HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 13/133

Kar­stadt will mit "Ta­rif­pau­se" Mil­lio­nen an Ge­häl­tern spa­ren

Die Ge­schäf­te lau­fen nicht gut bei Kar­stadt: Nach dem Ab­bau von rund 2000 Stel­len mel­det der Kon­zern jetzt für zwei Jah­ren ei­nen Ta­rif­aus­stieg an. Ver­di re­agiert mit mas­si­ver Kri­tik und Dro­hun­gen
Kar­stadt mel­det Ta­rif­aus­stieg an

14.05.2013. (dpa) - Der Wa­ren­haus­kon­zern Kar­stadt will mit ei­ner zwei­jäh­ri­gen "Ta­rif­pau­se" Mil­lio­nen an den Ge­häl­tern der Mit­ar­bei­ter spa­ren.

Das Un­ter­neh­men ha­be für die Zeit bis 2015 bei den Ar­beit­ge­ber­ver­bän­den ei­ne Mit­glied­schaft oh­ne Ta­rif­bin­dung an­ge­mel­det, teil­te Ar­beits­di­rek­tor Kai-Uwe Weitz am Mon­tag in Es­sen mit.

Künf­ti­ge Ta­rif­er­hö­hun­gen ha­ben da­mit für Kar­stadt kei­ne Wir­kung.

In der ak­tu­el­len Ta­rif­run­de for­dert die Ge­werk­schaft Ver­di für den Ein­zel­han­del et­wa in NRW 6,5 Pro­zent mehr Geld.

Kar­stadt spa­re durch den Schritt in zwei Jah­ren ge­schätz­te 36 Mil­lio­nen Eu­ro, hieß es aus Un­ter­neh­mens­krei­sen.

Die Ge­werk­schaft kri­ti­sier­te den Ta­rif­aus­stieg scharf als "Skan­dal" und "Fehl­ent­schei­dung". Die Mit­ar­bei­ter hät­ten seit 2004 et­wa über Lohn­ver­zicht be­reits mehr als 650 Mil­lio­nen Eu­ro in ihr Un­ter­neh­men in­ves­tiert, der Eig­ner und Mil­li­ar­där Ni­co­las Berg­gru­en da­ge­gen so gut wie nichts, er­klär­te Ver­di-Vor­stands­mit­glied Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger. Berg­gru­en hat­te das Un­ter­neh­men 2010 aus der In­sol­venz über­nom­men.

Der kri­seln­de Wa­ren­haus­kon­zern hat­te für Mon­tag Be­triebs­rä­te al­ler Stand­or­te in der Es­se­ner Zen­tra­le zu­sam­men­ge­ru­fen. Die Ket­te lei­det nach nicht be­stä­tig­ten Me­di­en­be­rich­ten un­ter deut­li­chen Um­satz­ein­bu­ßen. Kar­stadt-Chef An­d­rew Jen­nings hat­te die Pro­ble­me En­de März mit der kom­ple­xen Sa­nie­rung er­klärt, die kurz­fris­tig auch ne­ga­ti­ve Ef­fek­te brin­gen kön­ne.

Kar­stadt ge­he in der ge­gen­wär­ti­gen Ta­rif­run­de ei­nen "ei­ge­nen, prag­ma­ti­schen Weg", er­klär­te Ar­beits­di­rek­tor Weitz. Ziel sei die voll­stän­di­ge Ge­sun­dung des Un­ter­neh­mens. Bis 2015 wol­le das Ma­nage­ment wie­der zur Ta­rif­bin­dung zu­rück­keh­ren. Der Schritt brin­ge kei­ne Ver­schlech­te­rung. Al­le Son­der­zu­wen­dun­gen und das Ur­laubs­geld sei­en si­cher. Es ge­he nur um künf­ti­ge Ge­halts­ent­wick­lun­gen. "Wir ge­hen nicht un­ter den Sta­tus Quo", be­ton­te ein Un­ter­neh­mens­spre­cher. Au­ßer­dem ga­ran­tie­re das Un­ter­neh­men kon­zern­weit ei­nen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro.

Zahl­rei­che neue Mar­ken ein­zu­füh­ren und zu­gleich 2000 Ar­beits­plät­ze zu­las­ten des Ser­vices ab­zu­bau­en, sei be­reits das fal­sche Si­gnal an die Kun­den ge­we­sen, kri­ti­sier­te Ver­di. Die Be­schäf­tig­ten wür­den die Un­ter­neh­mens­füh­rung jetzt "ein­dring­lich er­in­nern", dass sie nicht an be­rech­tig­ten Ar­beit­neh­meran­sprü­chen rüt­teln dürf­ten. Was da­mit kon­kret ge­meint ist, ließ die Ge­werk­schaft vor­erst of­fen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Juni 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de