip­zi­ger Volks­zei­tung" (Mitt­woch) sag­te sie: "Wir soll­ten auf je­den Fall ei­ne Prä­ze­denz­wir­kung für die wei­te­re Ar­beit in der Ko­ali­ti­on ver­mei­den."

Zu­gleich kün­dig­te die CSU-Po­li­ti­ke­rin an, dass sich die Spit­zen von Par­tei, Frak­ti­on und Re­gie­rung in den nächs­ten Ta­gen mit der Ren­ten­pro­ble­ma­tik im Kanz­ler­amt be­fas­sen wür­den. "Auf Fach­ebe­ne konn­te kei­ne Ei­nig­keit er­reicht wer­den." Bis zu 70 Uni­ons­ab­ge­ord­ne­te woll­ten dem Pa­ket in der jet­zi­gen Fas­sung nicht zu­stim­men.

Die Uni­ons­mit­tel­ständ­ler wol­len bei der ab­schlags­frei­en Ren­te vom Ge­burts­jahr­gang 1964 an zur al­ten Rechts­la­ge zu­rück­keh­ren. Da­nach gab es die ab­schlags­freie Ren­te mit 65 nach 45 Ver­si­che­rungs­jah­ren, oh­ne An­rech­nung von Ar­beits­lo­sen­zei­ten. Wenn aber Ar­beits­lo­sen­zei­ten an­ge­rech­net wür­den, "müs­sen auch Ren­ten­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge von den­je­ni­gen (...), die frei­wil­li­ge Bei­trä­ge in die Ren­ten­ver­si­che­rung ein­ge­zahlt ha­ben, be­rück­sich­tigt wer­den", zum Bei­spiel von Selbst­stän­di­gen.

Zu­dem be­dür­fe das Ren­ten­pa­ket Re­ge­lun­gen zum fle­xi­blen Ren­ten­ein­tritt. Da­zu soll­ten un­ter an­de­rem die Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge zur Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ab­ge­schafft wer­den, wenn ein Rent­ner be­schäf­tigt wer­de.

Noch sei nicht klar, ob sich die drei Vor­sit­zen­den der Ko­ali­ti­ons­par­tei­en mit Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) al­lein oder zu­sam­men mit den Frak­ti­ons­spit­zen von CDU, CSU und SPD da­mit be­fas­sen wer­den, sag­te Has­sel­feldt.

Der ren­ten­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen-Frak­ti­on, Mar­kus Kurth, kri­ti­sier­te: "Das Ren­ten­pa­ket ent­wi­ckelt sich zum Fass oh­ne Bo­den." Nie­mand wis­se, wie teu­er es für die Ren­ten­kas­se wer­de. Die Ent­schei­dung, Müt­ter­ren­te und Ren­te ab 63 über die Ren­ten­kas­se und eben nicht über Steu­ern zu fi­nan­zie­ren, "engt den Spiel­raum für drin­gend not­wen­di­ge Leis­tungs­ver­bes­se­run­gen auf Jahr­zehn­te hin­aus ein".

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 21. November 2014

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