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Kei­ne Dienst-Mails im Ur­laub

Ar­beit­neh­mer des Au­to­bau­ers Daim­ler kön­nen in die­sem Som­mer erst­mals ih­re E-Mails im Ur­laub lö­schen las­sen
Bildschirmarbeit Nach dem Ur­laub ta­ge­lang E-Mails le­sen?

13.08.2014 (dpa) - Trotz Ur­laubs hat so man­cher Ar­beit­neh­mer Stress, weil er sei­ne Dienst-Mails per­ma­nent liest oder bei sei­ner Rück­kehr ei­ne Flut elek­tro­ni­scher Post vor­fin­det.

Ei­ni­ge Un­ter­neh­men wie der Au­to­bau­er Daim­ler steu­ern nun ge­gen und schir­men ih­re Ar­beit­neh­mer in den Fe­ri­en ab. Nach ei­ner ers­ten Pi­lot­pha­se kön­nen in die­sem Som­mer erst­mals al­le Daim­ler-Mit­ar­bei­ter ih­re E-Mails im Ur­laub lö­schen las­sen.

Be­schäf­tig­te des Au­to­bau­ers sol­len so bei ih­rer Rück­kehr "mit ei­nem sau­be­ren Schreib­tisch" star­ten, er­klär­te Per­so­nal­vor­stand Wil­fried Porth am Mitt­woch in Stutt­gart: "Es ent­steht kein Stau im elek­tro­ni­schen Post­fach. Das ist ei­ne emo­tio­na­le Ent­las­tung."

Auch an­de­re Un­ter­neh­men set­zen dem E-Mail-Stress in der Frei­zeit in­zwi­schen Gren­zen.

Daim­ler hat­te das Vor­ha­ben be­reits En­de 2012 an­ge­kün­digt, bis­her aber nur in ein­zel­nen Be­rei­chen ge­tes­tet. Wie vie­le Be­schäf­tig­te im Ur­laub wirk­lich die Fin­ger von ih­ren E-Mails las­sen, wird nicht er­ho­ben.

Dem Dax-Kon­zern zu­fol­ge kön­nen nun al­le rund 100 000 Mit­ar­bei­ter mit ei­ge­nem E-Mail-Post­fach das An­ge­bot nut­zen. Ei­ne Ab­we­sen­heits­no­tiz ver­weist dann auf den zu­stän­di­gen Ver­tre­ter - und dar­auf, dass die so­eben ge­schick­te E-Mail ge­löscht wur­de.

Die Schwa­ben ha­ben da­für ei­nen ei­gens ent­wi­ckel­ten Ab­we­sen­heits­as­sis­ten­ten na­mens "Mail on Ho­li­day" ent­wi­ckelt. Der Vor­teil: Mit­ar­bei­ter ha­ben nicht den Druck, schon im Ur­laub ihr dienst­li­ches Post­fach zu che­cken - und bei der Rück­kehr an den Ar­beits­platz sind kei­ne Alt­las­ten ab­zu­ar­bei­ten.

Die IG Me­tall be­grüß­te den Schritt. Ei­ne Spre­che­rin be­ton­te aber, dass man bei dem The­ma auch die Po­li­tik in der Pflicht se­he, Re­ge­lun­gen zu fin­den: "Die zu­neh­men­de Di­gi­ta­li­sie­rung darf nicht da­zu füh­ren, dass Ar­beit­neh­mer rund um die Uhr er­reich­bar sind."

Auch an­de­re Un­ter­neh­men las­sen ih­re Leu­te in der Frei­zeit zur Ru­he kom­men. Der Au­to­bau­er Volks­wa­gen hat et­wa ei­ne E-Mail-Pau­se nach Fei­er­abend ein­ge­führt. Bei der Te­le­kom ha­ben sich lei­ten­de An­ge­stell­te ver­pflich­tet, Mit­ar­bei­tern nach Dienst­schluss, am Wo­chen­en­de und im Ur­laub kei­ne Mails zu schi­cken.

Der Au­to­zu­lie­fe­rer Con­ti­nen­tal hat da­zu nach ei­ge­nen An­ga­ben ei­nen "Leit­fa­den mit Rat­ge­ber-Cha­rak­ter". Der Soft­ware­kon­zern SAP setzt in­des auf On­line-Platt­for­men: Dort könn­ten Teams ih­re Er­geb­nis­se si­cher und Do­ku­men­te fort­lau­fend be­ar­bei­ten. Wer im Ur­laub sei, blei­be au­ßen vor und kön­ne den Fort­schritt bei Rück­kehr ein­se­hen.

"Ich fin­de die Idee gut", sagt Frank Bren­scheidt von der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin mit Blick auf Daim­lers Lösch­ak­ti­on. "Das ist aber nichts, was auf je­den Ar­beits­platz über­trag­bar ist." Letzt­lich müs­se je­der Be­trieb sei­ne ei­ge­ne Lö­sung fin­den - zu­mal so man­cher Mit­ar­bei­ter zu ein­zel­nen An­sprech­part­nern un­ter Um­stän­den ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis ha­be, das sein Ver­tre­ter nicht er­set­zen kön­ne. Bren­scheidt: "Die bes­ten Ge­schäf­te wer­den oft über per­sön­li­che Kon­tak­te ab­ge­schlos­sen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 19. November 2015

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