HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/120

Tau­sen­de Ki­tas ge­schlos­sen - Er­zie­her sind nun bun­des­weit im Streik

Zur Oma? In die Not­be­treu­ung? Oder mit ins Bü­ro? Zehn­tau­sen­de El­tern müs­sen ihr gan­zes Im­pro­vi­sa­ti­ons­ta­lent auf­bie­ten, um wäh­rend des Ki­ta-Streiks ih­re Kin­der un­ter­zu­brin­gen: Ein En­de ist nicht ab­seh­bar
Streik sechs Streikende Wer be­treut die Kin­der?

12.05.2015. (dpa) - Die Ki­ta bleibt zu - und vie­le El­tern su­chen zu­neh­mend ver­zwei­felt nach Al­ter­na­ti­ven: Die Ge­werk­schaf­ten ha­ben die Streiks an kom­mu­na­len Kin­der­ta­ges­stät­ten auf ganz Deutsch­land aus­ge­wei­tet.

Tau­sen­de Ki­tas sei­en am Mon­tag ge­schlos­sen ge­blie­ben, weil 40 000 Be­schäf­tig­te sich an dem Ar­beits­kampf be­tei­ligt hät­ten, teil­te die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di mit.

Zehn­tau­sen­de Fa­mi­li­en muss­ten ih­re Kin­der an­ders­wo un­ter­brin­gen.

Ei­ne En­de ist nicht ab­zu­se­hen, denn die Ar­beit­ge­ber hal­ten die For­de­rung nach ei­ner bes­se­ren Ein­grup­pie­rung der Er­zie­her für nicht be­zahl­bar.

Meh­re­re Un­ter­neh­men re­agier­ten und ver­su­chen, ih­ren Be­schäf­tig­ten bei der Kin­der­be­treu­ung zu hel­fen.

Am Mon­tag schlos­sen sich Er­zie­her in Bay­ern, Bran­den­burg und Nord­rhein-West­fa­len dem Ar­beits­kampf an. Da­mit wird nun in al­len Bun­des­län­dern un­be­fris­tet ge­streikt. Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke zeig­te sich zu­frie­den. "Die Ar­beit mit und für Men­schen hat deut­lich mehr An­er­ken­nung ver­dient."

Vie­le Fir­men or­ga­ni­sie­ren in­zwi­schen selbst An­ge­bo­te für den Nach­wuchs von Mit­ar­bei­tern. So stock­te ei­ne Rei­he von Un­ter­neh­men wie die Com­merz­bank und der Frank­fur­ter Flug­ha­fen­be­trei­ber Fra­port die Kin­der­be­treu­ung auf, die den Be­schäf­tig­ten oh­ne­hin zur Ver­fü­gung steht.

Die Luft­han­sa er­höh­te die Zahl ih­rer "El­tern-Kind-Bü­ros". Das sind Bü­ros, in de­nen El­tern ar­bei­ten und zu­gleich ih­re Kin­der be­treu­en kön­nen. Der Au­to­bau­er Opel bie­tet sei­nen Mit­ar­bei­tern an, "un­bü­ro­kra­tisch und fle­xi­bel" Ur­laub, un­be­zahl­ten Son­der­ur­laub, Frei­schich­ten oder Ho­me-Of­fice-Ta­ge zu ge­neh­mi­gen.

Die Che­fin der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW), Mar­lis Te­pe, for­der­te von den Un­ter­neh­men, sich mit den Ki­ta-Be­schäf­tig­ten zu so­li­da­ri­sie­ren. "Auch die Wirt­schaft braucht funk­tio­nie­ren­de Ki­tas", sag­te sie der "Bild"-Zei­tung (Mon­tag).

In vie­len Städ­ten mach­ten die Er­zie­her mit Tril­ler­pfei­fen und Pla­ka­ten auf ih­re For­de­run­gen auf­merk­sam. "Wir sind es wert", stand dar­auf, oder: "Wir ma­na­gen ei­ne Hor­de Kin­der - wir wol­len ein Ma­na­ger­ge­halt."

Vie­le El­tern zeig­ten Ver­ständ­nis für den Ar­beits­kampf der Er­zie­her. Aber die Aus­sicht auf ei­nen un­be­fris­te­ten Streik macht sie auch rat­los. Die we­ni­gen Not­grup­pen, die die Städ­te ein­ge­rich­tet hat­ten, wa­ren am Mon­tag fast über­all völ­lig über­bucht. "Die­ser Ta­rif­kon­flikt wird auf dem Rü­cken der Fa­mi­li­en aus­ge­tra­gen, ins­be­son­de­re auf dem der Kin­der", kri­ti­sier­te der Vi­ze­vor­sit­zen­de des NRW-El­tern­bei­rats, At­ti­la Gü­müs.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de