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Ki­ta-Streik: Kom­mu­nen er­stat­ten be­trof­fe­nen El­tern die Ge­büh­ren

Der Ki­ta-Streik kos­te­te El­tern im Süd­wes­ten nicht nur Ner­ven - son­dern auch um­sonst ge­zahl­te Ge­büh­ren: In vie­len Städ­ten dür­fen Be­trof­fe­ne nun auf ei­ne Rück­zah­lung hof­fen
Mann und Frau mit Kinderwagen Wel­che Städ­te be­wil­li­igen ei­ne Rück­erstat­tung?

20.06.2015. (dpa) - Nach dem Ki­ta-Streik kön­nen El­tern in meh­re­ren Städ­ten im Süd­wes­ten auf ei­ne Rück­erstat­tung der um­sonst ge­zahl­ten Ge­büh­ren hof­fen.

27,5 Pro­zent der Kom­mu­nen hät­ten sich da­für ent­schie­den, sag­te ei­ne Spre­che­rin des ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Städ­te­tags.

52,5 Pro­zent sei­en da­ge­gen, 20 Pro­zent prüf­ten ei­ne Er­stat­tung der­zeit noch.

Ins­ge­samt wa­ren in den ver­gan­ge­nen Wo­chen dem­nach 58,9 Pro­zent der Kom­mu­nen vom Ki­ta-Streik be­trof­fen.

Zu den Kom­mu­nen mit Rück­erstat­tung ge­hört auch die Lan­des­haupt­stadt: Der Ver­wal­tungs­aus­schuss des Ge­mein­de­rats hat­te be­schlos­sen, bei be­trof­fe­nen El­tern im Ju­li frei­wil­lig auf 60 Pro­zent der Ge­büh­ren zu ver­zich­ten, wie die "Stutt­gar­ter Zei­tung" be­rich­te­te. Ulm ha­be sich eben­falls für ei­ne Er­stat­tung ent­schie­den, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Stadt am Frei­tag. "Es wird ei­ne Ver­rech­nung mit künf­ti­gen Be­trä­gen ge­ben." Die Be­din­gun­gen und die Hö­he der Ver­rech­nung stün­den aber noch nicht fest. Zu­dem prü­fe die Stadt ei­ne Sat­zungs­än­de­rung. "Im Mo­ment ist es noch so, dass die Be­nut­zungs­ord­nung für die Ki­tas fest­legt, dass im Streik­fall nichts er­stat­tet oder ver­rech­net wird", sag­te die Spre­che­rin.

Die Stadt Frei­burg wer­de 60 000 Eu­ro an vom Streik be­trof­fe­ne El­tern zu­rück­ge­ben, sag­te ei­ne Spre­che­rin. Dies ha­be die recht­li­che Prü­fung im Rat­haus er­ge­ben. De­tails müss­ten noch er­ar­bei­tet wer­den. Das Geld sol­le da­zu die­nen, fi­nan­zi­el­le Aus­fäl­le durch den Streik aus­zu­glei­chen, falls El­tern Be­treu­ungs­mög­lich­kei­ten or­ga­ni­sie­ren muss­ten oder ei­nen Ver­dienst­aus­fall hat­ten. El­tern, die ei­ne Not­be­treu­ung für ih­re Kin­der in An­spruch er­hal­ten ha­ben, könn­ten nicht mit ei­ner Rück­erstat­tung der Ki­ta­ge­büh­ren rech­nen.

In Kon­stanz müs­sen El­tern da­ge­gen noch auf ei­ne Ent­schei­dung der Ge­mein­de­rä­te hof­fen: Das Ver­fah­ren wer­de der­zeit noch ab­ge­stimmt und dem Gre­mi­um zur Ent­schei­dung vor­ge­legt, sag­te ein Spre­cher. Grund­sätz­lich be­für­wor­te die Stadt­ver­wal­tung aber, die be­reits be­zahl­ten Bei­trä­ge für die Streik­ta­ge mit ei­ner Pau­scha­le zu­rück­zu­er­stat­ten.

Nach dem vier­wö­chi­gem Streik der Er­zie­he­rin­nen in den kom­mu­na­len Ki­tas hat­ten Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber ein Sch­lich­tungs­ver­fah­ren ver­ein­bart. Die bei­den Sch­lich­ter - Han­no­vers Ex-Ober­bür­ger­meis­ter Her­bert Schmal­stieg (SPD) und Sach­sens frü­he­rer Mi­nis­ter­prä­si­dent Ge­org Milb­radt (CDU) - wol­len bis zum 22. Ju­ni ei­nen Vor­schlag prä­sen­tie­ren. Die Ge­werk­schaf­ten for­dern für die bun­des­weit 240 000 Be­schäf­tig­ten im Schnitt 10 Pro­zent mehr Lohn und Ge­halt. Die kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber hal­ten dies für nicht fi­nan­zier­bar.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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