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15/016a Bil­li­ges Ke­ro­sin ver­schafft Luft­han­sa mehr Spiel­raum

Der sin­ken­de Öl­preis führt bei Air­lines zu deut­lich ge­rin­ge­ren Be­triebs­kos­ten: Al­lein Luft­han­sa könn­te 2015 ei­ne knap­pe Mil­li­ar­de Eu­ro spa­ren. Zu­min­dest ein Teil da­von soll­te bei den Kun­den an­kom­men
Fluggast und Pilot auf dem Rollfeld Wel­che Fol­gen wer­den die bil­li­gen Treib­stoff­kos­ten ha­ben?

13.01.2015. (dpa) - Bil­li­ges Ke­ro­sin be­flü­gelt die fi­nan­zi­el­len Aus­sich­ten der Deut­schen Luft­han­sa.

Das Un­ter­neh­men rech­net für die­ses Jahr nur noch mit Flug­ben­zin­kos­ten von rund 5,8 Mil­li­ar­den Eu­ro, al­so rund 900 Mil­lio­nen Eu­ro we­ni­ger als 2014.

Fi­nanz­che­fin Si­mo­ne Men­ne blieb al­ler­dings bei ei­ner Ana­lys­ten­kon­fe­renz am Mon­tag in New York bei ih­ren Pro­gno­sen zum ope­ra­ti­ven Ge­winn des Kon­zerns.

Die­ser soll für 2014 rund 1 Mil­li­ar­de Eu­ro be­tra­gen und 2015 deut­lich über die­sem Wert lie­gen. Ob die Ver­bil­li­gung der Treib­stoff­prei­se bei den Kun­den an­kommt, ist noch frag­lich.

Bei ih­ren Be­rech­nun­gen geht die Luft­han­sa von ei­nem Preis von 68 Dol­lar je Fass der Nord­see­sor­te Brent und ei­nem Eu­ro­kurs von 1,24 US-Dol­lar aus. Ak­tu­ell liegt der Öl­preis so­gar un­ter der Mar­ke von 50 Dol­lar, der Eu­ro­kurs bei nur noch 1,18 Dol­lar.

Die Er­spar­nis­se könn­ten nicht eins zu eins in Ge­winn um­ge­rech­net wer­den, er­läu­ter­te ein Spre­cher der Flug­ge­sell­schaft. So sei­en we­gen des star­ken Kon­kur­renz­drucks die Ti­cket­prei­se un­ter Druck und die Net­to-Er­lö­se wei­ter rück­läu­fig. Luft­han­sa ha­be zu­dem mit dem un­güns­ti­gen Dol­lar­kurs zu kämp­fen.

Der Ana­lys­ten-Prä­sen­ta­ti­on zu­fol­ge zah­len sich zu­dem die Preis­si­che­rungs­ge­schäf­te (Hedging) der Luft­han­sa in die­sem Jahr erst ab ei­nem Markt­preis von 105 Dol­lar pro Bar­rel aus. Liegt der Markt­preis dar­un­ter, zahlt Luft­han­sa wie schon 2014 drauf, weil sie den Preis­ver­fall nicht in die­ser Schär­fe vor­aus­ge­se­hen hat.

2011 und 2012 wa­ren die Treib­stoff­kos­ten des Un­ter­neh­mens bis auf 7,4 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­stie­gen. Seit­dem sind sie ge­sun­ken - mit dem Öl­preis­ver­fall der ver­gan­ge­nen Mo­na­te könn­ten sie jetzt noch ein­mal deut­lich rut­schen, ob­wohl die Luft­han­sa von ei­nem leicht stei­gen­den Ver­brauch aus­geht. An der Bör­se wur­den die Aus­sa­gen zu den Aus­wir­kun­gen des Öl­prei­ses po­si­tiv auf­ge­nom­men.

"Der in Aus­sicht ge­stell­te Rück­gang bei den Treib­stoff­kos­ten ist hö­her als von uns er­war­tet", schrieb DZ-Bank-Ex­per­te Dirk Schlamp. Es blei­be aber ab­zu­war­ten, wel­che Fol­gen die bil­li­gen Treib­stoff­kos­ten auf die Ti­cket-Prei­se und das ge­ne­rel­le Markt­um­feld ha­ben wer­den. Der Ver­fall des Öl­prei­ses sei für das Er­geb­nis der Flug­li­nie sehr wich­tig. "Es wird zu­neh­mend deut­lich, dass der rück­läu­fi­ge Ke­ro­sin­preis der Haupt­er­geb­nis­trei­ber im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr sein wird", mein­te der Ana­lyst. Un­si­cher­heit ge­he von dem nach wie vor un­ge­lös­ten Ta­rif­kon­flikt um die Vor­ru­he­stands­re­geln der Pi­lo­ten aus.

Der jüngs­te Pi­lo­ten­streik hat­te die Luft­han­sa im De­zem­ber deut­lich ge­bremst. Rund 1500 im Streik ge­stri­che­ne Ver­bin­dun­gen und we­ni­ger Flü­ge in die Kri­sen­re­gio­nen Ukrai­ne und Na­her Os­ten führ­ten im Kon­zern zu ei­nem Pas­sa­gier­rück­gang um 1,3 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat, wie das Un­ter­neh­men am Mon­tag be­rich­te­te. Im Ge­samt­jahr konn­te Eu­ro­pas größ­ter Luft­ver­kehrs­kon­zern bei we­ni­ger Flü­gen (mi­nus 2,6 Pro­zent) mit 106 Mil­lio­nen aber ei­nen er­neu­ten Pas­sa­gier­re­kord ver­mel­den. Die Zahl hat sich um 1,3 Pro­zent ge­stei­gert. Die Gäs­te wähl­ten im Schnitt län­ge­re Ver­bin­dun­gen, denn die Zahl der ver­kauf­ten Sitz­ki­lo­me­ter stieg um 2,4 Pro­zent.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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